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Gemeinderat: Franken siedeln nicht auf der Grafschaft

Gemeinderat : Franken siedeln nicht auf der Grafschaft

Nun ist es auch offiziell: Der Verein Frankensiedlung Nithrindorp stellt die Grundstückssuche für sein geplantes Freilichtmuseum in der Grafschaft ein. Dies wurde am Donnerstagabend im Gemeinderat mitgeteilt.

Bereits in der vergangenen Mitgliederversammlung hatte der Verein erklärt, seine Bemühungen einzustellen (der GA berichtete). Immer wieder sei man enttäuscht worden. Mehr als zwei Jahre lang habe man Grundstücke geprüft. Nie habe der Verein das Gefühl gehabt, mit seinem Vorhaben auch wirklich willkommen zu sein, hatte Vereinschef Mathias Heeb, Ratsmitglied der Grünen, erklärt.

In einem Brief an Grafschafts Bürgermeister Achim Juchem hieß es nun: "Aufgrund der Erfahrungen bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück in der Gemeinde Grafschaft wird sich unsere Suche jetzt vornehmlich auf außerhalb der Gemeinde liegende Areale beschränken." Dennoch hoffe man "auf die ein oder andere Unterstützung".

Zuletzt ging es um ein Grundstück am ehemaligen Eingang zum Regierungsbunker in Marienthal, das sich im Eigentum des Bundes befindet. Fast war man sich hinsichtlich eines Kaufs schon handelseinig. Bis sich herausstellte, dass sich auf dem Areal einst eine Außenstelle des Konzentrationslagers Buchenwald befunden hatte. Bürgermeister Juchem: "Schnell war man sich einig, dass dort eine Freizeiteinrichtung wie die geplante Frankensiedlung nicht opportun sein kann."

Zuvor hatte der Verein verschiedene andere Grundstücke auf der Grafschaft zur Verwirklichung der Frankensiedlung ins Visier genommen. Überall hatte er jedoch das Gefühl abzublitzen. Heeb hofft nun, in einer "anderen Kommune auf größeres Interesse und Offenheit, unabhängig der politischen Couleur", zu stoßen. Er glaubt ohnehin, dass seine politische Gesinnung als Ratsmitglied der Grünen etwas mit der von ihm vermuteten Reserviertheit zu tun haben könnte.

Einigkeit herrschte am Donnerstag darüber, an der Rathaus-Fassade eine Holocaustgedenktafel anbringen zu lassen. Auf ihr sollen die Namen aller während der Nazi-Diktatur deportierten Grafschafter aufgelistet werden. Freuen darf man sich derweil in Lantershofen. Der Rat beschloss den Neubau des inzwischen maroden Sportlerheims.

Rund 400.000 Euro werden hierfür aufzubringen sein. Offizieller Bauherr wird der Sportverein VfB Lantershofen, der an Eigenleistungen etwa 150.000 Euro in das Projekt einfließen lassen will. Die Gemeinde wird voraussichtlich 220.000 Euro beisteuern und entsprechende Mittel im Haushalt für 2014 vorsehen. Zudem erhofft man sich einen Zuschuss vom Landessportbund. Landesmittel werden nicht erwartet.