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Steht Hilfsbedürftigen seit 1896 zur Seite: Freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr wird 125 Jahre alt

Steht Hilfsbedürftigen seit 1896 zur Seite : Freiwillige Feuerwehr Bad Neuenahr wird 125 Jahre alt

Am 1. April vor genau 125 Jahren formierte sich die Feuerwehr für das noch junge Heilbad Neuenahr. Vieles hat sich verändert, doch geblieben ist seit dem Gründungsjahr 1896 der Grundgedanke, Hilfsbedürftigen zur Seite zu stehen.

Nicht alles, was an einem 1. April geschieht, ist in der Kategorie eines Aprilscherzes anzusiedeln. Eine sehr ernste Angelegenheit ereignete sich beispielsweise im aufstrebenden Ort Neuenahr am 1. April vor genau 125 Jahren. Genau dieser Tag ist Gründungstag der Feuerwehr.

„Was uns not thut, ist eine wohl organisierte Feuerwehr“, hieß es seinerzeit in dem noch jungen Heilbad. Daher schlossen sich am 1. April des Jahres 1896 Männer zusammen mit dem Ziel, Mitmenschen in Notsituationen zu helfen. Kameradschaft, Treue, Ehre und Disziplin zeichneten damals den echten Feuerwehrmann aus. Dieses hat auch heute noch genauso Gültigkeit wie vor 125 Jahren. Mit der Ausnahme, dass diese Aussage heute auch auf die Feuerwehrfrau zutrifft, und die gibt es auch der Feuerwehr in Bad Neuenahr, die heute als Teil der kreisstädtischen Wehr den Löschzug Bad Neuenahr stellt, der allein im Jahr 2020 bei 140 Alarmierungen ausrückte.

„Wir sind stolz auf die Gründer unserer Wehr, auf deren Erfahrungen wir aufbauen“, betont Richard Lindner. Seit dem Jahr 1994 ist er Löschzugführer der Neuenahrer Wehr und damit der dienstälteste „Chef“ einer Wehr in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Natürlich hat sich seit dem Gründungsjahr 1896 bis heute vieles verändert. Geblieben ist aber der Grundgedanke, Hilfsbedürftigen zur Seite zu stehen. Das ist auch heute noch die Triebfeder des Handelns der Wehrleute. Gerade in der jüngsten Vergangenheit spielen aber auch andere soziale Komponenten eine immer wichtigere Rolle. „Je anonymer unsere Gesellschaft wird, desto wichtiger ist eine Hilfsorganisation wie die Feuerwehr“, betont der Löschzugführer. Dabei wird eine solche Wehr der Aussagekraft ihrer Bezeichnung, also der Wehr gegen das Feuer, immer noch in höchstem Maße gerecht.

Markantestes Beispiel der jüngsten Wehrgeschichte war der Brand im Badehaus von Bad Neuenahr, der im September 2020 als größter Brand in die damals 51-jährige Geschichte der jungen „Bindestrich-Stadt“ Bad Neuenahr-Ahrweiler einging. Aber die Brandbekämpfung ist seit langem nur noch eine von vielen Tätigkeiten von Wehren. „In der heutigen Zeit kommen auf eine schlagfertige Wehr immer mehr Aufgaben zu. Vor allem im Bereich der technischen Hilfeleistung wird das Aufgabengebiet immer umfangreicher. Dies bedeutet, dass der Ausbildungsstand laufend angepasst und erweitert werden muss. Nur so kann eine optimale Einsatzbereitschaft ausgebaut und erhalten werden, zum Wohle jedes einzelnen Bürgers unserer Heimat“, so Lindner.

Gefeiert wird das 125-jährige Wehrjubiläum nicht. Noch nicht. Corona lässt kein großes Fest zu, die Pandemie schränkt sogar den Einsatz- und Ausbildungsbetrieb ein, ohne dass der Bürger es wahrnimmt. Aktuell warten die drei aktiven Wehrfrauen und die 35 Männer der Freiwilligen Feuerwehr Bad Neuenahr mit den Alterskameraden auf die Rückkehr der Normalität. Dann habe man Großes vor, verriet Richard Lindner.