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Grafschaft: 145 Fahrzeuge haben am Oldtimer-Treffen teilgenommen

Ahr-Rotwein-Klassik auf der Grafschaft : 145 Fahrzeuge haben am Oldtimer-Treffen teilgenommen

Das Ford Modell T von 1912 und weitere Oldtimer-Schätze haben sich bei der Ahr-Rotwein-Klassik ein Stelldichein gegeben. Start und Ziel waren diesmal nicht in Bad Neuenahr, sondern ausnahmsweise auf der Grafschaft.

Die Oldtimer-Ausfahrt Ahr-Rotwein-Klassik des Ahr-Automobil-Clubs Bad Neuenahr (AAC) erfreut sich wachsender Beliebtheit. Im vergangenen Corona-Jahr war die Rundfahrt eine der wenigen Oldtimer-Veranstaltungen, die stattfand, und so viele neue Freunde gewinnen konnte. Entsprechend schnell ausgebucht war die Veranstaltung in diesem Jahr. „Wir wollten 125 Fahrzeuge zulassen“, so Hermann-Josef Doll. Der Vorsitzende des AAC ist zusammen mit Sportleiter Robert Kreusch verantwortlich für die Tour. Die beiden ließen am Ende sogar 145 Teilnehmer zu. „Wir konnten irgendwie keinem Nein sagen“, so Doll, der mit seinem Team in diesem Jahr eine Reihe von Problemen zu bewältigen hatte.

So konnte der Tross nicht, wie in den vergangenen Jahren, aus dem Bad Neuenahrer Kurpark starten. „Keine Ein- und Ausfahrt und überall Baustellen. Wir haben nur immer wieder ,geht nicht‘, ‚klappt nicht‘ und ‚nicht machbar‘ gehört“, so Doll. Selbst eine feste Terminzusage habe man nicht erhalten. Die Ausweichlösung sollte der von der Landesgartenschau-Gesellschaft bewirtschaftete Dahliengarten sein. Dort aber verhinderte die Bewässerungsanlage das Befahren der Rasenfläche. Man sei nach dieser Info aus den Planungen für Bad Neuen­ahr ausgestiegen und habe in einem Unternehmen im Grafschafter Innovationspark einen idealen Partner gefunden.

Im kommenden Jahr würde der AAC dennoch gerne wieder von Bad Neuenahr aus auf Oldtimertour starten, sofern man mit den dann aufgerufenen Regularien klarkomme. Im Landesgartenschau-Jahr 2023 steht laut Doll schon fest, dass das ganze Pfingstwochenende über „Oldtimer im Park“ rund um den Kurpark und am 4. Juli die Ahr-Rotwein-Klassik im Dahliengarten stattfinden wird.

Das Publikum konnte viele Fahrzeuge bestaunen

Das in der Kurstadt immer gut vertretene Publikum fand am Sonntag auch den Weg nach Ringen, um die zahlreichen Fahrzeuge zu bestaunen, von denen jedes seine eigene Geschichte hat. Im halbminütigen Rhythmus ging es auf einen rund 150 Kilometer langen Rundkurs durch Vinxtbachtal, Kesselinger Tal, ins südliche Nordrhein-Westfalen und bis zum Rhein, ehe man am späten Nachmittag zurück in der Grafschaft erwartet wurde.

Hermann-Josef Doll informierte die rund 200 Besucher am Startpunkt über die Besonderheiten der Autos. Da war als ältestes Fahrzeug ein Ford Modell T, Spitzname Tin Lizzie (Blechliesel), aus dem Jahr 1912 dabei. Rolf und Carolin Eberle waren mit ihrem Hillmann Minx Sports Tourer, Baujahr 1934, vom Bodensee aus angereist. Martina und Peter Pflug aus dem sächsischen Markkleeberg hatten mit ihrem MG TD die weiteste Anreise. Es fuhr der imposante Mercedes 220S Cabrio gleich neben der kugelrunden BMW Isetta mit Fronteinstieg vor.

Ebenfalls aus der Zeit um 1960 präsentierte sich eine Corvette C1, importiert aus den USA. Der Mercedes-Benz 180 Ponton von Heike und Jörg Löber hatte einen DGB-Vorstand als ersten Besitzer, im Jahr 1961 lag der Neupreis bei stolzen 8950 D-Mark. Mit dem DKW Auto Union 1000 S knatterte ein qualmender Zweitakter durch das Starttor, durch das mit dem Oldsmobile Toronado der stärkste Fronttriebler aller Zeiten so gerade passte. Barbara und Rolf Schäfer präsentierten einen Daimler Benz 300 SEL von 1971, der mit allem erdenklichen Luxus seiner Zeit ausgestattet war. Den Porsche 911 von Uwe Sturm hatte schon Rallye-Legende Walter Röhrl gelenkt. Selbst ein Filmstar ging mit dem DMC De Lorean aus dem Jahr 1983 auf Tour: Der Flügeltürer war Hauptdarsteller des Streifens „Zurück in die Zukunft“.

Porsche, Mercedes und US-Fahrzeuge waren zu sehen, natürlich auch VW Käfer oder ein Citroen 2CV, besser bekannt als „Ente“. Die war sogar schon durch Afrika gefahren. Susanne und Rainer Schneider kamen im „Bully“ VW T1 in der Ausführung als Rivera-Camper, bei dem das Bier auf dem Dach vom Fahrtwind gekühlt wurde. Für sie alle stand nicht nur eine reine Rundfahrt durch die Eifel auf dem Programm. Es galt, Sonderprüfungen zu bestehen, Schilder – sogenannte Stumme Wächter – ausfindig zu machen und Bilder wiederzufinden, die im Fahrtenbuch zu sehen waren.

Die besten Fahrer erhielten Preise

Für Lenker von 17 Wagen waren die Aufgaben noch ein wenig kniffliger, sie starteten in der Klasse der Tourensportlichen, während die übrigen rund 130 Teilnehmer eine touristische Fahrt unternahmen. Am späten Nachmittag trudelten alle wieder im Innovationspark in Ringen ein.

Dort wurden Zeiten und Punkte gesammelt, hier fanden lockere Benzingespräche statt. Für die besten Fahrer gab es Pokale, Preise und Rotwein. Grafschafts Erster Beigeordneter Michael Schneider gratulierte den Siegern. Bei den Tourensportlichen holten sich Nele und Markus Müller-Heidelberg mit ihrem Ford P7b von 1970 den Sieg, bei den touristischen Fahrern gewannen Herbert Harst und Olaf Stöhrmann mit einem 1989er Porsche 944 S2 Targa.