Nur noch online präsent Helfer-Shuttle schließt Camp in der Grafschaft zum 31. Mai

Grafschaft/Kreis Ahrweiler · Der Helfer-Shuttle schließt sein Camp in der Grafschaft zum 31. Mai. Der riesige Aufwand lohnt sich nicht mehr, teilen die Organisatoren mit. Flutbetroffene im Ahrtal wollen sie aber weiter unterstützen – mit einem Online-Marktplatz.

 Der Helfer-Shuttle hat bislang nach eigenen Angaben eine Viertelmillion helfende Hände ins Ahrtal gebracht. Doch Ende Mai wird das Camp in der Grafschaft geschlossen.

Der Helfer-Shuttle hat bislang nach eigenen Angaben eine Viertelmillion helfende Hände ins Ahrtal gebracht. Doch Ende Mai wird das Camp in der Grafschaft geschlossen.

Foto: Stephan Stegmann

Der Helfer-Shuttle, der Flutopfer im Ahrtal beim Wiederaufbau unterstützt, kündigt an, sein Camp in der Grafschaft zu schließen. Zum 31. Mai ist Schluss. „Jetzt ist die Zeit für eine neue Phase gekommen“, lassen Thomas Pütz und Marc Ulrich wissen, die den Helfer-Shuttle gegründet und ausgebaut haben. Im Kern ihrer Transformation steht ein Online-Marktplatz, der nach ihren Angaben Betroffene und Helfer direkt miteinander vernetzen soll.

In ihrer Mitteilung schreiben die Organisatoren des Helfer-Shuttles: „Es werden täglich weniger Anfragen seitens der Betroffenen und es kommen seit einigen Wochen auch immer weniger Helfer. Der riesige Aufwand, der für die Bereithaltung des Camps betrieben wird, steht für die Anzahl der Helfer und Aufträge nicht mehr im Verhältnis.“ Pütz und Ulrich verweisen zudem auf eine repräsentative Umfrage, die der Helfer-Shuttle in den vergangenen Tagen im Ahrtal bei Betroffenen durchgeführt habe. Das Ergebnis: „Natürlich wird weiterhin viel Hilfe benötigt, diese bezieht sich aber vor allem auf den Wiederaufbau durch professionelles Fachhandwerk. Den Bedarf an freiwilliger Hilfe für Rückbauarbeiten sehen die meisten Betroffenen stark rückläufig.“

Online-Marktplatz startet Ende Mai

Wichtig ist dem Duo, dass die Fluthilfe „nicht verschwindet“, wie sie mitteilen. Der Helfer-Shuttle höre nicht auf, er passe sich nur erneut den veränderten Rahmenbedingungen an. Genau dafür habe das Team auch bereits 2021 mit weiteren Mitstreitern den Spenden-Shuttle gegründet, der langfristig Betroffene im Ahrtal unterstütze. Bis jetzt habe der „FördAHRverein“ bereits mehr als zwei Millionen Euro an Spenden generiert und sowohl in Projekte als auch in Soforthilfen für Flutopfer investiert.

Der neue Marktplatz für die ehrenamtliche Hilfe startet Ende Mai auf der Internetseite www.helfer-shuttle.de, kündigen Pütz und Ulrich an. Der Plan: Auf der Seite können Betroffene ihre Projekte kostenfrei einstellen und freiwillige Helfer haben die Möglichkeit, direkt Kontakt zu den Flutopfern aufzunehmen.

„Wir haben noch etwa 100 Gärten zu bauen "

Es werde zudem weiterhin ein Projektbüro eingerichtet bleiben, das auch eine persönliche Erreichbarkeit sicherstelle, heißt es weiter in der Mitteilung. Schon jetzt seien viele direkte Patenschaften zwischen Betroffenen und Helfern entstanden – dieser Ansatz soll über die neue Plattform weiter verstärkt werden. Überdies seien auch weiterhin persönliche Treffen der Helfer wie Stammtische und Ahrtal-Events geplant.

Bis zur Schließung des Camps werde noch mit allen Kräften weitergearbeitet. „Wir haben noch etwa 100 Gärten zu bauen und auch noch einiges an Stemmarbeiten“, so Thomas Pütz. „Wir laden alle Helfer noch einmal zu einem Sprint ein, damit wir bis Ende Mai möglichst viel abarbeiten können“, ergänzt Marc Ulrich.

In den vergangenen neun Monaten konnte der Helfer-Shuttle nach eigenen Angaben eine Viertelmillion helfende Hände ins Ahrtal bringen. Mehr als 15.000 Einzelaufträge seien von den freiwilligen Helfern in fast einer Million Arbeitsstunden abgearbeitet worden.

(ga)
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