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Heimatforschung an der Ahr: Infotafeln geben Auskunft über Eckendorfer Geschichte

Heimatforschung an der Ahr : Infotafeln geben Auskunft über Eckendorfer Geschichte

Neue Infotafeln geben dank Heimatforscher Ferdinand Fuchs in Eckendorf nun Auskunft über die Historie des Grafschafter Ortsbezirks. Die Tafeln stehen am kleinen Dorfplatz neben der Kaiserlinde und wurden jetzt der Bevölkerung übergeben.

Wohl dem Ort, der Menschen in seinen Reihen hat, die sich mit der Geschichte von Dorf oder Stadt beschäftigen. In Eckendorf ist das Ferdinand Fuchs. Unter seiner Leitung sind nun drei großflächige Tafeln entstanden, die sich mit dem Ort, seiner Geschichte und der Geschichte seiner Kirche beschäftigen.

Die Tafeln stehen am kleinen Dorfplatz neben der Kaiserlinde und wurden nun der Bevölkerung übergeben. „Es waren einmal im Ortsbeirat zwei kleine Tafeln angedacht. Dann wurde die Idee im Vorfeld der 1250-Jahr-Feiern aufgegriffen und von Ferdinand Fuchs angegangen“, nutzte Eckendorfs Ortsvorsteher Johannes Jung die Einweihung, seinen Dank an alle Mitstreiter auszurichten.

Und auch der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem war gekommen, um die höchst informativen und dennoch übersichtlichen Tafeln zu bewundern. Ihren Anteil an den neuen Tafeln hat die Gemeinde zumindest darin, dass diese mit Mitteln aus den 20.000-Euro-Projekten eines jeden Ortsbezirks für Investitionen bezahlt wurden.

Ferdinand Fuchs nahm sich viel Zeit, die rund 40 Bürger, die zur Einweihung gekommen waren, umfassend über Eckendorf und seine Geschichte zu unterrichten. Eigentlich sollte mit den Tafeln auch das Fest der 1250-Jahr-Feier verbunden sein, das wegen der Corona-Pandemie verschoben werden musste. „Grundlage für dieses Jubiläum ist die älteste bekannte Urkunde, in der Eckendorf erwähnt wird. Darin wird die Schenkung von Ländereien in Eccandorph, dem heutigem Eckendorf, von einem gewissen Wigbert an das Kloster Lorsch am 11. Dezember 770 dokumentiert“, erläuterte Fuchs. Nachweise menschlichen Wirkens in Eckendorf sind jedoch noch viel älter.

So wurden bei Luftaufnahmen Besiedlungsformen aus dem Neolithikum, der Jungsteinzeit zwischen 5400 und 2200 vor Christus, festgestellt und auch Steinbeile aus dieser Zeit auf den Feldern in Eckendorf gefunden. Die Römer hatten vor 450 nach Christus eine Villa Rusticae in unmittelbarer Nähe zum heutigen Ort gebaut, um den fruchtbaren Lössboden im Swisttal zu nutzen.

Diese Informationen bilden den Beginn der Infotafeln aus der Ortsgeschichte. 1404 werden ein Hochgericht und zentraler Versammlungsplatz der Grafschaft Neuenahr auf dem Scheid erwähnt. Die Tafeln schildern aber auch die Bevölkerungsentwicklung der letzten Jahrhunderte. 1618 zählte Eckendorf 335 Einwohner und hatte 64 Häuser. Nach der furchtbaren Pestepidemie lebten 50 Jahre später nur noch 67 Einwohner im Dorf und aktuell wohnen 429 Menschen in Eckendorf. 1815 nach dem Sieg über Napoleon kam das Rheinland zu Preußen, Eckendorf gehört nun zur Bürgermeisterei Gelsdorf.

Die Informationen tauchen aber auch in die jüngere Geschichte ein, es wird über die Volksschule Eckendorf, über Musikverein und Tambourcorps, über Kirchenchor, Möhneverein und Karneval berichtet. Zeitweise gab es im Ort zwei Tanzsäle, zwei Gaststätten, zwei Bäckereien, zwei Schmiede, zwei Schuster, zwei Lebensmittelgeschäfte, eine Poststelle und weitere Handwerksbetriebe.

Eine eigene Tafel erhielt die Kirchengeschichte Eckendorfs. Der älteste Nachweis über eine Kirche stammt aus dem Jahr 1281. Ab 1314 ist auch eine eigenständige Pfarrei mit Taufrecht, Friedhof und eigenem Pfarrer nachgewiesen. Die Kirche wurde später auf die Heiligen Cosmas und Damian geweiht. Die heutige Kirche ist bereits die vierte in Eckendorf.

Gestaltet worden sind die Tafeln vom Kirchdauner Geschichtsforscher Andreas Schmickler, der schon mehrere solcher Projekte in der Grafschaft umsetzte, unter anderem die Beschilderung der Aachen-Frankfurter Heerstraße. Die sogenannte Krönungsstraße führte auch an Eckendorf vorbei.

Mehr als ein Jahr lang sammelte Ferdinand Fuchs Daten aus der Dorfgeschichte, besorgte alte, aber auch aktuelle Bilder von Dorfbewohnern und dem Dorf verbundenen Freunden. Auch der Heimatforscher Ottmar Prothmann hat wertvolle Hinweise gegeben. Pastor Alexander Burg segnete die Tafeln.