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Feuerwehreinsatz an der A 61: Methacrylsäure aus Lastwagen ausgelaufen

Feuerwehreinsatz an der A 61 : Methacrylsäure aus Lastwagen ausgelaufen

Ein Leck am Auflieger eines Gefahrstofftransporters machte den Einsatz der Feuerwehr des Rhein-Sieg-Kreises auf dem Parkplatz „Goldene Meile“ an der A 61 in Höhe Grafschaft notwendig. Aus einem Lastwagen war giftige Methacrylsäure ausgelaufen.

Aus einem Leck an einem Gefahrguttransporter auf dem Parkplatz "Goldene Meile" an der A 61 ist am Morgen Methacrylsäure ausgelaufen. Schon bei der Abfahrt des Lastwagens am Morgen von dem Gelände eines Chemiewerkes in Wesseling wurden Mitarbeiter darauf aufmerksam, dass ein Stoff austritt. Sofort versuchten die Verantwortlichen den Fahrer telefonisch zu erreichen. Parallel wurde die fürs Wesselinger Werk zuständige Feuerwehr des Rhein-Sieg-Kreises alarmiert. Der Alarm ging um 8.34 Uhr ein.

In Höhe des Parkplatzes „Goldene Meile“ auf der A 61 in Fahrtrichtung Koblenz, konnte der Mann, in dessen Transporttank sich Methacrylsäure befand, anhalten. Methacrylsäure ist eine ungesättigte Carbonsäure (Alkensäure), die als Ausgangsstoff zur Herstellung von Kunststoffen verwendet wird.

Wie ein Beamter der Polizeiautobahnstation Mendig mitteilte, ist die Säure ätzend und schwer entflammbar, es bestand aber zu keiner Zeit eine Gefahr für die Umwelt, weil sie weder ins Erdreich gesickert sei noch den Beton des Parkplatzes zerstört habe. „In Verbindung mit Sauerstoff entsteht ein Feststoff, der praktisch das Leck am Auflieger von selbst verschließt“, so ein Beamter der Autobahnpolizei auf GA-Nachfrage. Auch hatte der Fahrer geistesgegenwärtig eine Plane unter die betroffene Stelle gelegt, um den auslaufenden Stoff auffangen zu können.

Für den Verkehr auf der A 61 entstand keine Behinderung, lediglich die Zufahrt zum Parkplatz wurde gesperrt, um die Zufahrts- und Rettungswege für die Einsatzfahrzeuge frei zu halten.

Stellungnahme von Evonik

Nach Aussage des Unternehmens selbst handelt es sich bei dem Lastwagen um einen Produkttransport von Evonik in Wesseling. Am frühen Nachmittag hat das Unternehmen eine Mitteilung an die Presse herausgegeben. Auf dem Parkplatz von Evonik haben Mitarbeiter demnach auf dem Asphalt geringe Tropfmengen der Methacrylsäure gefunden.

"Bei Methacrylsäure handelt es sich um eine klare Flüssigkeit, die bei Temperaturen unter 16 Grad Celsius fest wird. Sie wirkt reizend und ätzend auf Haut und Schleimhäute. Der Rohstoff wird zur Herstellung von Lacken, Kunststoffen und Leichtbaustoffen verwendet", so das Unternehmen.

Nachdem der Transporter dann auf den Parkplatz geleitet wurde, konnten die Einsatzkräfte die undichte Stelle am Bodenventil entdecken. Der wesentliche Teil des ausweichenden Stoffes sei laut Einsatzkräfte in einer Auffangwanne unter dem Laster aufgefangen worden. Die Stoffreste wurden fachmännisch entsorgt.

Der Tankcontainer befindet sich nun wieder in Wesseling und wird dort leer gepumpt. "Wir bedauern den Vorfall und untersuchen die Ursachen, die zur Undichtigkeit geführt haben", so Evonik in der Mitteilung.