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Ein Multifunktionsfeld anstelle des Bolzplatzes: Neue Sporthalle hat Priorität in Gelsdorf

Ein Multifunktionsfeld anstelle des Bolzplatzes : Neue Sporthalle hat Priorität in Gelsdorf

Ortsbeirat favorisiert nun auch den Ausbau der Eckendorfer Straße.

Was lange währt, soll nun endlich gut werden. Zumindest hat der Gelsdorfer Ortsbeirat in seiner Sitzung am vergangenen Mittwoch Projekten die oberste Priorität verliehen, auf die man in dem Grafschafter Ort schon seit Jahrzehnten wartet.

Da ist zum einen eine Sporthalle für die Gelsdorfer Vereine, zum anderen soll die Eckendorfer Straße nun endlich ausgebaut werden. Die ist schon lange in einem desolaten Zustand, mit Schlaglöchern zuhauf, dafür aber ohne Gehweg und ausreichende Beleuchtung und vor allem in der dunklen Jahreszeit entsprechend gefährlich für Fußgänger.

Die umliegenden Straßen, deren Zahl in der Vergangenheit immer größer wurde, sind dagegen in gutem Zustand. Erst 2014 sei der Ausbau durch den Ortsbeirat verworfen worden, warf FWG-Mann Peter Schmidt seinen Kollegen vor. Auch der anwesende Gemeinderats-Vertreter Reinhold Hermann (FWG) bestätigte: „In den letzten fünf Jahren hat es keinen diesbezüglichen Beschluss des Gelsdorfer Ortsbeirates gegeben.“ Das holte das Gremium jetzt nach und verlieh dem Ausbau damit höchste Priorität.

Gleiches gilt für eine Sporthalle. „Die haben unsere Väter schon gedanklich geplant“, machte Ortsvorsteher Andreas Ackermann deutlich. Auch sie soll bald entstehen, hat höchste Priorität. Straßenbeleuchtung in der Burgstraße, Auf dem Wall oder der Altenahrer Straße, neue Buswartehäuschen und WLAN an den Bushaltestellen sowie ein seniorengerechter Umbau der öffentlichen Toiletten am Friedhof; all das steht ebenfalls auf der Anmeldung für den Nachtragshaushalt. Zudem bedarf es einer Sanierung des Spielplatzes an der Walburgisstraße, auch hier wird die Gemeinde um Aufnahme in den Nachtragshaushalt gebeten.

Seitens des Gemeinderates hatte es eine Teiländerung der Bauleitplanung des Bebauungsplanes „Hinter der Hage“ gegeben. In seiner Stellungnahme möchte der Ortsbeirat den Text derart abgeändert wissen, dass das Klagerecht bei Nichteinhaltung der Vorschriften erleichtert wird.

Im Entwurf sah diese nur ein Klagerecht bei einem Bau von mehr als zwei der vorgesehenen Geschosse vor. Der Ortsbeirat beschloss dies, ebenso wie die Prioritätenliste für den Haushalt, einstimmig. Ortsvorsteher Ackermann hatte persönlich die Grundschüler bei einem Projekt unterstützt, bei dem vier alte Fahrräder gesäubert und kunstvoll bemalt wurden. Für diese sollte der Ortsbeirat einen geeigneten Aufstellplatz suchen, er favorisiert den Bereich rund um die Grundschule. Ebenfalls aufgestellt werden soll eine dem Ort gestiftete Kreuzwegfigur, und zwar möglichst im Bereich des Meckenheimer Weges.

Hier ist der Ortsbeirat der Meinung, die Figur solle im gleichen Erscheinungsbild dargestellt werden, wie bereits installierte Kreuzwegfiguren. Die Verwaltung wird gebeten, einen entsprechenden Platz zu suchen, zu klären ist zudem, wer die entstehenden Kosten von rund 2000 Euro trägt.

Sind Kreuzwegfigur und Fahrräder noch vergleichsweise kleine Projekte, so beschäftigte sich der Ortsbeirat auch mit einer Idee größeren Ausmaßes. Hierbei geht es um die Umgestaltung des Bolzplatzes an der Grünstraße. Entstanden ist die Idee, hier einen Multifunktionsplatz zu errichten. Der könnte 30 mal 20 Meter groß sein und einen Tartanbelag haben.

Auf diesem wären dann Felder für verschiedene Spielsportarten markiert wie Fußball, Basketball, Volleyball, Tennis oder Badminton. Ein entsprechendes Vereinsangebot würde in Gelsdorf vom 2015 gegründeten Spiel- und Sportverein (SSV) geboten. Sollte diese Idee umgesetzt werden und die gewünschte Sporthalle in Bolzplatznähe entstehen, würde im Ort ein kleines Sportzentrum entstehen, dass auch von der nahegelegenen Grundschule und dem Kindergarten genutzt werden könnte.

Schließlich musste der Ortsbeirat noch eine Entscheidung treffen, die schon einmal beraten worden war, wegen der Teilnahme befangener Mitglieder an dieser von der Verwaltung aber verworfen wurde. Gerade einmal drei Mitglieder des Rates befanden nun mit zwei Ja-Stimmen der CDU und einer Nein-Stimme der FWG, dass Bäume im Bereich „Hinter der Hage“ entfernt und durch Neupflanzung ersetzt werden sollen. Die Anwohner hatten sich zuvor für diese Lösung ausgesprochen.

In der abschließenden Bürgersprechstunde monierte FWG-Mann Peter Schmidt fehlende Transparenz im Ortsbeirat und die Tatsache, dass man bei Projekten, wie etwa den Baumaßnahmen am Kindergarten seitens der Verwaltung bislang außen vor gelassen wurde.