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Grafschafter Gemeinderat: Neue Verträge für die Nutzung der Dorftreffs

Grafschafter Gemeinderat : Neue Verträge für die Nutzung der Dorftreffs

Auf eine neue Basis stellt der Grafschafter Gemeinderat die Nutzung der Dorfgemeinschaftshäuser. In seiner jüngsten Sitzung entschied das Gremium, den einheitlichen Pachtvertrag für die im Eigentum der Gemeinde stehenden Dorftreffs mit den jeweiligen Trägergemeinschaften preisgünstiger und leichter handhabbar zu machen. Die neuen Regelungen gelten seit 1. April und zunächst für ein Jahr zur Probe.

Nach wie vor können die Grafschafter Vereine die Dorfgemeinschaftshäuser kostenfrei für ihre Veranstaltungen nutzen. Wenn jedoch bei einer Veranstaltung Eintritt verlangt wird oder Speisen und Getränke verkauft werden, muss der veranstaltende Verein künftig die anfallenden Reinigungskosten zahlen. Künftig können die Bürgerhäuser auch für kulturell-kommerzielle Veranstaltungen genutzt werden. Hierbei müssen die Veranstalter auf die für die private Nutzung festgesetzte Miete einen Aufschlag von 100 Prozent zahlen. Die Nebenkosten werden gesondert abgerechnet.

Sogar die gewerbliche Nutzung ist künftig für Grafschafter Betriebe möglich, allerdings darf dabei kein Vertrieb von Artikeln oder Dienstleistungen erfolgen. Es geht also in erster Linie um Betriebsfeiern, Informationsveranstaltung und ähnliches. Pro Bürgerhaus und Jahr sind maximal fünf solcher Veranstaltungen zulässig, wobei die Miethöhe auch hier das Doppelte der privaten Nutzung beträgt.

Änderungen gibt es auch im Friedhofswesen. In den vergangenen Jahren habe sich die Bestattungskultur stark gewandelt, berichtete Bürgermeister Achim Juchem. Seien bis 2008 die Erdbestattungen noch in der Überzahl gewesen, nähmen die Urnenbeisetzungen zu, mittlerweile seien sie mit 60 Prozent sogar in der Überzahl. Erstaunlicherweise seien 2011 und 2012 mehr Einwohner verstorben, als auf den Friedhöfen beigesetzt worden seien. Die Differenz erkläre sich teilweise dadurch, dass einige in einem Ruheforst oder einer vergleichbaren Anlage beigesetzt wurden. Demgegenüber seien von 2009, 2010 und 2013 mehr Beerdigungen als Sterbefälle verzeichnet, weil neu zugezogene Familien ihre Eltern und Angehörigen von außerhalb auf die Grafschafter Friedhöfen beisetzen ließen.

Nach Ansicht der Gemeindeverwaltung seien die Beweggründe für die Wahl einer Urnenbeisetzung unter anderem die geringeren Kosten sowie der Wunsch, die Grabpflege solle keine Belastung für die Hinterbliebenen darstellen. Da die Friedhöfe aber kostendeckend betrieben werden müssten, habe dies Auswirkungen auf die Gebührenkalkulation.

Das Angebot der Grabstätten, die nur wenig oder gar keine Pflege durch die Angehörigen bedürfen, solle erweitert werden, war man sich einig. Hier biete es sich an, vorhandene Freiflächen auf den Friedhöfen zu nutzen.

Deshalb beauftragte der Gemeinderat mit knapper Mehrheit von 14 zu zwölf Stimmen ein Ingenieurbüro damit, Gestaltungsvorschläge für zusätzliche Bestattungsplätze erarbeiten zu lassen. Die Gegner quer durch sämtliche Fraktionen störten sich dabei vor allem an der Tatsache, dass allein für diese Planungen Kosten von schätzungsweise 10.000 Euro anfallen.

Damit werde es noch schwerer, eine Kostendeckung im Friedhofsbereich zu erreichen.