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Polizei würdigt Grafschafter Initiative: Viel Lob für die Bürgerstreifen

Polizei würdigt Grafschafter Initiative : Viel Lob für die Bürgerstreifen

Im Ringener Bürgerhaus berichtete die Polizei, insbesondere mit Blick auf die Einbruchsproblematik in der dunklen Jahreszeit, über ihre Arbeit.

Die Polizei begrüßt die Arbeit der Bürgerstreifen in der Grafschaft. „Das ist gelebte Verantwortung. Diese Initiativen bringen uns weiter“, schwärmte der Leiter der Bad Neuenahr-Ahrweiler Polizeiinspektion, Gerhard Engel. „Wir alleine werden das Problem der Wohnungseinbrüche nicht lösen“, ergänzte sein Vertreter, Kripo-Kommissar Wilfried Manheller. Er sei ein „vehementer Verfechter der Bürgerpatrouillen“. 2014 habe es 43 Einbrüche in der Grafschaft gegeben, 2015 waren es 56, im laufenden Jahr bislang lediglich 15. Allerdings: Die „dunkle Jahreszeit“, erfahrungsgemäß bevorzugte Monate der Einbrecherbranche, hat gerade erst begonnen.

Die Polizeibeamten der Kreisstadt-Wache hatten ins Ringener Bürgerhaus zum Bürgergespräch geladen. Die Sorgen, Ängste und Nöte der Menschen wolle man in Erfahrung bringen, so Engel – und man wolle Tipps zur Einbruchsprävention geben. Schließlich haben dunkle Gestalten nun Saisonstart.

Unmittelbar an Autobahnen gelegene Orte wie die Grafschaft gelten bekanntlich als bevorzugte Ziele der in der Regel gut organisierten Einbruchstrupps. Ohne die Mithilfe von Bürgern könne die Polizei der Lage kaum Herr werden, meinte Inspektionsleiter Engel: „Wir sind bei der Aufklärung von solchen Straftaten dringend auf Sie angewiesen.“

Gerade mal bei 16 Prozent liegt die Aufklärungsquote. Bedeutet: 84 Prozent der Einbrüche verlaufen aus Täter-Sicht erfolgreich. Was durchaus auch an der Personalstärke der Polizei liegen dürfte: Nachts oder an Wochenenden ist die Ahrweiler Wache mit vier Beamten – von denen einer am Funk sitzen muss – und einem Streifenwagen besetzt. Dies bei einem zu betreuenden Gebiet, das von Mayschoss bis Ramersbach, von Lohrsdorf bis Gelsdorf reicht. Auch wenn im Notfall Verstärkung von anderen Inspektionen herbeigeordert werden kann, ist die Personaldecke äußerst dürftig, um Unfälle aufzunehmen, Verkehrskontrollen durchzuführen, Schlägereien auf Weinfesten zu schlichten, Familienfehden beizulegen oder Einbrecher zu jagen.

„Wir haben sehr wenig Personal“, meinte dann auch Gerhard Engel. Umso wichtiger sei da die Zusammenarbeit mit den Bürgerinitiativen. Seit einigen Jahren gibt es in der Grafschaft diese „Streifen“, die durch die Gassen patrouillieren und nach dem Rechten sehen. Verdächtiges wird der Polizei gemeldet, die dann bei Bedarf ausrücken kann – wenn denn der Streifenwagen nicht gerade in Ramersbach ist. 80 Prozent der Wohnungseinbrüche würden „über den rückwärtigen Bereich“ eines Hauses begangen, lediglich in acht Prozent der Fälle mache sich der Einbrecher an der Haustüre zu schaffen, berichteten die Beamten. Umso wichtiger sei es, alle abseits der Straße gelegenen Fenster, Terrassen- und Kellertüren zu sichern, so die Polizei, die ansonsten auf die vielen Präventionsschriften und Broschüren verwies, die dazu dienen, ungebetenen Gästen das Leben möglichst schwer zu machen.