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Einkaufszentrum für Gelsdorf: Grafschafter Rat gibt grünes Licht für Projekt

Einkaufszentrum für Gelsdorf : Grafschafter Rat gibt grünes Licht für Projekt

In Gelsdorf soll ein insgesamt 16.000 Quadratmeter großes Einkaufszentrum mit sieben Einzelhandelsbetrieben entstehen. Zwischen Ortsausgang und dem Pendlerparkplatz an der Autobahnauffahrt soll schon bald ein Netto-Markendiscounter mit 800 Quadratmetern Verkaufsfläche - das ist etwa halb so viel wie der Rewe-Markt in Ringen - und einem integrierten Backshop der Kundenbringer sein.

Darüber hinaus soll ein Getränke-Drive-In, ein 530 Quadratmeter großes Fastfood-Restaurant sowie vier kleinere Läden mit jeweils 150 Quadratmetern Nutzfläche, beispielsweise für eine Reinigung, einen Obststand, eine Boutique oder einen Schuhladen, entstehen.

Die notwendige Änderung des Flächennutzungsplanes für das Nahversorgungszentrum hat der Gemeinderat bei zwei Gegenstimmen der Grünen auf den Weg gebracht. Zugleich wurde der Beschluss zur Aufstellung eines Bebauungsplans gefasst. Thomas Schaaf (CDU) sah damit den negativen Trend in der Nahversorgung endgültig gebrochen.

Die Tante-Emma-Läden, die es früher noch in den meisten Dörfern gegeben habe, seien mittlerweile alle verschwunden, und sie kämen aller Voraussicht nach auch nicht mehr zurück. "Das neue Einkaufszentrum ist ein weiterer Schritt, der Abwanderung der Kaufkraft entgegenzuwirken", sagte er. Das künftige zweite Zentrum der Grafschaft besteche durch seine verkehrsgünstige Lage und stehe symbolisch für die Entwicklung der ganzen Gemeinde.

Dies, zumal auch die Geschäftsführer des Ringener REWE-Marktes, des künftigen Netto-Einkaufszentrums und der Gutachter, der das Grafschafter Einzelhandelskonzept erstellt hatte, keine Konkurrenz zwischen den beiden Grafschafter Einkaufszentren sähen, wie Bürgermeister Achim Juchem betonte.

Richard Horn (FWG) blieb dennoch skeptisch, ob die neue Ansiedlung nicht doch negative Auswirkungen auf den erst vor wenigen Monaten eröffneten Rewe-Markt in Ringen habe. Hubert Münch (SPD) zeigte sich "froh über diese Entscheidung", denn es sei wichtig, dort ein Nahversorgungszentrum für die obere Grafschaft einzurichten.

Mathias Heeb (Grüne) lehnte hingegen die Änderung des Flächennutzungsplanes wegen der "Konkurrenz zu Ringen" ab. Darüber hinaus kritisierte er auch den Flächenverbrauch für dieses Projekt, zumal in den kommenden Jahren ohnehin fast 100 Hektar Ackerland versiegelt und damit der landwirtschaftlichen Nutzung entzogen würden.

Einstimmig hingegen beschloss der Rat den Bebauungsplan für eine Erweiterung des bereits im Industriegebiet Gelsdorf ansässigen Unternehmens Söndgen Keramik. Der Hersteller von Blumentöpfen möchte eine zweite Produktionsstraße und Logistikhallen auf dem direkt angrenzenden Gelände errichten, das nur durch einen Wirtschaftsweg vom Hauptsitz getrennt ist. Das Areal zieht sich von der Bundesstraße 257 bis etwa zur Rückfront der Bauunternehmung Lanzerath.

Die Neuausweisung diene der langfristigen Sicherung der Keramikproduktion der Firma Söndgen am Standort Gelsdorf, erläuterte Bürgermeister Achim Juchem. Das etwa sieben Hektar große Grundstück, das bislang einer Baumschule gehört, soll sukzessive bebaut und genutzt werden. Sämtliche Kosten, die mit der Ausweisung des Areals als Industriegebiet anfallen, werden von dem Unternehmen getragen, dazu verpflichtet es sich in einem städtebaulichen Vertrag. Erschlossen werden soll das Gelände über die bereits vorhandene Albert-Einstein-Straße.

"Wir freuen uns, dass dort die Geschäfte so gut laufen, dass eine umfangreiche Erweiterung notwendig ist und unterstützen das Unternehmen in seiner Entwicklung", so Juchem. Erstmals werden allerdings die notwendigen Ausgleichsmaßnahmen nicht innerhalb der Gemeinde Grafschaft platziert. Vielmehr fließt das Geld in die geplante Sanierung der Weinbergsmauern bei Walporzheim. Das sei mit allen Behörden so abgesprochen.