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Wehren nach der Flut: Grafschafter Wehren brauchen neue Unterkünfte

Wehren nach der Flut : Grafschafter Wehren brauchen neue Unterkünfte

Die Grafschafter Wehren brauchten - schon vor der Flut - mehr Platz, doch die Pläne für Neubauten ziehen sich zeitlich. Der Rat hat nun ein neues Organisations- und Einsatzkonzept verabschiedet, das Abhilfe bringen soll. Auch wurde der Kauf neues Equipments vereinbart.

In der Gemeinde Grafschaft haben Wehrleiter Achim Klein und der Vorsitzende des Ortsvereins des Deutschen Roten Kreuzes (DRK), Jürgen Peckart, die Organisations- und Einsatzkonzepte für die kommenden Jahre vorgelegt. Der Rat verabschiedete diese nicht nur, er packte sogar noch ein paar Anschaffungen obendrauf. Allerdings enthält das Feuerwehrkonzept im wahrsten Sinne des Wortes auch noch ein paar offene Baustellen, denn das Konzept sieht zwar bis 2025 Anschaffungen im Wert von 718 000 Euro vor, darin enthalten sind aber keine baulichen Maßnahmen. Dabei steht es derweil um einige Spritzenhäuser in der Grafschaft nicht sonderlich gut, wie das Konzept aufzeigt. In Bengen fehlen zwei Stellplätze. Hier steht eine Kombination von Feuerwehr und Dorfgemeinschaftshaus in einem Neubau im Raum, und das schon seit Jahren. In Eckendorf steht ebenfalls ein Feuerwehrauto unter freiem Himmel, hier herrscht die gleiche Idee vor wie in Bengen, aber schon ein paar Jahre länger. Es scheiterte bisher an Grundstücksfragen. In Eckendorf schlägt die Wehrleitung mittlerweile einen Neubau unabhängig von einem Dorfgemeinschaftshaus vor.

Feuerwehrfahrzeuge stehen teilweise unter freiem Himmel

In Oeverich ist es viel zu eng, dort gibt es aktuell eine Containerlösung neben dem Spritzenhaus, das einer besseren Garage ähnelt. In Birresdorf wartet die Wehr auf eine zusätzliche Garage, in Karweiler könnte das Spritzenhaus beim möglichen Neubau eines Dorfgemeinschaftshauses an der bisherigen Stelle stören und in Ringen wartet die Wehr auf den Umzug des benachbarten DRK in den Innovationspark Rheinland, aber auch hier tut sich beim Neubau einer entsprechenden Halle nicht viel. Ganz fatal gestaltet sich die Situation in Eckendorf. Vom neuen Feuerwehrgerätehaus mit zentralem Übungszentrum am Ortsrand gibt es bislang nicht mehr, als Planungszeichnungen. Derweil musste die Wehr ihr Spritzenhaus vor Jahren schon verlassen, Fahrzeug und Equipment sind mitten im Ort in einer privaten Scheune untergebracht.

In den Plänen sind die neuen Standorte teilweise im Hochwasser gefährdeten Bereich vorgesehen

Nicht nur deswegen enthielten sich die Grünen bei der Verabschiedung des Feuerwehrkonzepts. Ihrer Meinung stehen auch Spritzenhäuser, wie das in Nierendorf, in Hochwasser gefährdeten Bereichen, äußerte Sabrina von Boguszewski Bedenken. Auch Wolfgang Reuß (FDP) sieht eine solche Gefährdung für einige Objekte. Richard Horn (CDU) sprach davon, dass seine Partei es begrüßen würde, käme man im kommenden Jahr wenigstens mit den baulichen Planungen voran. Er hinterfragte auch Warnkonzept und Sirenenstandorte. Dies sei in der Bearbeitung, so Bürgermeister Achim Juchem. Hubert Münch (SPD) begrüßte es, dass die Wehr ein Vorankommen für den Standort Esch fordert und wurde von Ortsvorsteher Wilhelm Dreyer (FWG), der ebenfalls konkrete Schritte für die Unterbringung der Wehr forderte, unterstützt.

Das Feuerwehrkonzept sieht für feuerwehrtechnische Beschaffungen bis 2025 Kosten von 718 000 Euro vor. Dazu genehmigte der Rat die Anschaffung eines größeren Mehrzweckfahrzeugs (MZF3) sowie eines All Terrain Vehicle (ATV), wie es sich bei der Flut im Ahrtal als wichtig erwies. Überhaupt flossen die Erfahrungen aus der Katastrophe in die Planungen von Wehr und DRK mit ein. Beim Roten Kreuz, das in der Grafschaft ähnlich wie die Wehr unterstützt wird, haben gleich drei Fahrzeuge die Einsätze im Ahrtal nicht überstanden, sie wurden zwischenzeitlich durch Leasingfahrzeuge und einen Gebrauchtwagenkauf ersetzt. Bei den Rotkreuzlern soll es als Lehre aus der Flut künftig eine gemeinsame Bevorratung von Sanitäts- und Betreuungsausstattung geben. Zudem will man den Einsatz von Drohnen forcieren. Der Rat beschloss über das Konzept hinaus einstimmig die Bezuschussung eines neuen Lastkraftwagens mit 40 000 Euro und die Übernahme der Kosten für die Umrüstung der Fahrzeuge zu Einsatzfahrzeugen, was in Summe 45 000 Euro kostet.