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Maskenpflicht in Rheinland-Pfalz: Großer Ansturm auf die Masken an der Ahr

Maskenpflicht in Rheinland-Pfalz : Großer Ansturm auf die Masken an der Ahr

In den Apotheken an Rhein und Ahr sind Mund- und Nasenmasken der Renner. Viele Bürger nähen sich auch selbst einen solchen Schutz in Vorbereitung auf die kommende Maskenpflicht.

Ab Montag müssen Mund und Nase beim Einkauf oder der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln bedeckt sein. Der Beschluss der rheinland-pfälzischen Landesregierung vom Mittwoch löste zumindest an Rhein und Ahr nicht erst am Tag danach Ansturm auf Masken aller Art aus. Auch in den Tagen zuvor waren die Schutzmasken bereits die Renner.

„Das hat sich am Donnerstag aber noch einmal verstärkt“, stellte Heike Wernecke in der Delphin-Apotheke im Mittelzentrum der Kreis­stadt fest. „Neun von zehn Kunden kommen, um Masken zu kaufen“, so die Apothekerin, die aktuell sowohl Molton-Masken als auch FFP-2-Masken anbietet. Letztere sind eigentlich für den einmaligen Gebrauch gedacht, dennoch muss der Kunde mittlerweile 7,95 Euro auf den Tresen legen. Für eine Maske. Wie lange der Vorrat reicht und wann neue Masken kommen, weiß die Apothekerin nicht. „Man muss nehmen, was man kriegen kann. Was wir morgens nicht bestellen, ist mittags nicht mehr da“, so die Wahrnehmung.

Auch in der Sankt Hubertus-Apotheke an der Remagener Marktstraße wollen die Menschen nur eines: Masken. Michael Peters konnte erst in der vergangenen Woche eine große Lieferung in Empfang nehmen, nach der Bewerbung über die sozialen Medien setzte ein wahrer „Run“ auf die Masken ein. „In den vergangenen drei bis vier Tagen dürften es rund 3000 verkaufte Masken gewesen sein. FFP-2-Masken gibt es ab 8,50 Euro pro Stück. Daneben bietet der Apotheker noch OP-Masken und Alltagsmasken an, letztere fertigt eine Schneiderei in Bornheim für ihn.

Eine lange Schlange hat sich vor einem Nähzubehörgeschäft gebildet. Die Leute kaufen Material für die selbstgenähte Mund- und Nasenmaske. Foto: Martin Gausmann

Spenden an das Rathaus

Wer eine Nähmaschine hat und bedienen kann, macht sich in diesen Tagen seinen Gesichtsschutz gerne selbst. An Brenners Nähzentrum in der Bad Neuenahrer Jesuitenstraße bildeten sich am Donnerstag lange Schlangen, Stoffe und Gummi zur Herstellung der Masken waren gefragt wie noch nie.

Die Verbandsgemeinde Alten­ahr appellierte am Donnerstag an die Bevölkerung, überschüssige, selbstgenähte Masken im Rathaus zur weiteren Verteilung abzugeben. „Erste Spenden von Alltagsmasken aus Stoff laufen bereits im Rathaus ein“, berichtete Bürgermeisterin Cornelia Weigand. „Ich hoffe, dass diese Aktion viele Nachahmer findet und so möglichst jeder in der Verbandsgemeinde mit einer Maske versorgt werden kann.“

Die gespendeten Masken werden, unter anderem im Rahmen der Aktion „ProBüro hilft“, an Personen verteilt, die nicht selbst nähen können und nicht aus der Nachbarschaft versorgt werden. „Dabei wird darauf geachtet, dass die Masken nur für den eigenen Bedarf, zwei Stück pro Person, ausgegeben werden“, erklärte die Bürgermeisterin der Verbandsgemeinde und dankte allen ehrenamtlichen Helfern.

In der Gemeinde Grafschaft, wo die Verwaltung jedem Einwohner eine Maske zukommen lassen will, mussten nun gar Wartelisten angelegt werden. Dort sind aktuell nämlich keine Masken mehr vorrätig. „Sobald wir wieder über Masken verfügen, werden diese von uns umgehend an die Grafschafter Bürger verteilt“, so die Aussage aus dem Rathaus.

Das Land meldet indes, dass es seit den Lockerungen der Corona-Verordnung landesweit keine gravierenden Verstöße gegeben habe. Die Zahl der Ordnungswidrigkeiten bewege sich auf einem niedrigen Niveau.