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Hochwasserschutzkonzept: Grafschaft baut Schutzdämme

Nach Starkregen 2016 : Grafschaft baut Schutzdämme zum Hochwasserschutz

Das Hochwasserschutzkonzept wird nach dem verheerenden Starkregen 2016 weiter umgesetzt. Mit einem Millionenaufwand werden seither Rückhaltebecken und Dämme gebaut sowie Bäche renaturiert.

Spätestens seit den Verwüstungen durch den Starkregen im Jahr 2016 wird der Hochwasserschutz in der Grafschaft sehr ernst genommen. Mit einem Millionenaufwand werden seither Rückhaltebecken, Dämme und weitere Bauvorhaben umgesetzt, die Überschwemmungen verhindern sollen.

In den Gremien beschäftigt man sich derzeit insbesondere mit dem kleinen Leimersdorfer Bach, der 2016 zu einem wilden Gewässer geworden war, das eine Brücke und gar ein Haus mitriss. Die Bachrenaturierung zwischen Niederich und Leimersdorf steht daher auf der Agenda wie auch die Errichtung eines weiteren Hochwasserrückhaltebeckens zwischen Birresdorf und Leimersdorf. Bauamtsleiter Moog hofft, dass im nächsten Jahr die dortige Behelfsbrücke einem neuen Bauwerk weichen kann.

Bei den Plänen, wie eine zukünftige Straßenführung aussehen kann, liegen zwei Varianten zur weiteren Abstimmung beim Landesbetrieb Mobilität vor. Der Birresdorfer Ortsvorsteher und CDU-Fraktionsvorsitzende Klaus Huse zeigte sich von einer geplanten Kreisverkehrslösung vor der Ortseinfahrt Birresdorf besonders angetan: „Damit kann die Kirchstraße direkt erreicht werden, was ohne Kreisel nicht möglich wäre.“ Berücksichtigung bei der Straßenführung in Richtung Leimersdorf findet auch ein seit Jahrzehnten geforderter Fuß- und Radweg, der das Risiko für Radler und Fußgänger deutlich minimiert.

Kommt es zum Plangenehmigungsverfahren, zieht dies weitere Effekte mit sich. Dann nämlich könnten aus der ebenfalls in den Startlöchern stehenden Auenrenaturierung in Niedernierendorf freiwerdende Erdmassen zur Errichtung des Hochwasserdammes an der L 79 genutzt werden, was kurze Transportwege und die Vermeidung hoher Entsorgungskosten bedeutet.

Anerkannt wurden vom Grafschafter Rat die Planungen zur Bachrenaturierung des Leimersdorfer Bachs zwischen Niederich und dem Leimersdorfer Bartholomäusweg. Dort waren infolge des Starkregens starke Böschungsausbrüche bis an den oberhalb verlaufenden Wirtschaftsweg aufgetreten, die sich stetig vergrößerten. Es war sogar zu befürchten, dass ein im Wirtschaftsweg verlaufender Transportsammler so stark in Mitleidenschaft gezogen wird, dass dieser brechen und in den Bachlauf abrutschen kann.

Die nun geplante Anhebung der Bachsohle soll mit Wasserbausteinen und Verfüllung der Zwischenräume mit Schotter- und Tonmaterial erfolgen.

Ziel ist die Verbreiterung des Gewässerabschnittes durch Abflachen der Ufer und Gewässernahbereiche, was zur Schaffung einer naturnahen Gewässerentwicklung führt. Zudem soll eine natürliche Gewässersohle hergestellt werden. Die rund 460 000 Euro teure Maßnahme soll im September dieses Jahres beginnen und rund acht Monate dauern.

„Gerade die Anlieferung des Schüttmaterials wird zu einer erhöhten Konzentration von Lastwagen führen, was nicht ohne gänzliche Belastung für die Einwohner gehen wird“, erklärte der Grafschafter Bauamtsleiter Friedhelm Moog.