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Hochwasserschutzkonzept: Im Kampf gegen Hochwasser

Hochwasserschutzkonzept : Im Kampf gegen Hochwasser

Juni 2013: Blitze und Donner, Sturm, Starkregen und Hagel krachten und fegten gut 40 Minuten lang mit voller Wucht über das Ahrtal und die Gemeinde Grafschaft.

In Nierendorf trat der Bach mit Brachialgewalt aus seinem Bett und suchte sich seinen Weg über Straßen, Bürgersteige und Vorgärten in Häuser und deren Keller. Tage und Wochen brauchten die Nierendorfer, um die dabei entstandenen Schäden von damals geschätzten 1,5 Millionen Euro zu beseitigen. Neben den Gebäudeschäden war seinerzeit Hausrat im Wert von 500 000 Euro in Mitleidenschaft gezogen worden. Das soll sich tunlichst nicht wiederholen. Gestern Abend beschloss der Grafschafter Gemeinderat ein Hochwasserschutzkonzept. An den Kosten - so die Hoffnung - soll sich das Land mit bis zu 90 Prozent beteiligen.

Seit den vergangenen Starkregenvorkommnissen hat die Gemeinde Grafschaft bereits eine Menge an Präventionsarbeit geleistet. Der SPD ist dies jedoch nicht genug. Sie stellte gestern Abend den Antrag, ein Konzept auf den Weg zu bringen, das weitergehende Schutzmaßnahmen aufzeigen soll. Hierbei will man sich des Know hows des "Informations- und Beratungszentrums Hochwasservorsorge des Landes Rheinland-Pfalz" bedienen. Auch will man die fachliche Hilfe eines Ingenieurbüros in Anspruch nehmen.

Untätig war die Gemeinde auf dem Gebiet des Hochwasserschutzes in den vergangenen Jahren allerdings nicht. So hatte man mit einem Millionenaufwand Regenrückhaltebecken in Bengen und (gemeinsam mit der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler) in Gimmigen gebaut. Derzeit arbeitet man unter Hochdruck auch in Nierendorf an einem solchen Auffangbecken. Kosten: 2,2 Millionen Euro. Bis zum nächsten Frühjahr soll das Werk vollbracht sein und will man einen in die Landschaft eingepassten Damm neben dem Becken fertiggestellt haben. Auch im Innovationspark nahe der Haribo-Bebauung soll ein Regenrückhaltebecken ins Erdreich gebracht werden.

"Die Starkregenereignisse der vergangenen Jahre sind nach Aussagen der Fachleute keine Ausnahme. In den nächsten Jahrzehnten zeichnet sich eine weitere Zunahme derartiger Unwetterereignisse ab", so SPD-Fraktionsvorsitzender Hubert Münch. Ein erhöhtes Gefährdungspotenzial ergebe sich durch neue versiegelte Flächen, etwa durch den Haribo-Bau oder durch ein etwaiges FOC. Das Konzept soll aber nicht nur Präventionsmaßnahmen im öffentlichen Bereich durchleuchten, sondern auch privaten Haushalten Hilfe bieten. Vorsorgevorschläge für Häuslebauer oder auch Gewerbetreibende und Landwirte werden ebenso erwartet.