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Motorradfahrten rund um den Nürburgring: Initiative soll zu Lärmsenkung und Sicherheit beitragen

Motorradfahrten rund um den Nürburgring : Initiative soll zu Lärmsenkung und Sicherheit beitragen

Das Thema ist bekannt: Die Fans des Motorradsports gehören zur Region rund um den Nürburgring und bringen Geld und doch sind sie ein Ärgernis für viele Anwohner. Eine neue Initiative „Modellregion Nürburgring/Eifel“ soll zur Senkung von Lärm und zu einer Erhöhung der Verkehrssicherheit beitragen. Inhalt und Konzept des Projekts sind aber noch nicht ausgereift.

Längst haben sich Kommunen der Initiative „Silent Rider“ angeschlossen, die mit einer freundlichen Informations-, Image- und Aktionskampagne gegen unnötigen Motoradlärm vorgehen möchte und dabei an Biker appelliert, ihre Maschinen zu drosseln und deren Lärm zu mindern. Wirklich gebracht hat es bislang nichts. Nun soll die Ini­tiative „Modellregion Nürburgring/Eifel zur Senkung von Motorenlärm und zur Erhöhung von Verkehrssicherheit“ weiterhelfen. In den sozialen Medien löst das einige Reaktionen aus.

Im Netz finden sich Freunde und Feinde der Motorsportler

„Ich habe über 50 Jahre in Adenau gelebt und wohne jetzt in Hellenthal. Die Raser sind überall die gleiche Seuche. Die Fahrmanöver sind haarsträubend und die Anzahl der Kreuze am Wegesrand zeigen wohl auch, was falsch läuft“, schreibt eine Userin. Ein anderer fragt: „Wir brauchen definitiv keine Straßen-Rambos. Auf solche Touristen können wir gut verzichten.“  Weitere Anwohner schreiben: „Es wird hier viel zerstört, was die Eifel ausmacht.“ Und: „Die meisten überzeugt man nicht mit der Bitte um Einsicht. Es muss stattdessen viel mehr kontrolliert und aus dem Verkehr gezogen werden.“

Natürlich gibt es auch zahlreiche Meinungen, die deutlich werden lassen, dass doch eigentlich alles nicht so schlimm sei: „Das ist doch einfach lächerlich. Als ich hierherzog, war die Straße schon da. Das ist ja so, als ob ich ein Haus am Bahnhof kaufe und mich dann beschwere, dass es Zuglärm gibt“, schrieb jemand, der am Rursee lebt. Viele weisen auch darauf hin, dass die Eifelregion und insbesondere der Nürburgring doch von den Rennsportfans und den Bikern leben würde: „Wenn die lauten Autos und Motorräder nicht wären, wäre die Region nicht da, wo sie jetzt ist.“ Außerdem würden nur einige wenige Auspufftöpfe aufgebohrt und nur selten werde beispielsweise die Bundesstraße 257 mit einer Rennstrecke verwechselt. „Für mich sind die Geräusche rund um den Ring Musik in meinen Ohren“, meinte ein Freund kräftiger Motoren. „Gegen Besuch hat keiner was. Aber der muss sich auch zu benehmen wissen“, lautete da eine der vielen Entgegnungen.

Maßnahmen sollen wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit geprüft werden

Rund um die „Grüne Hölle“ müssten Menschen mit erhöhten Lärmemissionen durch Motorradfahrer oder auch hochmotorisierte Sportwagen leben, hieß es hierzu aus dem Kreistag in Ahrweiler. Gleichwohl will das Gremium die Initiative „Modellregion Nürburgring/Eifel zur Senkung von Motorenlärm und zur Erhöhung von Verkehrssicherheit“ des Bundesverbands der Motorradfahrer (BVDM) und der Ortsbürgermeister rund um den Nürburgring unterstützen. Die Kreisverwaltung soll daher unter Beteiligung der Verkehrsministerien in Bund und Land geeignete Projekt- und Finanzierungsstrukturen erörtern. Ziel der Initiative sei ein sozialverträgliches Miteinander von Anwohnern und Verkehrsteilnehmern, bei dem zugleich der Lärm verringert und die Verkehrssicherheit erhöht werde. Dazu sollen unterschiedlichste Maßnahmen wissenschaftlich auf ihre Wirksamkeit geprüft werden. Die besondere wirtschaftliche Bedeutung des Nürburgrings für die Region sowie des Rad- und Wandertourismus müssten dabei als wichtige Kriterien berücksichtigt werden. Ob der soziale Frieden mit dem von seinen Inhalten und Strategien her noch nicht bekannten Projekt wieder hergestellt werden kann, bleibt indes abzuwarten. Bis dahin gilt vermutlich weiterhin: Die Freiheit des einen endet dort, wo die des anderen anfängt.