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Jahreskonzert in der Ahrweiler Pfarrkirche

Jahreskonzert in der Ahrweiler Pfarrkirche : Mozart und Vivaldi in Sankt Laurentius

Chor der 750-jährigen Ahrweiler Pfarrkirche und Orchester werden mit Beifall belohnt. Stücke von Vivaldi und Mozart bringen die Besucher zum Staunen.

Unter der Leitung von Klaus-Dieter Holzberger hat sich der Chor der Sankt Laurentiuskirche Ahrweiler bei seinem Jahreskonzert gemeinsam mit Solosängern und Kammerorchester zwei großen Liturgie-Vertonungen gewidmet, dem „Gloria“ von Antonio Vivaldi und der „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart. Das Publikum in dem 750-jährigen Gotteshaus konnte sich über zahlreiche Details freuen und lauschte aufmerksam dem Strom der Musik aus Barock und Wiener Klassik.

Den festlichen Auftakt zu Vivaldis „Gloria“ RV 589 unterstrichen Trompeten-Klänge. Der Chor strahlte mit seiner Eröffnungspassage hervor und die Musik nahm jeden Zuhörer im Fluge ein. Die Männer erhoben ihr „In terra pax“ und die Frauen stimmten ein.

Von der Erde ging es musikalisch schnell in die Höhe und endlose Melodiestränge durchwebten das Gotteshaus.

Minutenlanger Beifall war Sängern und Musikern gewiss

Sopranistin Susan Kuhlen und Altistin Barbara Grohmann-Kraaz sangen ein verschlungenes Duett zu weicher Begleitung. Nach einem kurzen Auftakt hatte der Chor die flotte Fuge „Propter magnam“ zu bestreiten. Konnte sich das Publikum hinter geschlossenen Augen in den Stimmen verlieren, so steuerte der Chor treffsicher durch alle komplexen Notenverläufe. In der kurzen Pause zwischen den Sätzen hörte man einen Besucher seinem Nachbarn zuraunen: „Ist das nicht schön?“

Das „Domine Deus“ bestritt Kuhlen solo. Zum prominenten Klang der Klarinette umgarnte sie die Ohren mit einer kreisenden Melodie, zu der es sich prima entspannen ließ. Der Rhythmus des „Domine Fili“ riss zwar aus den Träumen heraus, verströmte aber eine ergreifend innige Freude. Einen Kontrast stellte dagegen das zweite „Domine Deus“ dar. Trocken begann es mit Cello und einem Alt-Solo. Im Chor-Part lag die Betonung auf den Sünden der Menschen. Dunkel fuhr die Musik fort, fand aber schnell wieder ihren hellen Ausdruck zurück. Mit einer Wiederaufnahme der Trompetenklänge vom Beginn und einem ausgedehnten „Amen“ schloss das Werk.

In einer Mischung aus wuchtigem Chor und lyrischem Sängerquartett baute sich Mozarts „Krönungsmesse“ KV 317 vor den Besuchern auf. Tenor Rudolf Reimer und Bass Volker Schrewe komplettierten den Solistenreigen. In feinem Pianissimo endete das „Kyrie“ wie ein Gesang aus dem Himmel. Mit tänzelndem Rhythmus plätscherte das „Gloria“ dahin. Doch auch Mozart ist die Erwähnung der Sünden im Mittelteil nicht entgangen.

Im opernhaften Duktus der Komposition setzte er dort tragische Akzente. Das „Credo“ erzählte musikalisch seine ganz eigene Geschichte, für die der Text scheinbar nur noch Vehikel ist. Plötzlich kehrte im „Et incarnatus est“ Ruhe ein, womit die Komposition wieder auf dem Boden bekannter Traditionen ankam. Ergreifend berichtete der Chor von der Kreuzigung, um sich nach der Auferstehung wieder an der Musik zu ergötzen. Dem wuchtigen „Sanctus“ stand ein liebliches „Benedictus“ gegenüber. Das „Agnus Dei“ startete mit einer großen Sopran-Arie, bevor es in einem großen Schlusstanz kulminierte. Minutenlanger Beifall war Sängern und Musikern gewiss.