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Kindergartenplätze in der Grafschaft

Sozialausschuss in Ringen : Kitas in der Grafschaft kommen an ihre Grenzen

In den Grafschafter Kindergärten und Schulen wird es eng. Die Einrichtungen stoßen langsam an ihre Kapazitätsgrenzen. Erweiterungsbauten sind geplant.

In der jüngsten Sitzung des Grafschafter Sozialschusses wurden aktuelle Belegungszahlen und Prognosen von Grundschulen und Kindergärten vorgestellt. Fest steht, dass die Einrichtungen an der Kapazitätsgrenze arbeiten, eine Entspannung ist zumindest in den kommenden Jahren nicht in Sicht.

Im Gegenteil: Der Bau des sechsten Kindergartens in Ringen hat noch nicht begonnen, ein Provisorium am dortigen Bürgerhaus wird ebenfalls frühestens im Mai 2020 seinen Betrieb aufnehmen. Dort können dann 30 Kindergartenkinder in zwei Gruppen Platz finden, bis dann Ende 2021 der neue Kindergarten an der Heppinger Straße in Ringen bezugsfertig sein soll.

Dann bietet die Grafschaft an sechs Standorten Platz für 500 Kindergartenkinder. Aktuell geht die Verwaltung zum kommenden Januar von einem Bedarf von 430 Kindergartenplätzen aus, vier Monate später sind es bereits 448. Danach wird das Angebot wohl nicht mehr reichen, wenn eine geplante achtprozentige Erhöhung der Kinderzahlen, beispielsweise durch Zuzug, zum Tragen kommen. „Dann steigen die Gesamt-Bedarfszahlen schon auf 513. Betroffen sind in erster Linie die Kindergärten in Gelsdorf, Lantershofen und Leimersdorf“, so Bürgermeister Achim Juchem.

Grundschulen in Gelsdorf, Leimersdorf und Ringen betroffen

„Eng“ wird es in den kommenden Jahren auch an den Grundschulen in Gelsdorf, Leimersdorf und Ringen. Die Klassenmesszahl ist hier auf 24 Kinder festgesetzt. Die Grundschule Gelsdorf wurde Ende der 80er Jahre nach dem Raumprogramm einer zweizügigen Grundschule mit acht Klassenräumen ausgebaut und in den darauffolgenden Jahren immer wieder entsprechend den Wünschen der Schulleitung verändert.

Derzeit stehen für die Schüler sieben Klassenräume, eine Bibliothek, ein Mehrzweckraum, ein PC-Raum sowie die Mensa zur Verfügung. Der Betreuenden Grundschule steht bereits kein fester Raum mehr zur Verfügung. Bei acht Klassen und Beibehaltung des jetzigen baulichen Zustandes müsste die Bibliothek aufgelöst und als Klassenraum genutzt werden. Die Schulleitung bevorzugt jedoch Nutzung des Mehrzweckraumes als weiteren Klassenraum, weil die Bibliothek stark frequentiert ist.

In Leimersdorf wurde die Schule 1995 zur zweizügigen Grundschule mit acht Klassenräumen erweitert. Darüber hinaus sind noch ein Mehrzweckraum und die Mensa im Foyer des benachbarten Dorfgemeinschaftshauses für die Schüler nutzbar. Seit drei Jahren gibt es auch in Leimersdorf eine Ganztagsschule in Angebotsform. Weil die Schülerzahlen steigen und der Betreuenden Grundschule kein eigener Raum mehr zur Verfügung stand, wurde die Schule jüngst um zwei Räume erweitert.

Die Ringener Schule war vor 18 Jahren zu einer dreizügigen Grundschule mit zwölf Klassenräumen ausgebaut worden. Von den elf Klassenräumen nutzt die Schulleitung derzeit acht als Unterrichtsräume, die anderen Räume wurden seit dem Schuljahr 2016/17 aufgrund von dort sinkenden Schülerzahlen als PC-Raum, Kunstraum und Fachraum für Religion und AGs genutzt.

Neue Klassenräume für Gelsdorf und Ringen nötig

Daneben stehen den Schülern noch Mehrzweckraum, Bibliothek, Ruheraum sowie die Mensa zur Verfügung. Durch den Betrieb der Ganztagsschule mit ihren verpflichtenden Lernzeiten hat die Betreuende Grundschule auch hier derzeit keinen festen Raum für ihre Arbeit. Bei einem weiteren Bedarf an Klassenräumen müssten Sonderräume wieder sukzessive als Unterrichtsräume genutzt werden. Dies könnte sich negativ auf den Ganztagsschulbetrieb auswirken.

Genau diesen Bedarf an zusätzlichen Räumen sieht die Schulplanung aber zumindest auf die Einrichtungen in Gelsdorf und Ringen zukommen. Tritt die in der Planung auftauchende achtprozentige Zunahme der Schülerzahlen ein, dann wird in Gelsdorf schon im kommenden Schuljahr ein acht, zwei Jahre später sogar ein neunter Klassenraum benötigt.

Im Ortsteil Ringen könnte im Schuljahr 2022/23 gar der Bedarf für einen neunten – und ein Jahr später – einen zehnten Klassenraum auftreten, so Grafschafts Bürgermeister Juchem. Der Gemeinde seien die Entwicklungen durchaus bewusst. Fraglich ist jedoch, wie schnell angedachte Schulneubauten in Ringen und Gelsdorf verwirklicht werden können.