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Trotz Corona-Lockerungen: Kino in Bad Neuenahr bleibt vorerst geschlossen

Trotz Corona-Lockerungen : Kino in Bad Neuenahr bleibt vorerst geschlossen

Das Bad Neuenahrer Kino bleibt bis auf Weiteres geschlossen. Betreiber Jurij Stroeve, der gerade erst mit hohen Kosten seine Vorführsäle renoviert und mit neuem Mobiliar ausgestattet hatte, kritisiert die Auflagen des Landes Rheinland-Pfalz.

Seit dem 27. Mai dürfen Kinobetreiber ihre Lichtspielhäuser wieder fürs Publikum öffnen. Die Auflagen aufgrund der Corona-Krise sind streng. Sie führen dazu, dass viele Unternehmer ihre Häuser erst gar nicht aufmachen wollen. So auch in Bad Neuenahr. Betreiber Jurij Stroeve fühltTrotz sich „wie im falschen Film“ und macht seinem Unmut auf der Homepage des Rhein-Ahr-Kinos Luft.

Der Kinobetreiber, der gerade erst mit hohen Kosten seine Vorführsäle renoviert und mit neuem Mobiliar ausgestattet hat (der GA berichtete), kritisiert vor allem die Maskenpflicht und das damit verbundene Verbot des Verzehrs von Speisen und Getränken.

„Da hier geradezu absurde Maßnahmen am Platz gefordert sind, ist eine Wiedereröffnung bis zur Beendigung der Maßnahmen gänzlich ausgeschlossen“, schimpft Stroeve. Denn er und seine Kollegen verdienen ihr Geld längst nicht mehr durch die vom Kunden erworbenen Kinokarten. Zu teuer seien die Kosten für Filmmieten und Vorführ-Genehmigungen. Man lebe von den Einkünften des Nebengeschäfts, wie Stroeve klar macht: „Wir leben als Filmtheater nicht vom offensichtlichen Produkt, dem Ticketverkauf, sondern von Verkauf von Speisen und Getränken.

Kino-Ticket müsste ohne Nebengeschäfte 20 Euro kosten

Diese Geschäftsgrundlage wird uns genommen. Eine Öffnung ist sinnlos, weil wir so Ticketpreise von 20 Euro aufwärts ansetzen müssten, um ansatzweise kostendeckend arbeiten zu können.“

Dass man alle Maßnahmen und Hygienevorschriften zur Vorbeugung von Corona-Infektionen vollumfänglich unterstütze, macht Strove dennoch klar. Er kritisiert aber, dass „bestimmte Branchen klar bevorzugt und andere, weniger systemrelevante deutlich abgestraft werden.“ Die Existenz der Kinobetreiber werde so leichtfertig aufs Spiel gesetzt. Dass den Ausarbeitungen der Kinoverbände zu einem risikoarmen Kinogeschäft offenbar keinerlei Beachtung geschenkt worden sei, ist ein weiterer Kritikpunkt Stroeves.

Der Neuenahrer steht mit seinen Aussagen nicht alleine da. Die Maskenpflicht sorgt landesweit für Unverständnis. „Die Regelungen zur Maskenpflicht im Kinosaal in Rheinland-Pfalz machen einen Kinobetrieb nur schwer möglich“, sagt etwa Christine Berg, die Vorstandsvorsitzende des Hauptverbands Deutscher Filmtheater (HDF). Sie gab zu bedenken, dass im Kino relativ wenig miteinander interagiert werde.

Die Kinobetreiber wollen die Maskenpflicht nicht einfach so hinnehmen. Man sei hierzu mit den zuständigen Behörden bereits im Gespräch, heißt es. Noch aber bleibt die Landesregierung bei ihren Vorschriften und verweist auf ein erhöhtes Infektionsrisiko in geschlossenen Räumen.