Kirmes der Schützen in Lantershofen Kirmesbesucher bekunden Solidarität mit Ahrweiler

Lantershofen · Dank penibler Einhaltung der Corona-Regeln haben die Lantershofener ihr Fest fast wie vor der Pandemie feiern können. Höhepunkt der Festtage mit Umzügen, Paraden und Konzerten war der Festkommers mit Junggesellen, Bürgervereinsmitgliedern und Ehrengästen am Montagmorgen im Winzerverein.

 Kirmes Parade: König Felix Wistuba (l.) und Hauptmann Marco Böhm schreiten die Front ab.

Kirmes Parade: König Felix Wistuba (l.) und Hauptmann Marco Böhm schreiten die Front ab.

Foto: Martin Gausmann

Das hatten die Lantershofener lange nicht erlebt: ein Fest im Ort ohne Abstände und ohne Masken, wohl aber mit einer peniblen Einhaltung der Corona-Regeln. Ganz oben: „2G+“ und die neue rheinland-pfälzische Corona-Bekämpfungsverordnung. Die wussten die Lantershofener Junggesellen-Schützen als Gastgeber der St. Lambertus-Kirmes so zu nutzen, dass das für viele Bewohner wichtigste Fest im Jahreskalender „fast wie früher“ gefeiert werden konnte.

Höhepunkt der Festtage mit Umzügen, Paraden und Konzerten war der Festkommers mit Junggesellen, Bürgervereinsmitgliedern und Ehrengästen am Montagmorgen im Winzerverein: allesamt Männer mit Ausnahme der „Brötchesmädche“. Die Frauen haben schon vor Jahren gekontert und trafen sich dieses Mal zum Frühstück auf Burg Lantershofen. Derweil wurden im Winzerverein die Reden gehalten. In erster Linie ging es um Traditionen, Corona und die Flut im Ahrtal, wo die im Geist mit den Lantershofenern verbundenen Schützen aus Ahrweiler viel Zuspruch erfuhren und nicht mit Dankesworten sparten.

Lantershofen hat Ahrweiler nach der Flut die Hand gereicht

Marco Böhm, Vorsitzender und Hauptmann der Gastgeber, sieht das Dorf in Corona-Zeiten enger zusammenrücken. Jetzt gelte es, die veränderten Kirmesfeiern im Ort zu bewerten, aber auch die Jugend im Ort für die Schützengesellschaft zu gewinnen. Viel wichtiger aber in diesen Tagen: Lantershofen hat Ahrweiler nach der Flut die Hand gereicht. Das wussten die Gäste aus der Kreisstadt auch wohl zu würdigen und freuten sich über ein Stück Normalität im Alltag, den sie bei der Kirmes erleben durften, so der Erste Kreisbeigeordnete Horst Gies. „Lantershofen setzt ein Zeichen“, sagte er.

Dechant Jörg Meyrer dankte für die Freude, zur Kirmes noch einmal in einem Gotteshaus lauthals singen und danach im Festzug mitmarschieren zu können. Lantershofen war auch für ihn zum Zufluchtsort geworden, aber nicht nur das: „Die Grafschaft hat für das Ahrtal alle Türen aufgemacht und zeigte sich so überaus hilfreich“, so Meyrer. Der Hauptmann der Ahrweiler Junggesellen-Schützen, Raphael Mausberg, war ebenfalls erfreut, dass man sich abseits des Chaos im Alltag wie zu Hause fühlen durfte, und Bürgerschützen-Hauptmann Jürgen Knieps nahm überwältigt eine Spende des Infanterie-Zuges der Gastgeber über 2000 Euro als Flut-Unterstützung für die Ahrweiler Aloisisius-Schützenjugend entgegen. „Die jüngsten Schützen haben alles verloren und einen Schaden von 40.000 Euro erlitten“, berichtete Knieps.

„Es wäre ein Unding, die Kirmes nicht zu feiern.“

Der Grafschafter Bürgermeister Achim Juchem erzählte derweil von Unverständnis in anderen Ortsteilen der Gemeinde über die Feier in Lantershofen. Es sei ein Unding, in diesen Zeiten zu feiern, habe ihn eine ältere Dame wissen lassen. Juchems Fazit: „Es wäre ein Unding, die Kirmes nicht zu feiern.“ Damit sprach er den Lantershofenern, von denen mehr als 100 in den Winzerverein kamen und viele den Kommers in Gruppen im Livestream verfolgten, aus der Seele. Darum galt den Junggesellen-Schützen auch der Dank von Ortsvorsteher Leo Mattuscheck für ihre Hartnäckigkeit gegenüber dem Land beim Erringen der Genehmigung.

Ganz besonders dürfte das Schützenkönig Felix Wistuba bei „seiner“ Kirmes gefreut haben. Ihm galt ebenso eine Ehrung wie Goldjubilar Heinz Schütz und Silberjubilar Markus Gansewig sowie Marco Schmidt (König vor zehn Jahren), Jörg Bender (20) und Helmut Kappen (40).

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