"Arbeitgebermarke Kreis Ahrweiler" Landrat lud zu Informationsveranstaltung ein

KREIS AHRWEILER · Fachkräfte finden und sie binden: Für zahlreiche Unternehmen auch im Kreis Ahrweiler wird dies zu den großen Herausforderungen der Zukunft gehören.

 Astrid Braun-Höller (Mitte) und Marc Ulrich (rechts) mit Wirtschaftsförderer Tino Hackenbruch.

Astrid Braun-Höller (Mitte) und Marc Ulrich (rechts) mit Wirtschaftsförderer Tino Hackenbruch.

Foto: Gausmann

Landrat Jürgen Pföhler hatte daher Betriebsinhaber ins Kreishaus eingeladen, um der Frage nachzugehen, wie einem drohenden Fachkräftemangel begegnet werden kann. Mit der Marketingagentur Marc Ulrich und der Managementtrainerin Astrid Braun-Höller soll nun die "Arbeitgebermarke Kreis Ahrweiler" entwickelt werden. Das Ziel: Die Unternehmen sollen sich gemeinsam als attraktive Arbeitgeber in der Region präsentieren.

Zwar steht der Wirtschaftsstandort Kreis Ahrweiler dank eines gesunden Branchenmix aus Handwerk, Dienstleistungen, Industrie, Handel und Tourismus und geringer Arbeitslosenzahlen blendend da, doch ziehen angesichts der demografischen Entwicklung düstere Wolken am Horizont auf.

"Allein unsere Bevölkerungsstruktur und die zu erwartende Entwicklung in den nächsten Jahren sollten die Alarmglocken läuten lassen", sagte Pföhler. Immerhin werden im Jahre 2030 rund 10.000 Menschen weniger im Landkreis leben als derzeit. Sinkende Schülerzahlen, sinkende Anzahl geeigneter Bewerber: Gerade kleinere Betriebe werden es schwer haben, Nachwuchskräfte zu rekrutieren.

"Die Entwicklung macht deutlich, dass Betriebe, die derzeit noch gute Bewerber für Ausbildungsplätze finden und auch den Bedarf an Mitarbeitern mit qualifiziertem Personal abdecken können, in Zukunft vor neue, bislang nicht gekannte Probleme gestellt werden", sagte Pföhler.

Dem drohenden Fachkräftemangel müsse frühzeitig der Kampf angesagt, geeignete Maßnahmen müssten getroffen werden, damit die Unternehmen im Kreis Ahrweiler von diesem Phänomen weitgehend verschont blieben.

Als Arbeitgeber werde sich in naher Zukunft im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter nur durchsetzen können, wer es schaffe, das Gefühl zu wecken, "hier will ich arbeiten", so Pföhler.

Heißt: Unternehmen müssen attraktiv und interessant sein, sich von anderen abheben. Fazit: Längst treten die Betriebe als Bewerber auf und nicht die etwaigen künftigen Mitarbeiter stellen sich vor und bewerben sich.

Dass die Unternehmer in Zukunft "Talentfischer" sein müssen, machten Marc Ulrich und Astrid Braun-Höller deutlich. 44 Prozent der Unternehmen verfolgten derzeit noch keine gezielte Strategie zur Lösung des Problems. "Sie müssen attraktive Unternehmer sein wollen", so das Credo der beiden PR-Fachleute.

Langweilige Stellenanzeigen würden für geringe Bewerberzahlen sorgen, oft werde auch auf "den falschen Kanälen für eine Stelle geworben". Aktiv müssten Mitarbeiter gesucht werden. Passiv auf Bewerbungen warten, sei der falsche Weg.

An Beispielen machte Agenturinhaber Marc Ulrich deutlich, wie pfiffige, Interesse weckende Stellenanzeigen aussehen könnten. Nun soll es einen Workshop geben, in dem die Thematik vertieft werden soll, um sich dem Ziel, den Landkreis als "Arbeitgebermarke" zu etablieren, zu nähern. Ein wirkliches Konzept konnte vorerst nicht geboten werden.

Meistgelesen
Es ging alles in Sekundenschnelle
Tödliche Tragödie am Herseler Werth Es ging alles in Sekundenschnelle
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort