Illumination aus Protest Veranstalter an der Ahr schlagen Alarm

Lantershofen · Mit der „Night of Light" hat die Veranstaltungsbranche auf ihre Lage während der Corona-Krise hingewiesen. Rot angestrahlte Häuser machen auf fehlende Einnahmen in der Künstlerbranche aufmerksam.

 Auch in Lantershofen schloss man sich der „night of light“ an. Veranstalter machten auf ihre Nöte aufmerksam, die sich aus der Corona-Krise und den damit verbundenen Auflagen ergeben.

Auch in Lantershofen schloss man sich der „night of light“ an. Veranstalter machten auf ihre Nöte aufmerksam, die sich aus der Corona-Krise und den damit verbundenen Auflagen ergeben.

Foto: Martin Gausmann

Fast 9000 Gebäude in bundesweit mehr als 1500 Orten sind in der Nacht zum Dienstag mit rotem Licht illuminiert worden. Mit der Aktion Night of Light 2020 machten die mehr als 8000 Teilnehmer auf die dramatische Lage der Veranstaltungsbranche aufmerksam. Durch die behördlichen Auflagen im Zuge der Corona-Krise droht Veranstaltern eine Pleitewelle enormen Ausmaßes. Auch der Lantershofener Winzerverein oder die Synagoge in Ahrweiler strahlten rot.

In Lantershofen bietet der Verein Kulturlant seine Bühne mit zahlreichen Veranstaltungen an. „Die Krise hat uns auch getroffen, sieben Veranstaltungen mussten bislang verschoben werden. Aber weil wir ein Verein aus lauter Ehrenamtlichen sind und in diesem Gebäude der Gemeinde Grafschaft auch keine Miete zahlen müssen, sind wir bisher mit einem blauen Auge davongekommen“, so Vorstandssprecher Udo Rehm.

Wolle man aber die neue Saison ab 3. Oktober anbieten, bedarf es neuer Lösungen bei den Abstandsregeln, so Geschäftsführer Thomas Weber: „Die Gastronomie macht es vor, gerade die Kneipen sind wieder gefüllt und die Infektionszahlen im Kreis bleiben weiter nahe Null. Hier könnte ein Ansatz sein, denn mit den derzeit genehmigten 36 Plätzen in unserem 250 Sitzplätze starken Saal wird es schwierig.“

Kein Vergleich mit den Problemen der Veranstaltungswirtschaft. Daher unterstützte Kulturlant auch die Anfrage des Dienstleisters Eventures nach der Teilnahme an der Night of Light. Marco Dreikhausen schilderte die Situation des jungen Unternehmens, das im vergangenen Jahr fast 300 Veranstaltungen begleitete: „Im Moment sind wir lediglich bei den Bonner Autokonzerten im Einsatz, dort ist aber kein Geld zu verdienen. Löhne und andere Kosten laufen aber weiter.“

Nicht bemerkt sieht sich die Branche von der Politik. Dabei handelt es sich doch mit der Veranstaltungsbranche um einen Wirtschaftszweig mit mehr als 150 Gewerken und Disziplinen. „Die derzeitigen Hilfeleistungen in Form von Kreditprogrammen stellen kein probates Mittel dar, um die Veranstaltungswirtschaft zu retten, da die Kredite nicht wertschöpfend investiert werden können. Sie müssen aufgewendet werden, um die Betriebskosten zu decken, während es weiterhin keine Einnahmen gibt. Am Ende steht daher die erneute Zahlungsunfähigkeit in Verbindung mit einer Überschuldung der betroffenen Unternehmen“, so Sprecher der Branche.

Die roten Bauten in der Nacht zum Dienstag dürften zumindest bei der Bevölkerung die Aufmerksamkeit auf das Problem gelenkt haben. Selbst im beschaulichen Lantershofen hielten Fahrzeugführer an der L 83 an, informierten sich und schossen Fotos.

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