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Bahnsanierung zwischen Burgbrohl und Engeln: 4,7 Millionen Euro für die Trasse des Vulkanexpress im Brohltal

Bahnsanierung zwischen Burgbrohl und Engeln : 4,7 Millionen Euro für die Trasse des Vulkanexpress im Brohltal

Landesverkehrsminister Volker Wissing hat einen Bewilligungsbescheid über 4,7 Millionen Euro für die Streckensanierung des Vulkan-Express überbracht. Das Geld ist für die 17 Kilometer lange, touristisch beliebte Trasse zwischen Brohl und Engeln bestimmt.

Aus dem Rauchfang der alten Dampflokomotive des Vulkan-Express qualmte es bei sengender Hitze unaufhörlich. Eine Vielzahl von Gästen trug eigens für diesen Tag hergestellte Fahrkarten um den Hals, auf denen zu lesen war: „Mit Volldampf voraus“. Und Brohltal-Bürgermeister Johannes Bell stand in der prallen Sonne, um eine gefühlte Ewigkeit lang Dankesworte zu sprechen.

Es war in der Tat ein Feiertag für die Verbandsgemeinde Brohltal, aber ganz besonders für die Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn und die Brohltal Eisenbahn-Gesellschaft mit ihrem Vulkan-Express: Der erste Akt der geplanten Sanierung kann beginnen, er betrifft die Streckensanierung von Brohl bis Engeln.

Die Zahl der Gäste war groß. An der Spitze: der rheinland-pfälzische Verkehrsminister, Volker Wissing, der viel Geld für die Sanierung mitbrachte. Wissing überreichte Johannes Bell einen Bewilligungsbescheid über rund 4,7 Millionen Euro. Das Geld deckt einen Großteil der Kosten des ersten Abschnitts der Sanierung ab. Damit sollen die Brohltalbahn und insbesondere der Vulkan-Express für die nächsten Jahrzehnte funktionsfähig bleiben.

Fünf Jahre waren zwischen dem Beschluss der Antragsstellung im Verbandsgemeinderat und der Übergabe des Bewilligungsbescheides vergangen. Eine Zeit, die die Nerven so manch eines der vielen „Macher“ rund um die touristisch stark frequentierte Schmalspur-Eisenbahnlinie arg strapazierte. Nun ist aber alles gut. Die Brohltal-Eisenbahn ist dabei die erste nicht-bundeseigene Bahn, deren Strecken-Ertüchtigung finanziert wird. Eine neue Förderrichtlinie macht dies möglich, und so übernimmt das Land für die Sanierung der rund 17 Kilometer zwischen Brohl und Engeln, die mit Gesamtkosten von 5,52 Millionen Euro veranschlagt ist, 85 Prozent der Kosten.

„Die Brohltalbahn wird seit vielen Jahren mit hohem ehrenamtlichem Einsatz für touristischen Verkehr genutzt und von der Verbandsgemeinde Brohltal stark unterstützt. Wir wollen, dass der Eisenbahnverkehr in unserem Bundesland gestärkt und weiter ausgebaut wird“, so Minister Wissing.

Für Bürgermeister Johannes Bell erfreut sich der Vulkan-Express bei Einheimischen und Gästen großer Beliebtheit, und stolz ist er auf mehr als 100 Jahre Bahngeschichte im Brohltal. Bell dankte dem Ministerium, aber auch den Fraktionen im Verbandsgemeinderat, die das Projekt immer positiv begleiteten und einstimmig die Ertüchtigung der Strecke beschlossen haben. Der erforderliche Eigenanteil von insgesamt mehr als 800 000 Euro wurde ohne Diskussionen in den Haushalt der Verbandsgemeinde eingestellt.

Kreisbeigeordneter und Landtagsmitglied Horst Gies wies auf die vielfältigen Aktivitäten der Interessengemeinschaft in ihrem 30-jährigen Bestehen hin, vor allem auf den Ankauf der historischen Fahrzeuge. Gies machte den Gästen beim Festakt deutlich, dass es sich bei der historischen Mallet-Dampflokomotive des Vereins um das einzige bewegliche Kulturdenkmal in Rheinland-Pfalz handelt.

Ins Schwärmen geriet auch der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureisenbahn, Stephan Pauly: „Wir haben 33 Jahre auf diesen Tag hingearbeitet.“ Schon vor 97 Jahren habe die damalige Regierung den Bankrott der Bahn mit einem Zuschuss von einer Million Reichsmark abgewendet. Pauly erwähnte aber auch besonders die soziale Bedeutung des Vereins, der immerhin 27 Menschen beschäftige. Brohltal-Eisenbahn-Geschäftsführer Alexander Bell hob bei seinem Dank die geschlossene politische Unterstützung für die wichtige Funktion der Bahn im Freizeitverkehr hervor.

Minister Wissing gab schließlich das Signal für die Abfahrt der Dampflok und damit den symbolischen Startschuss für die Ertüchtigung der Strecke des Vulkan-Express, während sich die Gäste über einen Schluck Johannisbeerlikör, getarnt als „Heißdampföl“, freuten.