Grundschüler lernen für den Fall der Fälle Kleine Hände für große Taten bei der Ersten Hilfe

Kreis Ahrweiler · Im Kreis Ahrweiler können Kinder im Grundschulalter lernen, in medizinischen Not- und Gefahrenlagen das Richtige zu tun. Der GA erläutert die Hintergründe.

 Im Fall der Fälle: Erste Hilfe bei Notfällen steht jetzt auch für Grundschulen im Fokus. (Symbolbild)

Im Fall der Fälle: Erste Hilfe bei Notfällen steht jetzt auch für Grundschulen im Fokus. (Symbolbild)

Foto: AHR-FOTO

Jeder kann Leben retten – auch Kinder. In Kooperation mit dem Roten Kreuz will die Kreisverwaltung Bestrebungen unterstützen, bereits Kinder im Vorschulalter darauf vorzubereiten, was zu tun ist, wenn sie auf einen medizinischen Notfall stoßen. „Kleine Hände, große Taten“ lautet die Devise, die in der jüngsten Sitzung des Sozial- und Gesundheitsbeirates starke Beachtung fand. Erste-Hilfe-Kurse für die Kleinsten sollen nicht nur den Selbstschutz näherbringen, sondern auch dazu beitragen, im Notfall das Richtige zu tun und möglicherweise Leben zu retten.

Es geht um Prävention

„Da es im Alltag immer wieder zu Unfällen oder den Alarm durch Sirenen kommen kann – sei es durch einen Sturz beim Spielen, den Probealarm jeden ersten Samstag im Monat oder tatsächliche Gefahrenlagen – ist es von großer Bedeutung, bereits ab dem Kindesalter präventiv auf den Umgang mit solchen Situationen vorzubereiten“, so die zuständige Fachdezernentin im Kreishaus, Siglinde Hornbach-Beckers. Sicheres Handeln bei Unfällen und Gefahren soll kindgerecht vermittelt werden, damit aus den kleinen Händen große Taten entstehen können. Verschiedene Handlungsoptionen stehen dabei neben der Sensibilisierung für Gefahrenlagen und neben dem Aufzeigen von verschiedenen emotionalen und körperlichen Reaktionen in Ernstfällen im Vordergrund.

Die Teilnahme ist für die Grund- und Förderschulen im Kreis Ahrweiler freiwillig und kostenfrei. Derzeit laufe eine Interessensabfrage für das Schuljahr 2024/25, so Hornbach-Beckers. Bereits erfolgt ist eine Abstimmung mit der Schulaufsichtsbehörde, ADD, die das Projekt sehr begrüße, hieß es aus dem Kreishaus. Für die benötigten Ressourcen wie Personal, die Schulung für die Projektdurchführenden und Material, werde finanzielle Unterstützung erforderlich sein, um das geplante Projekt erfolgreich umsetzen zu können. Hierfür wolle man Fördermittel beantragen, unter anderem beim Kinder-Hilfsprojekt „Herzenssache“.

Hektik in schwierigen Situationen vermeiden

Im Ahrweiler Kreishaus zeigte man sich im Sozial- und Gesundheitsbeirat angetan von dem Vorhaben und der anstehenden Kooperation mit dem DRK. Kinder können so lernen, sich in Notsituationen richtig zu verhalten, gezielt Hilfe zu holen, Ruhe zu bewahren, Hektik und Unsicherheit zu vermeiden. In einem ersten Modul wird außerdem erklärt, wie ein Verband richtig angelegt oder warum eine stabile Seitenlage wichtig ist. Und: dass man einen in Not geratenen Menschen nicht alleine lässt und wie man ihn trotz Verletzung und misslicher Lage vielleicht trösten kann. In einem weiteren Modul geht es spielerisch und kindgerecht um den Selbstschutz, um die Bedeutung von Sirenenalarmen, um die Einschätzung von Gefahren.

In den nächsten Wochen will die Kreisverwaltung bei den Grundschulen nachfragen, ob es Interesse an dem Projekt gibt. Ab August werden dann erste Schulungen angeboten. Für die Kinder startet das Projekt schließlich im nächsten Schuljahr.