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Ahrweiler: Urlaub auf dem Campingplatz wird in Corona-Zeiten zum Trend

Ferien an Rhein und Ahr : Urlaub auf dem Campingplatz wird in Corona-Zeiten zum Trend

In Corona-Zeiten boomt der Campingurlaub. Nachdem das Virus die Campingplatzbesitzer in eine große Krise stürzte, freuen sie sich jetzt auf viele neue Gäste. Die Dauercamper sind bereits da.

Derzeit leben sie noch von der Hoffnung: die Betreiber der Campingplätze an Ahr und Rhein. Hoffnung, dass die Saison wirtschaftlich zu retten, der Platz zu halten ist, ausreichend Gäste kommen und die finanzielle Bilanz am Ende noch irgendwie tragbar ist. Der Start in die Saison haperte an Corona. Die Rezeptionen konnten erst Mitte Mai öffnen.

Wenigstens durften sich die Dauergäste dann wieder einstellen, viele bezogen ihre Wagen zu Christi Himmelfahrt oder Pfingsten. Auch Durchreisende kamen für ein paar Tage oder für eine Woche. „Wir sind jetzt mitten in der Saison, das Ende ist offen“, sagt Viktoria Linder von der Victoria-Station in Kreuzberg. „Es ist zu früh, jetzt zu sagen, wo die Reise hingeht.“

Auch die Benutzer der Plätze mussten sich in Geduld üben, bis sie endlich wieder anreisen konnten. „Unsere Gäste waren alle froh, dass sie wieder rausdurften, die Dauercamper und auch die Touristen“, blickt Jolanta Schulz vom Camping Altenahr zurück auf die Stimmung in den vergangenen Wochen. „Aber die Verluste durch die späte Öffnung des Platzes auszugleichen, wird nicht so hinhauen“, glaubt sie. Zwar sei der Platz derzeit gut besucht, aber nicht überlaufen. Für sie war die Schließung der Grenze zwischen den Niederlanden und Deutschland ein großes Problem. Denn aus den Niederlanden kommen 70 Prozent ihrer Gäste.

Einbußen erwartet Schulz auch als Folge der Abstandsregeln durch die Corona-Verordnung. Denn dadurch darf der Platz nur zu 60 Prozent ausgelastet werden. Aber immerhin hat das Restaurant wieder geöffnet. Und auch der Brötchenservice am Morgen klappt wieder.

In der Viktoria-Station bleibt das Restaurant dagegen erst einmal geschlossen. „Wir konzentrieren uns auf das Campinggeschäft, unsere Gäste können in den Restaurants im Ort essen gehen“, sagt Christoph Zerwas, der zum Jahresbeginn die Leitung des Platzes von seiner Mutter Viktoria Linden übernommen hat. Der Aufwand für eine Öffnung des Restaurants sei zu groß.

Wenigstens war der Campingplatz nach der Freigabe an den Wochenenden gut frequentiert, teilweise schon ausgebucht, für die Ferien sei die Nachfrage gut, sagt Zerwas. Für den Sommer hofft er darauf, dass der Trend zu Urlaub in Deutschland anhält. „Man kann aber noch nicht abschätzen, ob die Menschen nicht doch wieder lieber wegfliegen wollen“, sagt er.

Die Schließung und damit verbunden die Einnahmeverluste bei dem Super-Wetter zu Ostern habe geschadet. Durch Corona seien acht Wochen der Saison verlorengegangen. Zerwas, dessen Platz an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen liegt, bringt das auch in Verbindung mit unterschiedlichen Ferienregeln in den Ländern. Nach der Öffnung kamen vor allem Touristen aus dem Köln-Bonner Raum, hat er festgestellt.

Aber auch jetzt läuft das Campingleben nicht so wie früher. Corona-Regeln bestimmen das Miteinander auf der Viktoria-Station. Die Sanitäranlagen dürfen nur mit Mundschutz betreten werden, jede zweite Toilette und jedes zweite Waschbecken sind wegen der Abstandsregeln gesperrt, Normalität ist noch nicht eingekehrt.

Über eine gute Auslastung berichtet auch Jonathan Schuster vom Rheincamping Siebengebirgsblick in Rolandswerth. „Zu Pfingsten und Fronleichnam war der Platz rappelvoll“, sagt er. Derzeit kämen viele Zeltcamper für eine Nacht. Die Wochenenden seien insgesamt ausgelastet.

Seit dem 17. Mai durften die Dauercamper wieder anrollen, seit dem 10. Juni schlagen zudem auch Durchreisende wieder ihre Zelte auf. Aufgrund der Hygieneverordnung mussten Toiletten, Duschen und Waschhäuser zunächst geschlossen bleiben, mittlerweile sei alles wieder offen, sagt Schuster. Geschlossen sei die Gastronomie, da der Pächter aufgehört habe. Ein Nachfolger wird gesucht.