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Bad Breisig: Rat stimmt für neue Preisgestaltung in den Römer-Thermen

Digitale Stadtratssitzung : Finanzlage der Stadt Bad Breisig verschlechtert sich weiter

Die finanzielle Lage in Bad Breisig spitzt sich weiter zu: Für das laufende Jahr musste ein Nachtragshaushalt aufgestellt werden, da Einnahmen und Ausgaben weit auseinander klaffen.

Die Finanzlage der Stadt Bad Breisig verschlechtert sich weiter. Stadtbürgermeister Udo Heuser steht in der Kritik. Zur angespannten Lage hatte er sich bisher nicht geäußert.

Alleine beim Anteil an der Einkommensteuer gibt es im Vergleich zu den ursprünglich prognostizierten Erlösen ein Minus von rund 360.000 Euro. Der Jahresfehlbetrag wird sich insgesamt auf 1,5 Millionen Euro belaufen. Per Liquiditätskredit soll das Defizit egalisiert werden.

Bedrohlich und bitter bleiben die Wirtschaftszahlen der Römer-Thermen, deren „Erfolgsplan“ ebenfalls korrigiert werden musste. Hier wird sich der Jahresverlust auf rund 1,1 Millionen Euro belaufen. Schelte bezog Stadtbürgermeister Udo Heuser: Er hatte weder zur Haushaltslage der Stadt noch zum Defizit-Debakel der Römer-Thermen etwas zu sagen.

Badetempel hat geschlossen

Mit Erlösen in Höhe von 1,2 Millionen Euro hatte man zu Beginn des Jahres in der Verwaltung der Römer-Thermen gerechnet. Addiert man die Mindereinnahmen aus dem Cafeteria-Geschäft (Ergebnis: minus 60.000 Euro) mit den Umsatzerlösen aus Schwimmbad (nur 365.000 Euro), Fitnessstudio, Bewegungsbad oder Sauna, so werden unter dem Strich Einnahmen von weniger als der Hälfte des Kalkulierten verbucht. Eine vereinnahmte Corona-Hilfe lässt das Ergebnis nicht ganz so schlecht aussehen. Bekanntlich hatte der Badetempel zwischen März und Juni geschlossen. Nun kommt es zur zweiten Schließungsphase, die bis mindestens Mitte Januar andauern dürfte.

Nun will man in Bad Breisig die Eintrittspreise für die Römer-Thermen neu gestalten. Bisherige Drei-Stunden-Tarife werden in Zwei- und Vier-Stundentarife umgewandelt, sodass Besucher nach der Wiedereröffnung der Thermenlandschaft mehr Wahlmöglichkeiten hinsichtlich Preis und Aufenthaltsdauer haben. Zweistündiges Badevergnügen soll in Zukunft zehn Euro kosten. Wer vier Stunden bleibt, zahlt 15 Euro, die Tageskarte wird 17 Euro kosten. Zudem führt die Betriebsleitung einen Feierabendtarif oder auch einen „Badetag für Junggebliebene ab 65 Jahre“ ein. Vor allem Stammgäste will man so binden.

„Wir können nur hoffen, dass die Leute das neue Angebot auch annehmen“, meinte CDU-Fraktionsvorsitzende Beate Deres. Angenommen wurde zumindest zunächst der nunmehr aktualisierte Wirtschaftsplan, wie im Übrigen auch der Nachtragshaushalt der Stadt. Trotz der verheerenden Zahlen sah sich Bad Breisigs Bürgermeister Udo Heuser nicht veranlasst, sowohl zur Haushaltslage als auch zur weiterhin desaströsen wirtschaftlichen Entwicklung der Thermen Stellung zu beziehen.

Was insbesondere von Landtagsabgeordnetem und Ratsherrn Guido Ernst (CDU) beanstandet wurde. Während andere Bürgermeister zur Haushaltseinbringung oder Nachtragsverabschiedung Grundsatzerklärungen vortragen oder zumindest erklärende Überblicke verschaffen, bleibe Heuser einmal mehr stumm, ärgerte sich der Ratsvertreter: „Von einem Bürgermeister darf man wohl mehr erwarten.“