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Bürgerversammlung in Rech: Bangen um historische Nepomuk Brücke nach der Flut

Bürgerversammlung in Rech : Bangen um historische Nepomuk Brücke nach der Flut

Ein Planungsbüro aus Boppard stellt den Rechern erste Ergebnisse für den Wiederaufbau vor: beispielsweise neue Baugebiete am nördlichen Dorfhang und in Richtung Dernau. Diese Vorschläge, ebenso wie zu neuen Rad- und Brückenkonzepten sorgten für viel Diskussion.

Die Sankt-Nepomuk-Brücke ist ein Wahrzeichen des Weindorfs Rech an der Mittelahr. Sie hat Jahrhunderte überdauert, wenn auch mit gelegentlichen Blessuren. Jüngst hat die zerstörerische Flut der Ahr einen ihrer Bögen abgerissen. An den übrigen Brückenbögen sind Autos, Wohnwagen, Bäume, Geäst und weiteres Treibgut hängen geblieben, was zu einem heftigen Stau führte. Teile des Dorfs wurden überschwemmt, Häuser weggerissen, Straßen zerstört. Was von der Brücke noch steht, ist alles andere als standfest. So hatte der Gemeinderat beschlossen, die gesamte Brücke zu entfernen. Nur: Der Denkmalschutz hat das letzte Wort und das steht noch aus.

Weil nicht klar ist, wo und wie künftig eine Brücke gebaut werden kann, sind Zukunftsplanungen für den Wiederaufbau der Gemeinde schwierig. Mit dieser Aufgabe hat die Gemeinde Rech das Büro Stadt-Land-plus aus Boppard beauftragt. Thomas Zellmer stellte jetzt in einer Bürgerversammlung erste Ergebnisse vor.

Die Brückenfrage ist besonders wichtig für das Dorf, dessen alter Kern sich rechts der Ahr befindet, die Zufahrtsstraße (B 267) aber entlang des linken Ufers verläuft. Vor dem Spruch der Denkmalschützer kann die Gemeinde nichts entscheiden. Als Brücken-Alternativen schlug der Planer einen Neubau weiter westlich vor. Außerdem könne weiter östlich eine Furt gebaut werden, die Radlern und Fußgängern bei normalem Wasserstand trockenen Fußes den Weg über den Fluss gestatte. Ein Vorschlag seitens der Recher: die Nepomuk-Brücke erhalten und für Radler und Fußgänger nutzbar machen.

Die Bundesstraße soll besser ins Dorf integriert werden

Die Bundesstraße soll sich nicht mehr wie ein Fremdkörper durchs Dorf ziehen, vielmehr städtebaulich integriert werden, sie solle auch nicht mehr so nah an der Ahr verlaufen. Vor dem Weingut Sankt Nepomuk soll mehr Platz geschaffen werden. Die Ortseingänge stellt sich der Planer beruhigt und als solche kenntlich gemacht vor. Ferner sollen die Mündungen des Nollbachs und des Bärenbachs nicht mehr verrohrt in die Ahr geleitet werden, sondern als offene Gewässer. Auf jeden Fall sollen Grünflächen direkt ans Wasser. Ein kleiner Stellplatz für Wohnmobile könnte nördlich der Ahr entstehen, ein größerer im Süden.

Ob die Alte Schule als Dorfgemeinschaftshaus erhalten werden kann oder ein Neubau erforderlich ist, blieb offen. In dem flachen Gelände südlich der Ahr könnte Platz für Kommunikation und fürs Miteinander im Dorf entstehen.

Neue Baugebiete sieht der Planer vor allem am nördlichen Hang in „hochwasserfreier Lage“. Als „steil aber bebaubar“, schätzte er das Gelände dort ein, das vielen privaten Eigentümern gehöre. Als Möglichkeit zum Bauen nannte er auch das Gebiet „In der Aue“ Richtung Dernau. Wie nun Bundesstraße, Bahn und Radweg künftig verlaufen sollen, blieb erst einmal offen. Der Radweg Richtung Dernau könne ans rechte Ufer gelegt werden, meinte der Planer, was im Publikum allerdings keine Zustimmung fand.

Per Video war zu Beginn der Versammlung eine Mitarbeiterin des Büros Albert Speer und Partner (Frankfurt) zugeschaltet, das im Auftrag der Verbandsgemeinde (VG) ein Leitkonzept für die VG erarbeitet, das innnerhalb von 20 bis 30 Jahren realisiert werden könnte. Stichworte sind hier Mobilität, Bauweise, Freiraumentwicklung, Hochwasserschutz. Der Tourismus solle breiter aufgestellt werden, dass zugleich Platz für Naherholung und Freizeit für die Bewohner der Region entstehe. Kitas und Schulen sollten berücksichtigt, Perspektiven für die Wirtschaft geschaffen werden und vieles mehr. Am Ende der Versammlung hatten die Recher Möglichkeit, weitere Vorschläge einzubringen und das Vorgetragene zu diskutieren.