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Birgit Stupp kandidiert für die Landtagswahl in Rheinland-Pfalz

Kandidatenporträt : Birgit Stupp: Einsatz für bessere Radwege

Birgit Stupp tritt als Direktkandidatin für die Grünen im Wahlkreis 14 (Bad Neuenahr-Ahrweiler) an. Sie möchte, dass das Radfahren attraktiver wird - und verlangt mehr Gleichberechtigung im Kreis Ahrweiler.

Lange bevor Birgit Stupp vor rund 15 Jahren in die Partei eingetreten ist, haben Grünen-Themen sie beschäftigt. Sie wurde 1962 in Aachen geboren und wuchs in Köln auf. In der größten Stadt Nordrhein-Westfalens habe sie in den 80er Jahren gegen die Abholzung von Platanen auf den Ringen protestiert, auch der Slogan „Atomkraft? Nein danke“ habe sie begleitet. Fast vier Jahrzehnte nach dem Protest auf der Straße möchte Birgit Stupp Politik als Grünen-Abgeordnete im Landtag von Rheinland-Pfalz machen: Die 58-Jährige tritt zur Wahl am 14. März als Direktkandidatin im Wahlkreis 14 an.

Im Kreis Ahrweiler ist Birgit Stupp seit 1994 zu Hause. Nach 17 Jahren im Brohltal lebt sie in Bad Neuenahr-Ahrweiler und ist stellvertretende Fraktionsvorsitzende ihrer Partei im Kreistag sowie Mitglied des Stadtrates in Bad Neuenahr-Ahrweiler. Aktiv ist sie außerdem beim BUND. Stupp arbeitet seit Mitte der 90er Jahre bei einer gesetzlichen Krankenkasse, bei der sie für Prävention zuständig ist. Dadurch habe sie viel Kontakt mit Bildungseinrichtungen. „Ich habe alle Schulen und fast alle Kitas im Kreis besucht“, sagt die studierte Lehrerin (Sport und Geografie) und zweifache Mutter. Ihre im Beruf gesammelte Erfahrung bringt sie in der Landesarbeitsgemeinschaft Soziales und Gesundheit ein. Dieser berät den grünen Landesvorstand in den Themenfeldern Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und Wohnen.

Einsatz für günstigeren Nahverkehr

Die Grünen-Direktkandidatin fährt gerne Rad und schafft es auf ihren Touren auch bis nach Köln oder Koblenz, wie sie erzählt. Entsprechend hat sie auch weitergehende Radwegeverbindungen im Blick. Um das Fahrrad als Alternative zum Auto stark zu machen, brauche es ihrer Meinung nach mehr interkommunale Radwege, zum Beispiel nach Rheinbach oder Meckenheim. Und dort, wo es gute Radwege gibt, seien diese manchmal zu schlecht ausgeschildert, wie zum Beispiel in der Grafschaft.

Beim Thema Mobilität möchte sich Birgit Stupp auch für einen günstigeren Nahverkehr einsetzen. „Das bisherige Tarfisystem mit Waben ist unglücklich“, sagt sie. Sie befürwortet ein Ticket, das für 365 Euro im Jahr die Nutzung des ÖPNV in ganz Rheinland-Pfalz ermögliche.

Unrentable Krankenhausstandorte in Gesundheitszentren umzuwandeln

Mit Blick auf die Gesundheitsversorgung hält Stupp den Ansatz interessant, wirtschaftlich nicht mehr rentable Krankenhausstandorte in Gesundheitszentren umzuwandeln. Dort könnten dann zum Beispiel der Rettungsdienst, Pflege, Hausärzte, Telemedizin und ein Hol- und Bringservice angesiedelt werden. Mobile Praxen könnten über die Dörfer fahren und Sprechstunden abhalten. Denkbar könnte ein solches Konzept für das Krankenhaus Adenau sein.

Dringend müssten zudem neue Wohnungen gebaut werden. Zwar gebe es tolle Projekte wie das Quartier St.-Pius-Straße in Bad Neuenahr-Ahrweiler, wo mindestens 130 Mietwohnungen entstehen sollen. „Das ist allerdings nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Davon brauchen wir gerne sehr viel mehr“, sagt die 58-Jährige. Und Handlungsbedarf bestehe nicht zuletzt beim Thema Gleichberechtigung. „Gelebte Gleichberechtigung im Kreis Ahrweiler gibt es nicht“, sagt Stupp mit Blick auf den Frauenanteil im Kreistag.

Birgit Stupp hat Platz 35 auf der Landesliste ihrer Partei. Um in den Landtag einzuziehen, müsste sie sehr wahrscheinlich als Direktkandidatin den Wahlkreis 14 gewinnen.