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Brohltalbahn feiert 120-jähriges Bestehen

Großes Fest geplant : Brohltalbahn feiert 120-jähriges Bestehen

Am 9. und 10. Oktober feiert die Brohltalbahn ihr 120-jähriges Bestehen. Dampflokomotiven, Modellausstellungen, Wanderangebote und Live-Musik sollen ein Unterhaltungsprogramm für alle Alterssparten garantieren.

Am kommenden Wochenende ist es so weit: Die Brohltalbahn feiert ihr 120-jähriges Bestehen. Am Samstag, 9. Oktober, und Sonntag, 10. Oktober, ist eine Reihe von Aktionen hierzu geplant: Der Zugverkehr auf der Brohltalstrecke fährt im Stundentakt, zwei Dampflokomotiven kommen zum Einsatz und Modellbahnen sowie Wanderungen im Brohltal sind unter anderem Teil des Programms. Kernstation des Bahnfestes ist Brohl mit seinem „Vulkan-Expreß“-Bahnhof in Brohl-Lützing.

Dampfloks aus Niedersachsen und Sauerland werden durch historische Buslinie ergänzt

Die Damfloks sind in Brohl nur zu Gast. Der Deutsche Eisenbahn-Verein aus Niedersachsen schickt seine Dampflok „Hoya“ samt Personal zu den Feierlichkeiten an den Rhein. Zusätzlich lässt die Sauerländer Kleinbahn einen Personenwagen kommen, welcher den Vulkan-Expreß stilecht ergänzen soll. Der Vulkan-Expreß fährt im Stundentakt von 9.30 bis 17.30 Uhr von Brohl-Lützing nach Oberzissen. Jeder zweite der Züge fährt die Steilstrecke bis Engeln. „Fantastische Aussichten bis ins Siebengebirge“ verspricht Michael Hergarten, PR-Beauftragter der Interessengemeinschaft Brohltal-Schmalspureneisenbahn (IBS).

Ebenfalls die Hälfte der Züge wird mit den Dampfloks „Hoya“ oder der Brohltaler „11sm“ bespannt. In Burgbrohl werden sich somit regelmäßig zwei Dampfzüge begegnen. Ein weiteres Highlight soll Bahnbegeisterten am Rheinufer in Brohl-Lützing geboten werden: Eine Diesellok wird hier mit einem kurzen Zug stündlich auf der Hafenbahn durch die Rheinanlagen bis zum Hafen verkehren.

Ergänzt wird der Bahnverkehr mit dem Einsatz historischer Omnibusse der Linie 866 durch die Eifel. Jeder Zug, der in Engeln am Endbahnhof eintrifft, ist an den 1986 gebauten Bus „MB O 305“ angeschlossen. Dieser fährt über einen 1974 stillgelegten Streckenabschnitt bis nach Ober- und Niederzissen zurück. Er passiert dabei alle Bushaltestellen in Weibern, Kempenich, Spessart und Niederdürbenbach. Halt gemacht wird außerdem an touristisch eindrucksvollen Orten wie dem Steinmetzbahnhof in Weibern, dem Erlebniswald Steinrausch in Kempenich sowie nahe der ehemaligen Synagoge in Niederzissen.

Geführte Wanderungen in Brohl und Burgbrohl

Ein Fahrsimulator sowie Fahrzeug- und Modellbahnausstellungen sind ebenfalls in Brohl geplant, so etwa mehrere handgefertigte Miniatur-Modellversionen des Vulkan-Expreß. Am Samstag um 13 Uhr findet außerdem eine geführte Wanderung über den Quellenweg bis nach Burgbrohl statt. Dort gibt es ebenfalls Wanderungen: Ab 11 Uhr führt ein Team die Besucher vom Bahnhof Burgbrohl entlang der Trasshöhlen auf die Höhen oberhalb des Eisenbahnviadukts. Von dort aus geht es weiter zum Herchenberg. Hier können die Wanderer entweder über den zweiten Teil des Rundwegs über die Propstei Buchholz zum Bahnhof Burgbrohl zurückwandern, oder den Anschluss an den Vulkan-Expreß nutzen.

Ausstellungen in Niederzissen, Weinfest und Livemusik in Oberzissen

Eine der Stationen mit vielen Angeboten wird Niederzissen sein. Hier findet eine Fotoausstellung zur Geschichte des Vulkan-Expreß im Bahnhofsgebäude statt. Der Kultur- und Heimatverein bietet außerdem eine Ausstellung zu landwirtschaftlichen Geräten sowie zur Geschichte jüdischen Lebens im Rheinland. Im Anschluss daran können Interessierte die ehemalige Synagoge mit Museum besuchen. In der Nähe des Bahnhofs lädt die Töpferei „Keramik Ton Art“ zum Mittöpfern ein.

Auch Wein-Fans kommen am Wochenende auf ihre Kosten. In Oberzissen befindet sich der Endbahnhof für alle Dampfzüge. Der örtliche Heimatverein lädt an der alten Schule um 13 Uhr zum Weinfest. Zu regionalen Weinen gibt es Live-Musik von der Coverband Gate5. Auch die Ahr-Weinköniginnen werden hier anwesend sein. Um die Besucher auch abends noch sicher nach Hause zu befördern, fährt um 21.20 Uhr vom Bahnhof aus der historische Omnibus über Niederzissen und Burgbrohl nach Brohl zurück. Mit dem Bus gelangt man auch nach Engeln, wo Interessierten Bogenschießen angeboten wird.

Vom Transport von Vulkangestein zum Touristenmagneten

Die Brohltalbahn blickt auf eine bewegte Geschichte zurück, wie der erste Vorsitzende der IBS, Stephan Pauly, am Montag bei einer Pressekonferenz erzählte. „Als wir vor 34 Jahren mit dem Verein gestartet sind, war man froh, dass die Bahn einem Radweg weichen soll. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Perspektive auf unsere Brohltalbahn gewandelt: Heute sind die Bewohner stolz auf ihr Bähnchen.“ Die erste offizielle Fahrt war am 14. Januar 1901. Transporte von Vulkangestein und kleinen Triebwagen für den Personenverkehr machten den Anfang. Der Vulkan-Expreß zieht heute tausende von Touristen an. Auf einer Länge von knapp 18 Kilometern passiert die Bahn mehrere hundert Höhenmeter von Brohl bis nach Engeln. Bis 2024 soll das gesamte Schienennetz durch Landesgelder erneuert werden.