Neugestaltung mit klarer Linie: CDU präsentiert Konzept für Kurpark in Bad Neuenahr

Neugestaltung mit klarer Linie : CDU präsentiert Konzept für Kurpark in Bad Neuenahr

Ein Thesenpapier hat die CDU-Fraktion im Rat der Kreisstadt aufgestellt. Einziges Thema: der Kurpark. Dessen Neugestaltung müsse aus einem Guss und nach einer klaren Leitidee entwickelt, geplant und realisiert werden.

"Wir wollen damit erläutern, dass dieses Projekt auch eine Genese hat“, sagte Fraktions-Vize Annette Gies. Initiatoren der Thesen sind mit ihr Fraktionschef Christoph Kniel, Andreas Geschier vom Fraktionsausschuss Bau und Bad Neuenahrs Ortsvorsteher Heinz-Dieter Brand. Laut Kniel geht es darum „klarzumachen, dass die CDU Eckpunkte gesetzt hat“ und dass der Kurpark „in einem ganzheitlichen Konzept Teil des seit 15 Jahren bestehenden Projektes 'Zukunft Bad Neuenahr' ist“.

Bei diesem sei wichtig, dass die öffentlichen Maßnahmen aus einem Guss und nach einer klaren Leitidee entwickelt, geplant und gebaut würden. „Wir sehen uns der Verbindung von Historie und Moderne verpflichtet. Für einen Erhalt treten wir ein, wo dies mit vertretbarem technischem und wirtschaftlichem Aufwand darstellbar ist“, machte der Fraktionschef klar.

Kurpark als zentrales Projekt der Landesgartenschau

Der Kurpark sei ein zentrales Projekt der Landesgartenschau 2022. Diese bedinge im Vorfeld steigende öffentliche Investitionen, die auch private finanzielle Engagements nach sich zögen. „Die Landesgartenschau stellt damit einen Motor der Strukturentwicklung dar“, ist sich Gies sicher.

Wichtig ist der CDU: „Die Gestaltung der Kurgartenstraße und der Bebauung soll sich in die 'Zukunft Bad Neuenahr' eingliedern und nicht als futuristischer Solitär herausstoßen.“ Außerdem sei der Kurpark ein Kernpunkt entlang des grünen Bandes der Ahr, das das verbindende Element der Stadtteile sei. Seit 2012 sei die Stadt Eigentümer des Kurparks.

„Alle handelnden Personen sind sich der Verantwortung für und der Bedeutung des Kurparks sowie des Großen Sprudels bewusst“, machte Kniel klar. Und auch: „Mit Gründung der städtischen Heilbadgesellschaft hat die Politik bewiesen, dass wir die Pflege von Historie, Gesundheit und Kultur als zentrale Elemente unserer Stadt langfristig sichern möchten.“ Der Kurpark sei durch das Eigentum der Stadt zu einem Park für die Bürger geworden.

Dessen landschaftsarchitektonische Weiterentwicklung und Aufwertung unter Berücksichtigung und im Rückgriff auf die Ideen und Vorstellungen von Peter Joseph Lenné werde im Rahmen der Laga-Vorbereitung erfolgen. Die Architektur der zu errichtenden Kurparkliegenschaften werde diesem Konzept verpflichtet sein. Dabei werde sich die CDU für ein nachvollziehbares Architekturkonzept der klassischen Moderne einsetzen.

„Dabei ist es wichtig, dass zwischen Gebäudearchitektur und Landschaftsarchitektur eine Symbiose entsteht“, so Geschier. Und Kniel unterstreicht: „Gewinnerzielung ist nicht der Antrieb des Handelns, es gilt jedoch, die Finanzierung sicherzustellen.“ Deshalb gebe es, wie vom Rat bereits beschlossen, eine Zweiteilung in öffentliche Bauten wie Konzerthalle und private Bauten wie Hotel oder Kurkolonnaden. Die öffentlichen Einrichtungen des Kurbades wie Großer Sprudel, Lesesaal und Trinkhalle sowie der Konzertsaal sollen demnach auch bei den Planungen zu den Kurparkliegenschaften Berücksichtigung finden. Sie sollen als langfristiges Angebot des Gesundheitskompetenzzentrums Bad Neuenahr-Ahrweiler für die Öffentlichkeit zugänglich sein. Das bereits heute bestehende Angebot einer gewerblichen und privatwirtschaftlichen Nutzung soll erhalten bleiben

„Dies dient auch der wirtschaftlichen Darstellbarkeit der Refinanzierung und einer von uns verfolgten soliden Finanzpolitik der Gesamtstadt“, betont Kniel. „Um dies alles zu realisieren, möchten wir Investoren gewinnen, die ein architektonisches Gesamtkonzept entwickeln, und dies im Rahmen eines wettbewerblichen Verfahrens. Wir sind der Überzeugung, dass die Privatwirtschaft der geeignete Ansprechpartner hierfür ist.“ Fortlaufende Informationen der Öffentlichkeit sollen das Projekt begleiten. Denn der Kurbereich sei „eine besondere Fläche der Landesgartenschau 2022“. Dies vor allem vor dem Hintergrund der Verbindung von Historie und Moderne unter Beachtung von Kultur und Gesundheit.

Qualität und Sorgfalt bei Entscheidungen

Und sei dann die westliche Seite der Kurgartenstraße „mit Leben erfüllt“, will sich die CDU einer Diskussion „über die zumindest temporäre Sperrung der Kurgartenstraße „nicht verschließen“, macht Ortsvorsteher Brand deutlich.

Noch vor den Sommerferien hofft Kniel auf eine Entscheidung über das von der Stadt zu entwerfende Verfahren in Sachen Kurparkbebauung.

Er beharrt aber darauf, dass bei aller gebotenen Eile „Qualität und Sorgfalt bei Prüfungen und Entscheidungen nicht hinten runterfallen dürfen“.

Nur dürfe das Projekt nicht totdiskutiert, sondern es müsse auch entschieden und dann realisiert werden. Wo, wie beim Bau einer Konzerthalle, Fachingenieure gefragt seien, da müssten diese auch gehört werden.

Und abgerissen werden solle sowieso erst dann, wenn die Baugenehmigung für Neues vorliege. Aufgabe der Politik sei es, mit dem Bebauungsplan den notwendigen Rahmen zu schaffen. Bei dessen Erstellung würden alle Anregungen und Bedenken ihren Platz finden. Kniel: „Wir sind also noch ziemlich am Anfang und noch ist nichts festgeklopft.“