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Dernau: Robert Horry informiert sich über Flut und gibt Autogramme​

Lakers-Legende Robert Horry zu Gast in Dernau : US-Basketball-Star informiert sich über die Flut an der Ahr

Der siebenfache NBA-Meister Robert Horry hat jetzt Dernau besucht. Dort gab der ehemalige US-amerikanische Basketballspieler Autogramme, informierte sich über die Situation ein Jahr nach der Flut und sprach über Hochwasser in seiner Heimat.

Aufs Mikrofon verzichtet er irgendwann. Schließlich ist Robert Horry (51) fast eben so stimmgewaltig wie groß. Der 2,08 Meter messende Ex-Basketballer aus den USA gehört zu den größten seines Sports – ganz unabhängig von der Körpergröße. Siebenmal gewann er die Meisterschaft in der NBA, der besten Basketball-Liga der Welt.

Im Hof der Dagernova-Eventhalle im flutgeschädigten Dernau unterhält der Hühne bei einer Autogrammstunde am Freitagnachmittag mehrere Dutzend Menschen, längst nicht nur Kinder, mit Anekdoten aus seiner Zeit als Profisportler, deren Ende inzwischen rund 14 Jahre zurückliegt. Zustande gekommen ist sein Besuch über ein deutsches Unternehmen für Vermögensverwaltung, das zu den Sponsoren der Los Angeles Lakers gehört, für die Horry von 1997 bis 2003 spielte. Der Vermögensverwalter unterstützte nach der Flut mit einer Spende den Bau eines Container-Kindergartens, die Lakers spendeten bisher einen Basketballkorb, eine Art Freiluft-Fitnessstudio soll noch folgen.

Horry erzählt etwa, wie er zu seinem Spitznamen „Big Shot Bob“ gekommen ist. Diesen habe er bekommen, weil er in seiner Karriere viele wichtige Punkte erzielt habe. Danach gefragt, wer für ihn der bessere Basketballer ist – Chicago-Bulls-Legende Michael Jordan oder der aktuelle Lakers-Star LeBron James – entscheidet Horry, der gegen beide gespielt hat, sich für Jordan. Drei Tage später könne die Antwort aber auch anders ausfallen, schränkt er ein. Sein deutscher Lieblingsbasketballer ist Detlef Schrempf. Heute sei er mit ihm befreundet, allerdings habe er es gehasst, gegen Schrempf zu spielen. Das gelte auch für Dirk Nowitzki, der „hard to guard“, schwierig zu decken, gewesen sei und ihn seinen achten NBA-Titel gekostet habe.

Tatsächlich sind am Freitag auch zwei Fans aus Nowitzkis Heimatstadt Würzburg angereist: Matthias Bretz, einst Helfer im Flutgebiet, und sein Sohn Leonard, Basketballer in der bayerischen U-14-Auswahl. Horry holt die beiden angesichts ihrer weiten Anreise sogar nach vorn, gibt ihnen die Hand und lässt sich mit Leonard fotografieren. Für Vater Matthias, der sich extra freigenommen hat, damit der Sohn die Reise nicht allein mit dem Zug antritt, hat sich der Ausflug auf jeden Fall gelohnt.

 Am Ahr-Ufer in Dernau macht sich Robert Horry ein Bild von der Zerstörung nach der Flut.
Am Ahr-Ufer in Dernau macht sich Robert Horry ein Bild von der Zerstörung nach der Flut. Foto: Sven Westbrock

Eigens freigenommen, um dabei zu sein, hat sich auch Stefan Vanderfort aus Bornheim. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes eingefleischter Basketball-Fan, trägt er doch das Liga-Logo als Tattoo auf dem Arm, von dessen Echtheit sich Horry selbst überzeugt. Anschließend signiert Horry dem Bornheimer dann Ball und Autogrammkarte. Vanderfort ist hinterher voll des Lobes. „Super sympathischer Kerl. Komplett auf dem Boden geblieben“, sagt der 37-Jährige über die Begegnung mit Horry.

Rundgang durch das Dorf

Vor der Autogrammstunde macht sich Horry bei einem Rundgang durch das Weindorf selbst ein Bild von den immer noch deutlich sichtbaren Flutschäden in Dernau. 90 Prozent der Häuser dort waren von der Katastrophe betroffen, 50 Häuser mussten abgerissen werden, bei zehn wird ein Abriss noch geprüft. Erst etwa die Hälfte der ehemals rund 1800 Einwohner lebt wieder im Dorf. Währenddessen erzählt er davon, dass er in seiner Heimat Houston selbst ein Hochwasser erlebt habe. Im Vergleich dazu werde in Dernau mit der Situation besser umgegangen – auch wenn man noch nicht am Ziel sei.

Ortsbürgermeister Alfred Sebastian, beim Besuch mit dem gelben Lakers-Trikot ausgestattet, ist von Horry sichtlich angetan. Sebastian betont: „Es war schon beeindruckend, dass er sich so informiert hat, wo er doch so weit weg ist.“