Anlage in der Grafschaft „Deutsche Bahn soll Beton im Ahrtal brechen“

Gelsdorf · Der Ortsbeirat von Gelsdorf positioniert sich gegen die Betonbrech-Anlage der Deutschen Bahn in der Grafschaft. Was das Gremium statt dessen vorschlägt.

 Die Baustelle für die Anlage zur Betonaufbereitung in Gelsdorf.

Die Baustelle für die Anlage zur Betonaufbereitung in Gelsdorf.

Foto: ahr-foto

Anfang August wurde in der Grafschaft zwischen den Ortsbezirken Vettelhoven und Gelsdorf mit den Vorbereitungen für den Bau einer Betonbrechanlage begonnen. Damit sollen Trümmer der bei der Flutkatastrophe vom Juli 2021 zerstörten Brücken der Ahrtalbahn recycelt und für den Wiederaufbau der Bahnstrecke aufbereitet werden. Niemand schien über diese Aktion und den Bau einer Gewerbeanlage im Außenbereich informiert zu sein. Wenige Tage nach Beginn der Herrichtung der Fläche auf einem Acker stoppte die Kreisverwaltung die Arbeiten wegen nicht vorliegender Genehmigungen. Seither ruht die teilumzäunte Fläche, die Baumaschinen wurden zwischenzeitlich abgezogen.

Unterschiede in den Ortschaften

Mit der Aktion haben sich unter anderem auch die Ortsbeiräte der anliegenden Ortsbezirke beschäftigt. In Eckendorf, dass unter anderem durch die Autobahn A61 von der Baustelle getrennt ist, sieht der Ortsbeirat keine größeren Belastungen auf seine Einwohner zukommen. Anders ist das in Vettelhoven, das von der Luftlinie am nächsten an der vorgesehenen Baustelle liegt. Hier überreichte der Ortsbeirat der Gemeindeverwaltung einen großen Fragenkatalog zu Art, Dauer, Verkehrsanbindung und weiteren Themen im Zusammenhang mit dem vermeintlichen Werk.

Nun befasste sich auch der Gelsdorfer Ortsbeirat mit dem Thema. Die vorgesehenen Flächen gehören einem Gelsdorfer Landwirt und liegen innerhalb der Gemarkungsgrenzen Gelsdorfs. Hier betonte der stellvertretende Ortsvorsteher Rainer Binz (CDU), er habe sich an die Beratungen zur Errichtung eines Güllebeckens in ähnlicher Lage vor einigen Jahren erinnert gefühlt. Seinerzeit hatte die Forderung nach einer vom Betreiber zu bezahlenden Linksabbiegespur auf der L83 zur Einstellung des Projekts geführt. Eine solche Abbiegespur müsse nun auch gefordert werden, hofft Binz auf eine ähnliche Reaktion seitens der Bahn, wie seinerzeit beim Betreiber des geplanten Güllebeckens.

Lärmbelastungen hinterfragt

Christoph Prange (CDU) versuchte in erster Linie, Belastungen wegen Lärm zu hinterfragen, während Ortsvorsteher Andreas Ackermann (CDU) analog der Beratung in Vettelhoven ebenfalls einen Fragenkatalog an die Gemeindeverwaltung vorschlug. Ackermann wollte wissen, welche Maßnahmen nun und später geplant seien, welche Fahrwege genutzt werden sollten, ob die Bahn weitere Baustelleneinrichtungen in der Grafschaft plane und ob es zu weiteren Beeinträchtigungen der Gelsdorfer Bürger im Zusammenhang mit dem Bau der Ahrtalbahn kommen könne.

Deutliche Worte fand Matthias Hänsch (FWG). Er sprach von mindestens drei Plätzen mit ähnlichen Brechanlagen im Ahrtal, die die Bahn doch nutzen könne. „Warum sollen große Lastwagen durch die Weinberge hier hochfahren?“ fragte Hänsch und argumentierte in Richtung Bahn: „Macht das doch vor Ort, wo die Brücken gebaut werden.“ Dem Ortsbeirat schlug Hänsch vor, die Forderung zu beschließen, dass es keine Umsetzung eines Steinbruchwerks in der Grafschaft geben solle. Diesem Beschlussvorschlag folgte der Ortsbeirat einstimmig.

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