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Dorfentwicklung nach der Flut​: Waagplatz als Mittelpunkt von Mayschoß​

Dorfentwicklung nach der Flut : Der Waagplatz als Mittelpunkt von Mayschoß

Ein Planungsbüro hat in Mayschoß Pläne für die Entwicklung des Weindorfs nach der Flut vorgestellt. So soll der Waagplatz per Brücke mit dem Freizeitgelände auf der anderen Ahr-Seite verbunden werden.

Der Waagplatz und seine Umgebung sind Herzstück der Dorfentwicklung im Weindorf Mayschoß. Das wurde bei der Präsentation der Untersuchungsergebnisse durch das Planungsbüro Stadt-Land-plus deutlich. Schon sehr früh hatte der Rat einen Ideenwettbewerb für die Gestaltung des Areals ausgeschrieben, aus dem war der Entwurf der Bopparder als Sieger hervorgegangen. Ende April übernahm Stadt-Land-plus auch den Auftrag, Konzepte für den Wiederaufbau der Gemeinden Dernau, Rech und Mayschoß nach der Flut zu entwickeln. Damit liegen die Planungen für Mayschoß in einer Hand.

Thomas Zellmer und Jens Dott vom Planungsbüro präsentierten ihre Vorschläge jetzt in einer gut besuchten Einwohnerversammlung. Kern der Vorschläge ist, dass der Waagplatz mit dem auf der anderen Seite der Ahr liegenden Freizeitgelände am Fuße des Burgbergs verbunden werden soll. Durch eine Brücke. Auf dem Gelände am rechten Ahrufer war vor der Flut der Mayschosser Sportplatz. Der soll nicht wieder dorthin. Vielmehr planen die Gemeinden an der Mittelahr eine gemeinsame Sportstätte in Dernau. In Mayschoß könnte ein Kleinspielfeld mit multifunktionalen Sportflächen entstehen, mit Möglichkeiten für Familien und Jugend – auch für Familienferien. Das Gelände soll zum Berg hin terrassiert werden. Gleichzeitig könnten dort Retentionsflächen für Hochwasser geschaffen werden, so Hartwig Baltes, der erste Beigeordnete der Gemeinde. Als besonderen Clou stellen sich die Planer einen Klettersteig von der Freifläche hoch zur Ruine der Saffenburg vor.

Die Flutruine des einstigen Drogeriemarkts am Waagplatz soll verschwinden und der gesamte Platz durch ein Dorfgemeinschaftshaus aufgewertet werden. Im Obergeschoss könnte ein Dorfsaal entstehen, darunter Parkmöglichkeiten und der Ausschank für Weinfeste. Die Bushaltestelle soll, auch zur Sicherheit der Schulkinder, von der B 267 weg ans Dorfhaus verlegt werden.

Keine Parknischen mehr an der Ahr-Promenade

Verschwinden von der Ahrpromenade sollen die Parknischen. Zellmer: „Die Autos sollen von der schönsten Seite der Promenade weg kommen.“ Die Ufermauer soll gleichzeitig als Hochwasserschutzwand ausgeführt, die Uferterrassen sollen mit Natursteinen befestigt werden. Auf dem Waaagplatz könnte Platz für eine mobile Bühne entstehen. Die Planer sprachen auch von einer Furt, möglicherweise ausgelegt mit Trittsteinen, vom Dorf zum Freizeitgelände. Baltes schlug vor, einen befahrbaren Übergang zu schaffen, wie etwa an der Altenahrer Jugendherberge. Dieser habe sich bei der Flut bewährt.

Waagplatz und Waagstraße sollen optisch als Einheit ausgebildet werden. Insgesamt wird vorgeschlagen, den Verkehrsraum in Mayschoß allen Teilnehmern gerecht zu gestalten, etwa durch Maßnahmen der Verkehrsberuhigung. Die Bundesstraße möchten die Planer städtebaulich in den örtlichen Verkehrsraum integrieren. Und die Etzhardt, den Mayschosser Umlaufberg, mit seinen schönen Ausblicken möchten sie in das touristische Konzept einbeziehen. Die Ortseingänge sollen betont werden.

Dem Bahnhof könnte eine neu Funktion als „Schnittstelle der Mobilität“, als Verknüpfung von Bahn und anderen Formen des Verkehrs zugewiesen werden. Dort wäre auch Platz für die für die Heizzentrale der Nahwärme. Einen Wohnmobilplatz hat die Gemeinde dort bereits realisiert. Den Radweg, der bislang durch einen stillgelegten Bahntunnel geführt wurde, stellen sich die Planer parallel zur Bundesstraße vor, so könne er in die Ortsmitte geführt werden und nicht am Dorf vorbei wie in der Vergangenheit.

In puncto Ersatzbauflächen für Wohnhäuser sieht es in Mayschoß nicht schlecht aus. Der Rat hat bereits beschlossen, den Campingplatz in Bauland umzuwidmen, außerdem betrachten die Planer eine kleinere Fläche unterhalb der Kirche als geeignet.