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Alltag eines Hobby-Imkers: Eine summende Welt

Alltag eines Hobby-Imkers : Eine summende Welt

Eigentlich ist Dennis Marner IT-Projektleiter. Zum Ausgleich betreibt er als Hobby die Imkerei, obwohl es eine schmerzhafte Ablenkung sein kann. Trotz etlicher Stiche ist er seinem Bienenvolk treu und unterhält mehrere Beuten oberhalb von Dernau.

Bienen sind fleißig. Zumindest die Arbeiterinnen. Die männlichen Drohnen sollen für die Befruchtung sorgen. Aber die Königin ist die alleinige Chefin. Ihre Aufgabe ist es, Eier zu legen und somit den Nachwuchs sicherzustellen. Dennis Marner aus Dernau ist von dieser summenden Welt begeistert und hat damit ein außergewöhnliches Hobby: Die Imkerei.

„Das ist ein super Ausgleich zu meinem Beruf als IT-Projektleiter im Bereich Maschinenansteuerung beim Fensterbau“, sagt der 32-Jährige. Das Summen der Bienen sei sehr beruhigend. Auch wenn im Sommer schon mal rund 50 000 Bienen in einem Volk sein könnten. Oberhalb von Dernau stehen seine fünf Bienen-Beuten, an und in denen sich die Drohnen, die Arbeiterinnen und natürlich die jeweilige Königin befinden. „Beute“ bezeichnet man die künstliche Nisthöhle aus Holz oder Kunststoff, die Bienen-Wohnung also.

Die Bienen seien gut über den Winter gekommen. An den Beuten ist einiges los, es herrscht geschäftiges Treiben. Starkes Summen ist zu vernehmen.

Wenn man einige Dinge beachte, seien Bienen nicht gefährlich. Man sollte aber auf keinen Fall in der Einflugsschneise zur Beute und auf ihrem Weg zur nächsten Wasserstelle stehen: dann kennen die Bienen kein Pardon, greifen den „Störer“ an und versuchen ihn zu stechen. „Bei Wetterumschwung sind sie auch aggressiv“, berichtet der Dernauer. Besonders wenn Regen bevorstehe.

Dennis Marner hat, im Laufe der Jahre, von „unzähligen“ Bienenstichen zu erzählen. Erst letzte Woche wurde er so am Unterarm gestochen, dass dieser stark anschwoll und die ganze Nacht gekühlt werden musste. Die Schwellung ist noch sichtbar. Und er habe eine Bienenstich-Allergie, im schlimmsten Falle könne das lebensgefährlich sein. „Aber mir gefällt mein Hobby, ich habe immer ein Notfall-Set mit Medizin dabei, ein Hautarzt hat mir das empfohlen“, sagt Marner.

Der Dernauer betreibt dieses außergewöhnliche Hobby seit acht Jahren. „Am Anfang schaute ich ein Jahr lang einem befreundeten Imker über die Schulter und habe mich viel in das Thema Bienen und Imkerei eingelesen“, erinnert er sich. Dann ging es Schlag auf Schlag: er habe sich seine ersten drei Bienen-Völker gekauft und diese außerhalb von Dernau, mit Unterstützung durch seinen Imkerpaten, bewirtschaftet.

2013 habe er dann auch einen Honiglehrgang beim Deutschen Imkerbund besucht. 2017 und 2018 seien, rund um Dernau, weitere Standorte für die Bienen-Beuten dazugekommen. 2019 habe er sich schließlich einen Wanderanhänger, in dem fünf Bienen-Völker auf einmal Platz fänden, gekauft. So könne er schnell und ohne großen Aufwand entscheiden, wenn es an einem Standort keine Blüten mehr gibt, die Bienen-Beuten zu einem anderen Standort zu transportieren. „Die Bienen brauchen Pflanzen, die Nektar bringen. Leider wird es durch die Monokulturen immer schwieriger, passende Standorte zu finden“, erklärt der 32-Jährige.

Wer Bienen hat, hat was zu erzählen. So auch die Geschichte als eine Königin mit samt ihrem Schwarm aus einer Beute von anderen Bienen vertrieben und in Ahrweiler in einem Weinberg gesichtet worden sei. Der Winzer alarmierte Marner, der den ganzen Schwarm wieder abtransportiert und an einem seiner Standorte mit einer neuen Beute angesiedelt habe. Natürlich mit Imker-Anzug. Diesen braucht Marner auch wenn er mit einem sogenannten Stockmeisel inklusive Wabenheber eine Beute öffnet, um Honig zu entnehmen. Der Honig befindet sich an der Wabe. Der Wabenhonig ist Honig in seiner natürlichsten Form, er ist unverändert so, wie ihn die Bienen „eingetragen“ haben. Marner verkauft auch seinen Honig. Im Supermarkt wisse man nicht, woher der Honig komme.

Dennis Marner hat in den letzten acht Jahren für sich ein Hobby gefunden, dass er, trotz Risiken, liebt. Diese Leidenschaft möchte er, nach eigenen Angaben, auch seinem Opa, seinem Vater und seiner Tochter weitergeben. „Mir ist es wichtig, meine Erfahrungen zu beachten und bei der Imkerei meinen eigenen Weg zu finden“, beschreibt der Dernauer seine weiteren Schritte in der summenden Welt.