1. Region
  2. Ahr & Rhein
  3. Mehr von Ahr & Rhein

Kandidatenporträt: Landtagswahl in Rheinland-Pfalz: Einzelkämpfer für die Basis

Kandidatenporträt: Landtagswahl in Rheinland-Pfalz : Einzelkämpfer für die Basis

Hotel-Betreiber Siegfried Verdonk will sich nicht nur für Gastronomen stark machen, sondern sieht zahlreiche weitere Punkte, bei denen der Schuh drückt. Der parteilose Einzelbewerber aus Winnerath bewirbt sich im Landtagswahlkreis 14.

Auf seinem Plakat steht  zu lesen: „Handeln statt reden“. Gleichwohl hat sich auch der parteilose Einzelbewerber Siegfried Verdonk Zeit genommen, um mit dem GA über seine Kandidatur zu sprechen. Ein besonderes Anliegen ist dem 60-Jährigen aus Winnerath (Verbandsgemeinde Altenahr), der im Wahlkreis 14 antritt, die Situation der Gastronomiebetriebe in der Corona-Pandemie, betreibt er in seinem Heimatort doch selbst ein Hotel. So wünscht er sich, dass er und seine Kollegen schnell wieder öffnen können. Schließlich habe es in der Gastronomie vor der im Herbst abermals angeordneten Schließung ein „hervorragendes“ Konzept für die Einhaltung von Hygiene-Regeln gegeben. „Plötzlich wurde uns der Teppich unter den Füßen weggezogen. Da war das beste Konzept nichts mehr wert.“

Als Landtagsabgeordneter, so betont Verdonk, würde er sich für andere Branchen ebenso einsetzen wie für die eigene. „Wenn sich da jemand herumtreibt, der nur an sich denkt, ist das der falsche Mann. Wir brauchen Leute, die absolut frei und unabhängig sind“, sagt er. Den sogenannten Fraktionszwang, bei dem Abgeordnete bei einem Thema nach vorheriger Absprache einheitlich abstimmen, könne er „beileibe nicht haben“.

Was den Umgang mit der Pandemie angeht, hält Verdonk es für denkbar, etwa Bewohner in Altenheimen abzuschirmen, um in anderen Bereichen dafür mehr Öffnungen zu ermöglichen. Wichtig sei, dass dann auch das Personal in den Heimen geschützt wird.

Die – angesichts der Pandemie dringend notwendige – Digitalisierung in Deutschland dauert laut Verdonk zu lange. Der Breitbandausbau für schnelles Internet ziehe sich von einer Legislaturperiode zur nächsten. Und auch fehlende Laptops für den Unterricht kritisiert Verdonk. Dabei habe er bereits vor 20 Jahren gelesen, dass Schulkinder mit den mobilen Computern ausgestattet werden sollen.

Zu wenig geachtet wird laut Verdonk auf die „einfachen Leute“ an der Basis. Sowohl diese als auch die Jugend benötigten Perspektiven für einen sozialen Aufstieg aus eigener Kraft. „Das ist im Moment nicht gegeben“, beklagt er.

Früher, so Verdonk, habe er sich politisch bei CDU und FDP verortet. Heute ist auf seiner Internetseite von „volksvergessener Elite“ die Rede. Und von einer Regierungschefin, die sich kaum mehr traue, „Wahrheiten zur Kenntnis zu nehmen“. Sich selbst bezeichnet Verdonk als „Dissident“, also als Andersdenkenden.

Radikalen Kräften indes will Verdonk entgegentreten, gleichzeitig aber gegen die Spaltung der Gesellschaft kämpfen, Linke und AfD nicht stigmatisieren, sondern versuchen, sie zu überzeugen. Denn beide Parteien sprächen Probleme an, „die virulent sind“.

Sein Ziel bei der Landtagswahl? Zufrieden sei er mit jedem Ergebnis. „Wenn sie sauer sind, dass die Leute nicht so abgestimmt haben, wie Sie sich das vorgestellt haben, sind Sie der falsche Mann“, gibt er zu bedenken. Die Demokratie, macht Verdonk deutlich, gelte es zu erhalten. Das gehe aber nicht, „indem man sich aufs Sofa legt und alles über sich ergehen lässt“.