Kultur in Bad Neuenahr: Kreisstadt wäre ärmer ohne die Are-Gilde

Kultur in Bad Neuenahr : Kreisstadt wäre ärmer ohne die Are-Gilde

Der Jubiläumspartner Volksbank unterstützt die Künstler bei ihrer großen Herbstausstellung. Die Are-Gilde wurde vor 75 Jahren gegründet. Aktuell gehören der Vereinigung 26 Künstler an.

Dass ein Jubilar dem anderen dabei hilft, seinen Geburtstag zu feiern, ist nicht alltäglich, zumal wenn es sich um ein Geldinstitut und eine Künstlervereinigung handelt. Elmar Schmitz, Vorstandsvorsitzender der Volksbank RheinAhrEifel, nannte die Motivation: „Sowohl die Are-Gilde als auch unsere Genossenschaftsbank sind seit vielen Jahren mit der Ahrregion und den Menschen hier verbunden.“ Die Kreisstadt „wäre ärmer, wenn es die Are-Gilde nicht gäbe“. Im Duo-Jubiläumsjahr entschloss sich daher die 150 Lenze zählende Bank, die 75-jährige Gilde „nicht nur ideell zu unterstützen“.

Davon zeugte die feierlich eröffnete Herbst-Ausstellung. In der Bank, wo Werner Mertens Foto vom tanzenden Kerzenrauch das Entree akzentuierte, folgte Schmitz‘ Worten „Der Gesang der Lerche“, temperamentvoll dargeboten durch Violinistin Victoria Nyikes und Gisbert Stenz am Klavier. Schriftsteller Horst Saul las seine Erzählung „Gras“. Dann hatte Eva-Maria Kreuter die Aufmerksamkeit. Als „herausragende Leistung“ bezeichnete die Gilde-Vorsitzende in ihrer Ansprache die 75-jährige Existenz des Künstlerkreises. Wie 1941 zählen zum Kreis heute wieder Maler und Bildhauer, Schriftsteller und Musiker, während die Fotografie in neuerer Zeit hinzukam.

Schließlich stand die Ausstellung der aktuell 26 Künstler zählenden Gilde im Fokus. Unter den Skulpturen, die auch zwei Bronzefiguren von Pater Franz Ludwig einschließen, fielen Otto Kleys perfekt geschwungene „Candela“ (Kerze) und Margarete Gebauers kuriose Gabel- und Messerfüßler auf. Die Bildwerke, darunter Papier-Collagen von Eldo von Wittgenstein, überwiegen indes bei Weitem. Da hat Dieter Breuer ebenso frisch wie farbig einnehmend seine „Apfelblüte“ in Szene gesetzt. In triefendes Rot taucht Ulrich Schmidt-Contoli eine Weinlandschaft. Hingegen lässt Sonja Mohr-Pinz mit Röntgenblick Knochen im Regenbogenkolorit leuchten, ein Bild, das als Vorlage für Glaskunst taugt. Robert Reuter nimmt in Figurenbildern die Handy-Gesellschaft aufs Korn. Zudem bereichert Christina Schäfer die Schau mit der sensibel gemalten Seitenansicht eines Mädchens. Dessen Kopfneigung und ein trefflich strukturierter Hintergrund laden zur Versenkung ein.

Doch damit sind die malerischen Geburtstagsgrüße noch nicht erschöpft. Sie reichen von Anneli Leufgens Landschaftsaquarellen über Dorle Schweiss Sommerimpressionen, Angelika Castellis belebtes Kurviertel und Marlis Blettners lodernden Rotwein-Wanderweg bis zu Manfred Puschs gelb strahlender Komposition „Einer glänzenden Zukunft entgegen“. An der Ausstellung, die bis 20. Oktober geöffnet ist, beteiligen sich zudem Georg Heike, Richard Kraus, Werner Winkler sowie als Gäste Claus Bella, Antje Schlaud und Nihad Gule.