Kriminalstatistik im Kreis Ahrweiler: Kripo lobt Grafschafter Initiativen

Kriminalstatistik im Kreis Ahrweiler : Kripo lobt Grafschafter Initiativen

Wilfried Manheller legt Kriminalstatistik für die Inspektion der Kreisstadt vor. Es gab mehr Fälle von Körperverletzungen. Lob gab es für private Initiativen.

Lob kommt bei der Auswertung einer Kriminalstatistik nicht so häufig vor. Doch für Wilfried Manheller, Chef der Ahrweiler Kripo, muss das sein. Denn durch die privaten Initiativen auf der Grafschaft nach dem polizeilichen Präventionskonzept „Wachsamer Nachbar“ konnte dort die Zahl der Einbrüche reduziert werden. Waren es im Oktober 2015 noch elf Fälle, gab es im März dieses Jahres nur noch zwei.

Manheller: „Seit es diese Initiativen gibt, haben wir eine Fülle von Hinweisen bekommen, die wir sonst nicht hätten. Das sind Bürger, die Verantwortung übernehmen, durch die Dörfer gehen und aufmerksam sind. Wenn das so läuft, ist alles top.“ Sogenannte Bürgerwehren, die jüngst auch von Innenminister Roger Lewentz massiv kritisiert wurden, lehnt er hingegen ab. Das wollen die Grafschafter Bürgerstreifen um Initiatorin Elke Wolber aber auch gar nicht sein.

Insgesamt registrierte die Polizei Bad Neuenahr-Ahrweiler im vergangenen Jahr 2838 Straftaten, 251 oder 9,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote stieg um zwei Punkte auf 47,9 Prozent.

580 Fälle von schwerem Diebstahl, dazu gehören auch Einbrüche, hat es 2015 gegeben, was einem Plus von 43 Prozent entspricht. Das Fünf-Jahres-Mittel liegt bei 393 Taten. Die hohe Steigerungsrate zum Mittelwert führt Manheller auf die deutliche Zunahme bei Diebstählen aus Autos von 136 im Jahr 2014 auf 202 in 2015 zurück. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist von 108 auf 126 gestiegen. Hinzu komme eine Einbruchsserie in Geschäfte, die einer Gruppe Heranwachsender aus der Kreisstadt nachgewiesen werden konnte. Um fünf Prozent abgenommen haben mit 368 Fällen die Sachbeschädigungen, deren Mittelwert jedoch 361 Taten beträgt.

Zugenommen haben die Fälle von Körperverletzung um 14 Prozent auf 265 im vergangenen Jahr, wobei es 29 Fälle (Mittelwert 28) von schwerer Körperverletzung gab. „Hier stellen wir allerdings fest“, so Manheller, „dass die Brutalität insbesondere durch Tritte gegen den Körper oder den Kopf der Opfer zugenommen hat.“ Die Rauschgiftdelikte sind um 20 Prozent auf 185 gesunken, liegen aber über dem Fünf-Jahres-Mittel von 165 Taten. „Diese Zahlen sagen allerdings mit Blick auf die tatsächlich vorhandene Betäubungsmittelkriminalität wenig aus. Es muss von einer großen Dunkelziffer ausgegangen werden“, so der Kripochef. Das sei auch ein Ergebnis der sogenannten Kontrolldichte, die auch von Personalbestand und Arbeitsbelastung abhänge.

Als „konstant niedrig“ bezeichnet Manheller die Zahl der Fälle von Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Dort stehen 87 Fälle einem Fünf-Jahres-Mittel von 77 Fällen gegenüber. 684 Senioren wurden Opfer einer Straftat (darunter 390 Diebstähle, 140 Betrugsdelikte), 116 Senioren wurden als Tatverdächtige mit Schwerpunkt Ladendiebstahl ermittelt.

Der Ausländeranteil für die Kreisstadt und die Grafschaft liegt bei acht Prozent, der Anteil der tatverdächtigen Ausländer lag 2015 bei 20 Prozent. Manheller: „Im Zusammenhang mit der Aufnahmeeinrichtung für Asylsuchende auf dem Gelände der Ahrweiler Akademie kam es zu 29 Straftaten. Dabei handelte es sich in in erster Linie um kleinere Delikte wie einfache Körperverletzung und Diebstahl.“