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Landrat Jürgen Pföhler: SPD-Kreistagsfraktion fordert Rücktritt

Zukunft des Ahrweiler Landrats : SPD-Kreistagsfraktion appelliert an Pföhler, freiwillig zurückzutreten

Die Ahrweiler SPD-Kreistagsfraktion apelliert an Landrat Jürgen Pföhler, von seinem Amt freiwillig zurückzutreten. Man wolle dem Landrat und vor allem den Menschen im Katastrophengebiet ein aufwendiges Abwahlverfahren ersparen.

Nachdem die Grünen erklärt hatten, dass sie in der für kommende Woche terminierten Kreistagssitzung ein Abwahlverfahren gegen Landrat Jürgen Pföhler beantragen, appelliert die SPD-Kreistagsfraktion nun an den Landrat, vom Amt freiwillig zurückzutreten. „Gerade in dieser Krise benötigt unser Kreis auch Führung und Orientierung. An beidem hat es in den vergangenen Wochen gemangelt“, so Fraktionsvorsitzender Christoph Schmitt.

Die Aufarbeitung der rechtlichen Fragen rund um den 14. und 15. Juli liege in den Händen der Staatsanwaltschaft, so die SPD. Aber auch die moralischen und politischen Fragen, die mit der Flutkatastrophe und ihren Folgen verbunden seien, müssten beantwortet werden.

Schmitt: „Hier vermissen wir klare Antworten vom Landrat des Kreises Ahrweiler. Sein Verhalten hat das Vertrauen in ihn und seine Amtsführung erschüttert.“ Von Pföhler sei keine Führung in dieser Krise zu erwarten.

In den kommenden Monaten und Jahren stehe der Landkreis vor gigantischen Herausforderungen. Schmitt: „Diesen möchte der Kreistag partei- und fraktionsübergreifend begegnen. Wir wollen unsere Region wiederaufbauen. Wir bedauern, dass dies mit Pföhler trotz seiner unbestreitbaren Verdienste für unseren Landkreis und seine Menschen nicht mehr möglich ist.“

Man wolle dem Landrat und vor allem den Menschen im Katastrophengebiet ein aufwendiges Abwahlverfahren ersparen. Deshalb erwarte der Kreistag des Landkreises Ahrweiler, dass Jürgen Pföhler seiner politischen Verantwortung gerecht werde. „Wir fordern ihn auf, den Weg für einen Neuanfang frei zu machen“, sagte der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, der für seine Partei als Kandidat bei der Bundestagswahl antritt.

Zuvor hatte bereits die CDU-Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil (Andernach) deutlich gemacht, Pföhler genieße kein Vertrauen und keinen Rückhalt mehr. Nachdem sich der Landrat erst am Dienstag mit einer Pressemitteilung an die Öffentlichkeit gewandt hatte und sein tiefes Bedauern zum Tod der bei der Flutkatastrophe ums Leben gekommenen Menschen geäußert hatte, wurde am Mittwoch mitgeteilt, dass sich der Landrat derzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sehe, seinen Amtsgeschäften nachzukommen.