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Spatenstich für neue Lagerhalle: Logistikunternehmen baut in Bad Breisig Halle für 7000 Paletten

Spatenstich für neue Lagerhalle : Logistikunternehmen baut in Bad Breisig Halle für 7000 Paletten

Der Bad Neuenahrer Logistikdienstleister Neukirchen baut in Bad Breisig eine große Lagerhalle. Auf 3500 Quadratmetern Grundfläche entstehen 7000 Palettenstellplätze und vier Andockstationen.

Weil am Wiesenweg in Heimersheim kein Platz mehr für eine Firmenerweiterung war, erwarb die Spedition Neukirchen im Jahr 2016 ein zwei Hektar großes Grundstück im Gewerbegebiet Bad Breisig. Nachdem dort im Jahr 2017 ein Hochregallager gebaut worden ist, entsteht dort derzeit eine zweite Lagerhalle. Auf einer Grundfläche von 3500 Quadratmetern soll sie demnächst 7000 Palettenstellplätze und vier Andockstationen bieten. „Mit dem Neubau wollen wir uns für künftige Herausforderungen der Lagerlogistik wappnen“, sagte Werner Neukirchen, Seniorchef des Unternehmens, beim symbolischen ersten Spatenstich für das Projekt mit einem siebenstelligen Investitionsvolumen.

Rohstoffe und Fertigprodukte sollen am neuen Standort, bloß einen Steinwurf von der Grenze nach Sinzig entfernt, gelagert und durch Kommissionierung, Shuttle-Verkehre und andere Mehrwertdienste ergänzt werden, sagte Neukirchen weiter. Der Standort Sinzig, an dem derzeit sechs der insgesamt mehr als 60 Mitarbeiter der Spedition tätig sind, werde mittelfristig zum zentralen Logistikzentrum des Familienunternehmens, das sich „von einer reinen Spedition zu einem Full-Service-Logistikdienstleister mit den Leistungsbereichen Transport-, Lager- und Umzugslogistik entwickelt hat“.

Gut 75 Jahre sind vergangen, seit Josef Neukirchens Vater Werner im Mai 1945 aus einem Straßengraben bei Bengen einen Lkw barg. Der Wagen war dort, obwohl er noch ganz manierlich aussah, von der Wehrmacht zurückgelassen worden. Neukirchen transportierte ihn auf sein Grundstück an der Heerstraße in Bad Neuenahr, machte ihn wieder flott und gründete mit Genehmigung der amerikanischen Besatzer noch im gleichen Monat die Spedition Neukirchen. Vier Jahre lang tat ihm das ehemalige Militärfahrzeug gute Dienste, bevor Josef Neukirchen 1949 einen fabrikneuen Lkw kaufte.

Damit transportierte das junge Unternehmen 1951 neue Kirchenglocken von Bochum zur Rosenkranzkirche Bad Neuenahr. Und ab 1955 bescherte die Verlegung einiger der neu aufgestellten Einheiten der Bundeswehr an die Ahr dem Unternehmen zahlreiche Aufträge. Denn die Soldaten mussten häufig ihre Dienstorte wechseln und nahmen dabei auch ihre Familien mit.

Nach dem Ankauf zusätzlicher Grundstücke wurde der Betriebshof an der Heerstraße 1972 deshalb um Bürogebäude, Werkstatt und Tankstelle erweitert. Nach der Jahrtausendwende, als es auf dem Gelände an der Heerstraße zu eng geworden war, zog die Spedition auf ein Grundstück im neuen Gewerbegebiet am Wiesenweg in Heimersheim um. Aber auch dort mangelte es rasch an Platz, und Erweiterungsmöglichkeiten gab es nicht. Deshalb entschieden sich Thomas und Reimund Neukirchen, die Söhne von Werner Neukirchen und Enkel des Firmengründers, die im Jahr 2001 die Unternehmensleitung übernommen hatten, für den Standort Bad Breisig.