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Neustart für Digitalpakt an Schulen​ im Kreis Ahrweiler

Neustart für Digitalpakt : Kreiseigene Schulen im Flutgebiet bekommen Mittel für digitale Infrastruktur

Investitionen in Millionenhöhe hat der Kreis in die Digitalisierung der kreiseigenen Schulen getätigt, die zum Teil der Flut zum Opfer fielen. Nun soll die digitale Infrastruktur wiederhergestellt werden.

Gut 3,1 Millionen Euro hatte der Kreis Ahrweiler vor der Flut im Rahmen des „Digitalpakts Schulen“ in den kreiseigenen Schulen investiert, damit waren etwa 90 Prozent der zur Verfügung stehenden Summe von insgesamt 3,4 Millionen Euro ausgegeben. 2021 sollten vorrangig die notwendigen Infrastrukturmaßnahmen zum Ausbau des drahtlosen Netzzugangs (W-Lan) erfolgen, um anschließend die interaktiven Anzeigegeräte (Smart-Displays) sowie zusätzliche mobile Endgeräte anzuschaffen und zu installieren. Doch die Flut hatte in einigen kreiseigenen Schulen die gerade installierten Gerätschaften wieder zerstört. Deren Wiederherstellungskosten sollen über den Wiederaufbaufonds finanziert werden, wobei aufgrund der teilweise unklaren Planungssituation der einzelnen Schulstandorte und geänderter Raumkonzepte die noch intakte Infrastruktur an die neuen Anforderungen angepasst werden müsse. Das berichtete Werkleiter Jörg Hamacher dem Werksausschuss, der den Bericht zustimmend zur Kenntnis nahm.

Notwendiges IT-Personal beim Kreis aufgestockt

Das „Sofortausstattungsprogramm“, auch als „Digitalpakt II“ bekannt, wolle Schulen dabei unterstützen, die Teilnahme am Unterricht im Homeschooling für Schüler zu ermöglichen, die für den digitalen Unterricht keine geeigneten Mittel zur Verfügung haben. Auch hier hatte der Eigenbetrieb Schul- und Gebäudemanagement schon im September 2020 insgesamt 441 Laptops sowie 494 Tabletts für 317.262,95 Euro bestellt. Weil in der letzten Woche des Schuljahres 2020/21 die Ausleihgeräte wieder eingesammelt wurden, habe das Hochwassers leider in vier Schulen insgesamt 68 Laptops sowie 214 Tablets zerstört. Diese Geräte wolle man ebenfalls aus Mitteln des Wiederaufbaufonds wiederbeschaffen.

Mit dem „Digitalpakt III“ werde auch die professionelle Administration und Wartung digitaler Infrastrukturen an Schulen gefördert, so Hamacher. Für den Kreis Ahrweiler standen hierfür 300.000 Euro zur Verfügung. Das Geld könne für Personalkosten oder als Sachmittel in direkter Verbindung mit Investitionsmaßnahmen des Digitalpakts Schule verwendet werden. Inzwischen sei die Zahl der IT-Systemadministratoren für die Schul-IT-Betreuung auf sechs Vollzeitstellen gestiegen und werde voraussichtlich zur Jahresmitte um einen weiteren IT-Systemadministrator anwachsen.

Telekom räumt Breitbandanbindung im Ahrtal hohe Priorität ein

Mit dem „Digitalpakt IV“ seien im September 2021 rund 369.000 Euro für die Beschaffung von mobilen Leihgeräten für Lehrkräfte bereitgestellt worden. Davon seien 200 Laptops sowie 480 Tablets beschafft worden, wobei aufgrund der langen Lieferzeiten die Auslieferung der Leihgeräte erst im März/April 2022 abgeschlossen werden konnte.

Das Konzept zur Breitbandanbindung der Kreisschulen über Richtfunk und einen leistungsfähigen Gigabit-Internetanschluss wurde bereits Anfang 2021 begonnen, so Hamacher weiter. Trotz der massiven Zerstörung des Leitungsnetzes der Telekom im Ahrtal konnten die Anschlüsse in der Kreisverwaltung im November 2021 und in der Verbandsgemeinde Adenau im Februar 2022 freigeschaltet werden. „An dieser Stelle sei erwähnt, dass die Telekom die Bearbeitung des Auftrages vor dem Hintergrund der katastrophalen Situation im Ahrtal priorisiert und die Bereitstellung der Leitungen beschleunigt umgesetzt hat“, lobte der Werkleiter.

Richtfunk als etablierte Lösung im Kreis

Parallel startete im September 2021 die Errichtung der Richtfunkstrecken. Obwohl die Aufräumarbeiten in den betroffenen Schulen im Stadtgebiet noch in vollem Gang waren, konnte mit der Errichtung der Richtfunkantennen begonnen werden. Da das Telekom-Netz im Ahrtal komplett zerstört war, hätten die Schulstandorte auch über keinen funktionierenden Internet- und Telefonanschluss mehr verfügt, der für den Schulbetrieb unerlässlich sei. Durch die Errichtung der Richtfunkstrecken seien die Schulen in der Kreisstadt mittlerweile wieder mit einem Internet- und Telefonanschluss über die Kreisverwaltung versorgt.

Inzwischen seien auch alle anderen Schulen, die an ihren ursprünglichen Standort zurückgekehrt sind, per Richtfunk an das Breitbandnetz angebunden. Darüber hinaus seien die Schulstandorte in Remagen, Sinzig und Adenau ebenfalls per Richtfunk vernetzt und profitierten so von der Breitbandanbindung. Für den Ausweichstandort der Don-Bosco-Schule und der Levana-Schule sei die Richtfunkanbindung bereits beauftragt und in Planung.