Besucherrekord 45.000 Motorradfahrer starteten am Nürburgring in die Saison

Nürburgring · Zum Saisonauftakt der Zweiradfreunde kamen so viele Motorradfahrer wie noch nie zuvor an den Nürburgring. Beim traditionellen Korso erkundeten die Biker die legendäre Rennstrecke auf zwei Rädern. Zuvor gab es Segen für alle beim ökumenischen Gottesdienst.

45.000 Motorradfahrer beim Anlassen am Nürburg - Bilder
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45.000 Motorradfahrer in der Grünen Hölle

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Die Tage werden länger, das Wetter besser: Zeit fürs Motorradfahren. Zum Auftakt der Motorrad-Saison haben sich am Sonntag nach Angaben des Veranstalters rund 45.000 Menschen zum traditionellen „Anlassen“ am Nürburgring getroffen. „Wir haben die Ziel- und Startgerade als Ausweichfläche für die Motorräder geöffnet. Das gab es noch nie“, sagte Nürburgring-Sprecher Alexander Gerhard. Er sprach von einem Besucherrekord, denn bislang war 2019 mit rund 20.000 Bikern das bestbesuchte „Anlassen“. Es sei voll, verlaufe aber friedlich, bestätigte ein Sprecher der Polizei.

Seit einem viertel Jahrhundert treffen sich die Motorradfahrer beim Motorrad-Gottesdienst „Anlassen“ am Nürburgring zu ihrem traditionellen Saisonauftakt. Pünktlich zum 25-jährigen Jubiläum gab es am vergangenen Wochenende einen Besucherrekord mit Bikern aus ganz Deutschland und den Nachbarländern. Damit alle Platz fanden, öffnete diesmal nicht nur das Grand-Prix-Fahrerlager als Stellfläche, sondern auch die Start- und Zielgerade der Grand-Prix-Strecke. So gab es genug Raum für die Motorräder und den Smalltalk unter Enthusiasten. Im vergangenen Jahr waren etwa 7000 zur Rennstrecke in der Eifel gekommen. Davor musste die Motorradszene drei Jahre lang auf den Saisonauftakt verzichten, zunächst wegen der Corona-Pandemie und dann wegen Schneefällen.

Korso als emotionaler Höhepunkt

Emotionaler Höhepunkt war – ebenfalls gelernte Tradition – der gemeinsame Korso über die Nordschleife. Tausende Biker fuhren so auch dieses Jahr wieder zum Abschluss der Veranstaltung über die berühmteste Rennstrecke der Welt und sorgten auf den 20,832 Kilometern für eindrucksvolle Bilder. Kurz zuvor hatten sie beim ökumenischen Gottesdienst den Segen erhalten. Pastor Klaus Kohnz und Pfarrer Günther Wink erinnerten dabei an die Gefahren, die vom Motorradfahren ausgehen und appellierten an die Biker, stets der Vernunft Vorfahr zu gewähren. Ohnehin stand beim „Anlassen“ auch das Thema Verkehrssicherheit im Fokus. Das rheinland-pfälzische Landeskriminalamt (LKA) hatte einen Informationsstand über Manipulationen, Polizeimotorräder und Fahrsicherheit aufgebaut. Nach Angaben des LKA verunglückten im vergangenen Jahr rund 1800 Motorradfahrer allein in Rheinland-Pfalz. Dabei wurden 513 Menschen schwer verletzt, 38 starben.

Aber auch darüber hinaus stand der Tag ganz im Zeichen des Motorradfahrens. Während sich die jüngeren Besucher im Kinderbereich auf kleinen Motorrädern ausprobieren konnten, hatten die Erwachsenen die Möglichkeit, ihre Maschinen auf dem Prüfstand zu testen. Gleichzeitig boten das ADAC-Fahrsicherheitszentrum am Nürburgring, die rheinland-pfälzische Landespolizei sowie das Deutsche Rote Kreuz spannende Vorführungen und Demonstrationen. Nicht weit entfernt zog das Medical Center zahlreiche Besucher an, wo Leiter Armin Link faszinierende Einblicke hinter die Kulissen des Rennstrecken-Krankenhauses gewährte.

Nach dem Anlassen warten in diesem Jahr noch weitere Motorrad-Events am Ring. So die Internationale Deutsche Motorradmeisterschaft (IDM) vom 30. August bis 1. September, das ADAC/DMC Race Weekend vom 10. bis 11. Mai sowie der Kölner Kurs am 12. Mai.

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