Straftaten an der Ahr: Polizei lobt Grafschafter Initiativen

Straftaten an der Ahr : Polizei lobt Grafschafter Initiativen

Kripochef Wilfried Manheller hat die Kriminalstatistik 2016 für den Dienstbezirk Bad Neuenahr-Ahrweiler vorgelegt. Das Fazit: Weniger Taten, höhere Aufklärungsquote.

Lob hat bei Statistiken Seltenheitswert. Umso mehr darf es die Grafschafter Initiativen unter dem Motto „Wachsamer Nachbar“ freuen, dass Ahrweilers Kripochef Wilfried Manheller sie in der Kriminalstatistik für 2016 heraushebt. „Seitdem diese Initiativen aktiv sind, hat es eine Fülle an guten Hinweisen an die Polizei gegeben, die immer wieder zur Ermittlung und zur Festnahme von Tatverdächtigen führte“, anerkennt Manheller.

Die Zahlen sprechen für sich: Gab es 2015 noch 77 Wohnungseinbrüche bei Dämmerung, waren es 2016 nur noch 63. Die Aufklärungsquote stieg von 11,9 auf 17,1 Prozent. Mit 46 Fällen blieb die Zahl der Tageswohnungseinbrüche nahezu konstant. Die Aufklärungsquote stieg jedoch von 10,6 auf 21,7 Prozent. Speziell auf der Grafschaft ging die Zahl der Einbrüche von 56 im Jahr 2015 auf 34 im vergangenen Jahr zurück. Das Engagement der Initiativen sei wichtig, da, so Manheller, „eine flächendeckende Bestreifung des Dienstgebietes mit mehr als 30 Ortschaften nicht gewährleistet werden kann“.

Angestiegen ist in der Kreisstadt und auf der Grafschaft hingegen die Zahl der einfachen Körperverletzungen von 209 auf 258 Fälle, was einen Zuwachs von 23 Prozent bedeutet. In 2016 gab es 38 schwere Körperverletzungen im Vorjahr 34. In dieser Sparte hat sich das Verhalten der Bevölkerung verändert: „Es wird häufiger Anzeige erstattet.“ Dies auch bei Gewalt in engen sozialen Beziehungen. Dort stehen 87 Fällen im Jahr 2015 für das vergangene Jahr 110 Fälle gegenüber. Eine Steigerung um 26 Prozent. Bemerkenswert für den Kripochef: Gab es 2014 nur 14 tatverdächtige Frauen (60 Männer) hat sich die Zahl gewalttätiger Frauen auf 28 verdoppelt. Bei den tatverdächtigen Männern sank die Fallzahl um zwei auf 58.

Manheller: „Zudem stieg bei Gewalt in engen sozialen Beziehungen der Anteil der ausländischen Tatverdächtigen von 23 auf 28 Prozent.“ Gerade unter Zuwanderern habe es im vergangenen Jahr immer wieder Auseinandersetzungen zwischen Ehepartnern gegeben, „die möglicherweise auf die veränderten Lebensumstände zurückzuführen sind“. Allgemein seit der Anteil ausländischer Tatverdächtiger in den vergangenen fünf Jahren von 15 auf 24 Prozent gestiegen. Wobei das Spektrum der Delikte von einfachem Diebstahl bis zu Bedrohung, Nötigung und Körperverletzung reichte.

Rückläufig waren im vergangenen Jahr die Diebstahlsdelikte. Gab es 2015 noch 651 Fälle von einfachem Diebstahl, waren es 2016 mit 565 Fällen 15 Prozent weniger. Die Zahl der Pkw-Aufbrüche mit Diebstahl sank von 210 auf 139, was eine Verringerung um 33 Prozent ausmacht. Nachgelassen haben auf die Fälle von Sachbeschädigung von 392 auf 352 sowie die Rauschgiftdelikte von 183 auf 165 Fälle im vergangenen Jahr. Fast gleich geblieben ist die Zahl der Fälle aus dem Bereich Betrugs- und Computerkriminalität mit 484 zu 478 Fällen im Jahr 2015.

Im Gesamtüberblick von Wilfried Manheller ergibt sich für das vergangene Jahr eine Anzahl von 3136 Straftaten. Das sind 227 Fälle oder 6,7 Prozent weniger als noch im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote stieg hingegen von 50,9 Prozent im Jahr 2015 auf 54,6 Prozent im Jahr 2016.