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Älteste Burg im Ahrtal: Sanierung der Saffenburg geht weiter

Älteste Burg im Ahrtal : Sanierung der Saffenburg geht weiter

Mayschoß hat mit dem dritten Bauabschnitt zur Sanierung der Reste der Saffenburg begonnen. Im Mittelpunkt steht dabei die Wiederherstellung des einstigen Burgkellers, der für touristische Zwecke genutzt werden soll. Dabei muss man Rücksicht auf Mauereidechsen nehmen.

Die Fundamente sind gelegt. Mit dem Bau eines Wetterschutzes an der Hütte auf dem Ruinengelände der Mayschosser Saffenburg hat der dritte Bauabschnitt zur Sanierung der Reste der ältesten Burg im Ahrtal begonnen. Längst hatte der Rat der Gemeinde Mayschoß das Projekt beschlossen, endlich kam jetzt die Baugenehmigung von der Kreisverwaltung. Der Wetterschutz ist allerdings nur der kleinere Teil des auf insgesamt 469 000 Euro veranschlagten Bauabschnitts. Wesentliches Projekt ist die Wiederherstellung des einstigen Burgkellers, der für touristische Zwecke genutzt werden soll.

Offenbar ist es auch der Burgkeller, der den Beginn der neuen Baumaßnahmen verzögert hat. Denn bei der landespflegerischen Prüfung des unter Naturschutz stehenden Areals war eine Population von Mauereidechsen in dem Schutt im alten Weinkeller entdeckt worden. Darum kann der Keller erst im kommenden Frühjahr geräumt und saniert werden.

Von den Kosten für den gesamten Bauabschnitt übernimmt das Land 278 000 Euro unter der Voraussetzung, dass die Maßnahme vor Jahresende 2020 beginnt. Da aber noch nicht mit der Kellersanierung begonnen werden konnte, gibt’s jetzt also erst einmal den Wetterschutz. Die Fundamente dafür erstellten Mitglieder des Fördervereins Saffenburg unter Anleitung des beauftragten Architektenbüros RWK aus Remagen.

Der dritte Bauabschnitt wird von der Ortsgemeinde Mayschoß als Bauherr durchgeführt – wie die beiden vorherigen Abschnitte. Zusammen mit dem 1998 gegründeten Förderverein Saffenburg muss die Gemeinde die restlichen 190 000 Euro aufbringen.

Förderverein hat mehr als 200 Mitglieder

Der Förderverein Saffenburg hat sich zur Aufgabe gemacht, die spärlichen Reste der Burg zu erhalten beziehungsweise zu sanieren. Das ist bislang schon mit 350 000 Euro zu Buche geschlagen. Geld kommt von den Beiträgen der mittlerweile mehr als 200 Vereinsmitglieder und von privaten Spendern. Große Beträge leistet jedes Jahr die Winzergenossenschaft Mayschoß-Altenahr durch den Verkauf des „Saffenburg-Weins“. Von jeder verkauften Flasche dieses trockenen Spätburgunders führt die Genossenschaft einen Euro an den Förderverein Saffenburg ab, der so die Kredite bedienen kann.

Dass das Engagement des Fördervereins und der Gemeinde große Wirkung hat, ist gerade wieder durch die Auszeichnung des Ruinen-Plateaus als „Schönste Weinsicht“ durch das Deutsche Weininstitut belegt worden. Eine Stele auf der Freifläche hoch über der Ahr, gestaltet als überdimensionale Weintraube, kennzeichnet den Platz, von dem aus ein atemberaubender Blick auf das alte Weindorf, ins Ahrtal, über Weinberge und bewaldete Hügel gegeben ist.