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Kandidatenporträt: Schnellradwege statt Bus und Bahn

Kandidatenporträt : Schnellradwege statt Bus und Bahn

Martin Thormann tritt als Direktkandidat für die FDP zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im Wahlkreis 13 (Remagen/Sinzig) an. Er will bessere, eventuell private Krankenhäuser.

„Ich habe gelernt: Wenn ich etwas verändern will – mein Kind möchte zum Beispiel einen Spielplatz –, ist die einfachste Möglichkeit, politisch dafür zu werben. Gerade im kommunalen Bereich“, sagt Martin Thormann. Der 41-jährige FDP-Angehörige kandidiert im Wahlkreis 13 für das Landtagsmandat.

In der Kommunalpolitik verankert waren bereits Vater und Großvater: Ersterer ist im Stadtrat aktiv, letzterer war Kreistagsmitglied. Thormann ist in Sinzig aufgewachsen und wohnt dort auch. Seit 16 Jahren ist er FDP-Mitglied, seit über zehn Jahren in der Kommunalpolitik, seit Kurzem als Vorsitzender des Stadtverbands seiner Partei.

Die FDP wählte der gelernte Schriftsetzer als politische Heimat, da „nirgendwo sonst die Themen Freiheit und Europa so hochgehalten werden. Es gibt kein schöneres Gefühl für mich, als runter nach Spanien zu fahren, mit der gleichen Währung zu zahlen und ohne Grenzkontrolle einreisen zu dürfen.“

Im Hinblick auf die coronabedingten Schließungen ist Thormann geteilter Meinung. Einerseits müssten Hygieneregeln eingehalten und das Geschehen kontrolliert werden, andererseits brauchten die Bürger im Wahlkreis die Angebote von Gastronomie, Einzelhandel und Kultur. Und der Bund könne nicht ewig alles bezuschussen – irgendwann müsse wieder gewirtschaftet werden.

Ein anderes Ziel sei der Schutz des globalen Klimas. Bevor man aber die großen Klimathemen angehe, könne man im Kleinen anfangen. „Wenn ich von Waldorf nach Sinzig fahren will, habe ich eine schmale Landstraße, auf die nebeneinander gerade so zwei Autos passen. Das ist für Radfahrer gefährlich.“ Deswegen müssten Schnellradwege her.

An die Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs hingegen sei auf dem Land nicht zu denken, auch wenn dieser in den letzten Jahren verbessert worden sei. Zudem will Thormann die Kreise Ahrweiler und Neuwied besser verbinden. „Die beiden leben in Parallelwelten“, so Thormann.

Ebenfalls wichtig sei die Verbesserung des Medizinapparats. Die Krankenhäuser in Remagen und Bad Neuenahr-Ahrweiler seien zu halten und besser auszustatten, eventuell zu privatisieren, die Ärzteschaft aufzustocken. Der Landflucht der Ärzte müsse Einhalt geboten werden. Ziel sei, eine wohnortnahe und patientenorientierte stationäre Versorgung für den gesamten Kreis Ahrweiler sicherzustellen. Außerdem ist Thormann Digitalisierung wichtig.

„In Waldorf haben wir eine Zweitausender-Leitung für Unternehmen – das ist viel zu langsam. Dann geht es weiter mit dem Thema digitale Verwaltung. Für jeden Antrag muss ein Dokument gedruckt und ein Stempel gesetzt werden. Wir hängen digital hinterher.“

Was ihn persönlich charakterisiert und antreibt? „Zwölf Jahre war ich im Außendienst deutschlandweit unterwegs. Meine Leidenschaften, Politik und der Karneval, sind dabei viel zu kurz gekommen. Jetzt, da ich in Waldorf als stellvertretender Geschäftsführer vertreten bin, kann ich mich wieder für die Region einsetzen.“