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Kandidatenporträt: Schulleiterin will Chancengleichheit

Kandidatenporträt : Schulleiterin will Chancengleichheit

SPD-Kandidatin Susanne Müller tritt zur Landtagswahl in Rheinland-Pfalz im Wahlkreis 13 (Remagen/Sinzig) an. Sie will Armut bekämpfen und frühkindliche Pädagogik stärken.

Bildung und soziale Gerechtigkeit sind die zentralen Themen von SPD-Kandidatin Susanne Müller. Die 47-Jährige aus Walporzheim tritt bei der Landtagswahl am 14. März im Wahlkreis 13 an. Von Beruf ist Müller Rektorin der Unesco-Projektschule Bernadshof in Mayen – eine Förderschule mit dem Schwerpunkt sozial-emotionale Entwicklung. Zudem ist sie Mitglied einer Arbeitsgruppe des Bildungsministeriums Rheinland-Pfalz zur Weiterentwicklung der Realschulen Plus. In den vergangenen 20 Jahren habe sie das Bildungssystem aus vielen verschiedenen Perspektiven begreifen können.

Mit ihrer Kandidatur für den rheinland-pfälzischen Landtag, erzählt Müller im Gespräch mit dem GA, wolle sie die Kompetenzen, die sie in der Bildungspolitik gewonnen habe, „noch mal auf eine andere Wirkungsebene bringen“.

Müller will dafür sorgen, dass die soziale Herkunft weniger stark verantwortlich dafür ist, welche Bildungsbiografie Kinder und Jugendliche haben. An Förderschulen gebe es Kinder, die abgehängt seien. „Bei denen geht es nicht darum, ob sie sich einen Laptop leisten oder nicht, sondern es ist für die Eltern vielleicht schon zu viel, sich Geodreiecke und einen Buntstift zu besorgen“, berichtet Müller von der Armut, die es an den Schulen mitunter gibt. Für sie sei es tägliche Motivation, einen Anteil daran zu leisten, dass jeder etwas aus seinen Lebensbedingungen machen kann. Die Gesellschaft habe die Aufgabe, dafür zu sorgen, dass die Rahmenbedingungen „so gleich wie möglich sind“.

Bildungspolitisch zu wenig im Fokus stehe der Bereich frühkindliche Pädagogik. Dabei sei es „total bedeutsam“, diesen Bereich stärker in den Mittelpunkt zu stellen und zu erkennen, dass die wichtigen Prozesse in Erziehung und Sozialisation in der frühen Kindheit stattfinden. Eine große Herausforderung sei es, mit den Folgen sozialer Ungleichheit umzugehen. „Ich glaube, da ist eine Menge Sprengstoff drin.“  Durch die Corona-Pandemie sei die Ungleichheit gewachsen. Was die wirtschaftlichen Folgen der Pandemie angeht, so müsse die Bundespolitik dafür sogen, dass staatliche Überbrückungshilfen schneller ausgezahlt werden. Für viele Unternehmen werde es in Zukunft ein großes Standbein sein, sich digital aufzustellen.

Besonderer Ansporn ist für Müller bei ihrer Kandidatur, dass die Kreis-SPD im Falle eines Erfolgs wieder mit einem Mitglied des Landtags in Mainz vertreten wäre. In Gesprächen hätten Bürger sie auf das Fehlen eines SPD-Vertreters hingewiesen. Und darauf, dass ein Fürsprecher für die einfachen Leute in der Region nötig sei.