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Schulstart mit Corona im Kreis Ahrweiler: Eltern müssen draußen bleiben

Eltern müssen draußen bleiben : So war der Schulstart unter Corona-Bedingungen im Ahrkreis

Schulanfang im AW-Kreis: Da gab es Begrüßungen ohne Musik und Spiel, dafür aber Maskenpflicht und Hygienepläne. An einigen Schulen mussten die Eltern draußen bleiben oder waren nur zeitweise zum Schulstart ihrer Sprösslinge zugelassen.

Die Sommerferien in Rheinland-Pfalz sind beendet. Am Montag war Schulstart. Doch diesmal war alles anders als bisher. Corona war das alles beherrschende Thema. Auch bei den 1100 Erstklässlern, die zum großen Teil allerdings erst am Dienstag eingeschult werden.

Am ersten Schultag wurden jedoch an der Vischeltalschule, einer sogenannten Zwergschule in Krälingen, zwölf Kinder eingeschult. Das Klassenfoto mit Lehrerin „Toni“ Happe wurde zu einer Art Maskenball, eben nur ohne Tanz.

Begrüßung mit Masken: Zwölf Erstklässler in Krälingen mit Lehrerin „Toni“ Happe in der Vischeltalschule, einer anerkannten Zwergschule. Foto: Martin Gausmann

In der Leimersdorfer Grundschule ging am Montagmorgen alles sehr unaufgeregt zu. Dort werden erst am Dienstag 23 Erstklässler eingeschult. Die durften Montag jedoch schon ihre Sachen vorbeibringen. Jeweils ein Elternteil durfte die Kinder dabei in den Klassenraum begleiten, nachdem die FS’ler der Schule bereits auf dem Schulhof die Daten der Begleiter erfasst hatten.

Für die übrigen rund 100 Zweit- bis Viertklässler war keine elterliche Begleitung aufs Schulgelände möglich. Schulleiterin Heike Doe­bel und ihr Kollegium kümmerten sich in der außergewöhnlichen Situation um die Kinder und verfolgten die Einhaltung der Corona-Richtlinien. Alle waren bestens vorbereitet, auf die Situation eingestellt und beachteten die Hygieneregeln. Dass die Abstandsregel im Klassenraum entfallen ist, erleichtert die Arbeit für Kinder und Lehrer. In den Fluren und auf dem Schulhof herrschen dagegen Maskenpflicht und Abstandsgebot. „Das hat aber alles wunderbar geklappt“, so die Schulleiterin. Nach der Einschulung der i-Dötzchen am Dienstag startet dann am Mittwoch in Leimersdorf der Ganztagsschulbetrieb für 70 Kinder.

Namenserfassung der Erstklässler-Eltern in Leimersdorf. Foto: Martin Gausmann

Auf der Internetseite des Bad Neuenahrer Are-Gymnasiums wurde bereits im Vorfeld des Schuljahresbeginns ein umfangreicher Hygieneplan veröffentlicht. Das weitläufige Außengelände wurde auf Jahrgangsstufen aufgeteilt, die sich in den Pausen in ihrem Bereich aufhalten sollen, Einbahnregelungen wurden erarbeitet, Lüftungsregeln aufgestellt und Empfehlungen für den Toilettenbesuch gegeben. „Wir haben zudem ein gut funktionierendes E-Mail- und Kommunikationssystem untereinander und erreichen so Eltern und Schüler, die wir fast täglich über aktuelle Entwicklungen informieren“, betonte Schulleiter Heribert Schieler, der am Montag immerhin rund 850 Schüler fürs neue Schuljahr zu begrüßen hatte. Rund ein halbes Dutzend blieb dem Unterricht wegen familiärer Kontakte zu Infizierten und Quarantäne-Auflagen fern. „Das ist schon ein Ritt auf der Rasierklinge“, so Schieler, der feststellte: „Die Zahl derer, die nicht mit dem Bus kommen, sondern im Pkw gebracht wurden, schien mir deutlich höher als bisher. Die Folge war ein regelrechtes Verkehrschaos auf der Mittelstraße.“ In der Schule lief dann alles glatt, auch wenn man laut des Schulleiters nicht immer erwarten könne, dass sich alle an die Vorgaben, insbesondere beim Abstand, halten würden.

Eine halbe Stunde nach dem regulären Unterrichtsbeginn begannen dann die Begrüßungszeremonien für die neuen Fünftklässler. Insgesamt 99 Schüler starteten am Montag einen neuen Abschnitt in ihrer Schullaufbahn. „Die Begrüßung verlief relativ humorlos, ohne Musik und Spiel. Alle halbe Stunde kamen Schüler einer neuen Klasse mit ihren Eltern. Letztere mussten nach der Begrüßung in der Turnhalle wieder vom Gelände und durften die Kinder nach zwei Stunden wieder abholen“, so der Schulleiter.

Abstand auf den Fluren des Are-Gymnasiums. Foto: Martin Gausmann

Das hatte man am Franziskus-Gymnasium Nonnenwerth etwas anders gelöst. Dort wurden 83 neue Fünftklässler schon am Freitag eingeschult, und zwar im Rahmen eines festlichen Gottesdienstes und einer abwechslungsreichen Einschulungsfeier vor der Kulisse des historischen Klosterbaus, wo unter freiem Himmel das Abstandsgebot eingehalten werden konnte. Somit konnten auch alle Eltern der Fünftklässler an dem Ereignis teilhaben. Schulleiterin Andrea Monreal sowie der Geschäftsführer des Schulträgers, Daniel Euler, und Orientierungsstufenleiterin Christine Zeiske hießen die Neu-Nonnenwerther willkommen.

Check der Körpertemperatur auf Nonnenwerth. Foto: Schule

Auch für die 97 Schüler aus den Klassen zwei bis vier der Sankt-Sebastianus-Grundschule Bad Bodendorf begann Montag wieder der Unterricht. In den gut fünf Monaten nach dem Lockdown vom 13. März hatte es in dieser Schule lediglich ein Notprogramm gegeben. Am Dienstag werden außerdem 19 Erstklässler eingeschult.

Seit 7.30 Uhr stand Claudia Mercer – sie leitet die Schule seit 2012 – vor dem Schuleingang und bat die nach und nach eintreffenden Kinder, sich hinten einzureihen und Abstand zu den Mitschülern zu halten. „Wir stemmen uns Corona mit all unseren Möglichkeiten entgegen und hoffen, dadurch die weitere Ausbreitung des Virus verhindern oder zumindest doch stark hemmen zu können“, sagte Mercer.

Die sonst übliche Begrüßung im Foyer, im Mehrzweckraum oder auf dem Schulhof fiel diesmal aus. Stattdessen ließ Schulleiterin Mercer die Kinder einzeln ins Schulgebäude ein, wo sie sich zunächst die Hände desinfizieren sollten und dann unverzüglich in ihre Klassenräume zu gehen hatten. Außer Kindern und Lehrern lässt Claudia Mercer niemanden sonst ins Schulgebäude. Mit gutem Zureden und letzten Hinweisen verabschieden die Eltern ihre Kinder deshalb bereits auf der Schulstraße.

Die Kinder selbst zeigten sich diszipliniert, aber auch unsicher und vorsichtig. Über den Tornister hi­naus waren sie an diesem ersten Schultag mit bis zu drei weiteren Gepäckstücken bepackt: In transparenten Boxen brachten sie ihr komplettes Material mit, Zeichenblocks und was man sonst für den Kunstunterricht so braucht. Etliche hatten Turnbeutel umhängen. Mit eingeschalteter Warnblinkanlage wartete auf der Straße nämlich bereits der Turnbus, der einen Teil der Bodendorfer Kinder wenig später ins Sinziger Sportzentrum brachte. Dank jahrzehntelanger Bemühungen ist damit aber bald Schluss. Neben dem Schulgebäude wird gerade eine kleine Sporthalle gebaut. Inzwischen liegt – kleiner Lichtblick an diesem grauen Montagmorgen – bereits die Bodenplatte.