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Bürgermeisterwahlen : Sebastian Goerke will Bad Breisiger Verbandsbürgermeister werden

Bürgermeisterwahlen : Sebastian Goerke will Bad Breisiger Verbandsbürgermeister werden

Der 34-jährige IT-Berater Sebastian Goerke möchte am 20. September zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Breisig gewählt werden. Der Sozialdemokrat startete jetzt seine Vorstellungstour.

Er bezeichnet sich gerne als Vorwärtsmacher, Mitmach-Motivator, Digitalisierungsmacher, Vereinsmensch, Wirtschaftsförderer, Mobilitätsmanager, Verwaltungsmodernisierer oder auch Klimaschützer: Sebastian Goerke. Am 20. September möchte der Sozialdemokrat zum Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bad Breisig gewählt werden. Nun begann er seine Vorstellungstour.

Da bislang wegen der Corona-Krise und des damit einhergehenden Versammlungsverbotes lediglich ein Wahlkampf auf Sparflamme möglich war, zudem der eigentliche Wahltermin verschoben wurde, sollen nun die Präsentationen nachgeholt werden, die den Bürgern aus der Stadt Bad Breisig und den Ortsgemeinden Gönnersdorf, Brohl-Lützing und Waldof die Stimmabgabe erleichtern sollen. Nach derzeitigem Stand stehen lediglich Goerke – im Hauptberuf IT-Berater – und der Bad Breisiger Rathauskämmerer Marcel Caspers zur Wahl. In wenigen Wochen endet die Bewerbungsfrist für den neu festgesetzten Wahltermin im September.

Soziale Gerechtigkeit liege ihm besonders am Herzen, so Goerke, der den Auftakt seines Tour-Starts in die Stadt Bad Breisig legte. Zwölf Zuhörer waren gekommen – noch scheint das Interesse an der Bürgermeisterwahl eher überschaubar zu sein. „Der Kampf gegen Kinder- und Altersarmut ist mir besonders wichtig. Die Schwachen in unserer Gesellschaft brauchen unsere Unterstützung“, meinte der Kandidat, der darauf verwies, dass es in der Verbandsgemeinde Bad Breisig eine auffallend hohe Zahl an Sozialhilfeempfängern gebe. Nicht nur das: Der Schuldneratlas für Deutschland zeigt auf, dass auch die Zahl der stark verschuldeten Menschen in der Verbandsgemeinde im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis Ahrweiler erstaunlich hoch ist. Goerke möchte einen regelmäßig erscheinenden „Sozialbericht“ einführen, der Aufschluss über die wirtschaftliche Lage der Menschen gibt. Die digitale Bildung, insbesondere in den Grundschulen, gelte es voranzutreiben, die Wirtschaftsförderung zu forcieren. „Wir haben hier eine super Lage“, so der SPD-Kandidat. Die Ansiedlung neuer, innovativer Firmen müsse besonderen Stellenwert genießen. Auch beim Klimaschutz müssten Akzente neu gesetzt werden: „Wir können gemeinsam zu Klimaschützern werden“, befand der 34-Jährige, dem die Gründung einer „Energiegenossenschaft auf Verbandsgemeindeebene“ vorschwebt.

Natürlich spielt in Bad Breisig wegen der stark befahrenen, den Ort durchziehenden B 9 die Verkehrsbelastung eine große Rolle. Kaum Chancen sieht Goerke für eine Tunnellösung. Zumindest könne aber versucht werden, den Lkw-Verkehr zu drosseln, indem Maut-Säulen installiert würden. Auch sei eine Ausdehnung des Radwegenetzes dringend vonnöten. Bereits verbessert habe sich der ÖPNV, das Busnetz sei dichter geworden. Aber: „Das bestehende System bedarf noch der Optimierung.“ Was wohl auch auf das Thema „Bürgerbeteiligung“ zutrifft. Die Menschen würden zu selten von der Politik „mitgenommen“, befand Goerke, der auf fehlende Bürgerversammlungen hinwies: „Das will ich ändern.“ Ihm schwebe ein „Bürgerrat“ vor, der sich zu verschiedenen Themen bilden könne.

Ob er denn als IT-Berater überhaupt für den Chefsessel im Bad Breisiger Verwaltungsgebäude geeignet sei, wurde Goerke gefragt. Die Antwort kam schnell und war eindeutig: „Ich habe das nötige Know how. Definitiv.“