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Verstärkter Trend zum Reisemobil: Sinzig vergrößert seinen Wohnmobilhafen

Verstärkter Trend zum Reisemobil : Sinzig vergrößert seinen Wohnmobilhafen

Die Stadt Sinzig will in Bad Bodendorf mehr Stellplätze für Wohnmobile und Caravane anbieten. Sie folgt damit der regen Nachfrage und dem verstärkten Trend zum Reisemobil.

Im Sinziger Stadtteil Bad Bodendorf will man in Zukunft stärker von Wohnmobilisten profitieren. Der vorhandene Hafen für Freizeitmobile soll erheblich ausgebaut werden. Damit liegt Sinzig im Trend: Es gibt nämlich einen enormen Zuwachs bei den Wohnmobilen: 78 055 Neuzulassungen gab es im Coronajahr 2020 – das entspricht einem Plus von fast 45 Prozent im Vergleich zu 2019.

Ausbau der Fläche kann sich durchaus lohnen

Insgesamt wurden erstmals mehr als 100 000 Freizeitfahrzeuge – also Reisemobile und Caravans – in Deutschland binnen eines Kalenderjahres neu zugelassen, berichtet der ADAC. Auch der Caravaning Industrieverband erwartet weiterhin eine hohe Nachfrage. Individuelles Reisen mit Wohnmobil oder Caravan sei als besonders sichere Urlaubsform erst recht in Corona-Zeiten im Aufwind, so der Verband. Dieser Trend werde sich fortsetzen.

Bei Wohnmobilen rechnet der Fachverband mit einem weiteren Plus von etwa zwölf Prozent. Bereits im März wurde die Sinziger Stadtverwaltung beauftragt, die Erweiterung des Wohnmobilstellplatzes in Bad Bodendorf zu prüfen und baldmöglichst in die Planung einzusteigen. Mit Hilfe einer auf derartige Stellplätze spezialisierten Fachfirma kam man im Rathaus zu dem Ergebnis, dass sich ein Ausbau durchaus lohne.

Zumal sich die in Frage kommenden Flächen bereits im Eigentum der Stadt befinden. Wie Bürgermeister Andreas Geron in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses mitteilte, möchte die Stadt jetzt in eine Entwurfsplanung einsteigen. Um nämlich eine Erweiterung umzusetzen, ist ein umfangreiches Bauleitplanverfahren vonnöten.

Das will man in Sinzig nun vorantreiben. Nach der Verlegung der Landesgartenschau in Bad Neuenahr-Ahrweiler auf das Jahr 2023 scheint eine Umsetzung des Vorhabens bis zum Beginn der Großveranstaltung in der Kreisstadt durchaus möglich. Um die Stellplätze erweitern zu können, ist die Aufstellung eines Bebauungsplanes für den Bereich erforderlich. Dies soll nun in einem beschleunigten Verfahren geschehen. Schließlich müssen nicht nur Belange des Umwelt- und Naturschutzes berücksichtigt werden.

Auch gilt es, Lärmschutzgutachten in Auftrag zu geben. Zudem müssen die Bürger – insbesondere die Anlieger – beteiligt werden. Derzeit gibt es in Bad Bodendorf rund 30 Stellplätze für Wohnmobile. Ziel der Stadt ist, bis zu 80 Wohnmobilisten einen Platz in der Nähe der Rad- und Wanderwege, des Thermalbades, der Tennisplätze und der Minigolf­anlage am ehemaligen Kurpark anbieten zu können. Um in das Bebauungsplanverfahren einsteigen zu können, will die Stadt baldmöglichst eine Detailplanung vorlegen, die von einer Fachfirma für Wohnmobil-Stellplätze begleitet wird.

Thematisiert wird dabei sicherlich auch die Frage nach Sanitäreinrichtungen. Einer denkbaren Mitnutzung der Duschen und Toiletten im benachbarten Thermalschwimmbad steht der Förderverein „Freunde des Thermalbades“ skeptisch gegenüber: „Die vorhandenen Möglichkeiten sind ja jetzt schon unzureichend“, so der Vereinsvorsitzende Hans Diedenhofen.