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Wandern am Laacher See: Trasshöhlenweg lädt auf Entdeckungsreise ein

Wandern am Laacher See : Trasshöhlenweg lädt auf Entdeckungsreise ein

Die Tourist-Information Laacher See lädt zu einer Entdeckungswanderung in die Höhle ein. Ihre Geheimnisse haben selbst die Wissenschafter überrascht.

Wandern ist in. In Zeiten der Corona-Einschränkungen hat die Outdoor-Bewegung noch einmal einen Aufschwung erhalten. Wer sich auf eine vulkanologische Entdeckungsreise begeben möchte, dem sei der Trasshöhlenweg im unteren Brohltal empfohlen.

Der 15 Kilometer lange Weg, bei dem 377 Höhenmeter zu überwinden sind, kann in vier bis fünf Stunden ohne Pausen erkundet werden. Nicht nur Geologen werden von dieser Themenwanderung begeistert sein. Denn auch dem Laien werden anhand von 14 interessant gestalteten Hinweistafeln Kenntnisse über die vulkanologischen Tätigkeiten des Laacher-See-Vulkans vermittelt, die zu den gewaltigen Trassablagerungen führten.

Abwechslungsreiche Streckenführung

Der Weg besticht durch eine abwechslungsreiche Streckenführung, die gleichermaßen schmale Pfade und breite Wald- und Wiesenwege beinhaltet. Als Einstiegsmöglichkeiten in den Trasshöhlenweg bieten sich der Parkplatz an der Brohltalaue Ost in Burgbrohl oder die Ortsmitte von Wassenach an. Der Wandertipp startet aber am Haltepunkt Tönisstein der Brohltal-Schmalspureisenbahn.

Vom Parkplatz am Landgasthof Jägerheim geht es über den Hermann-Löns-Steig auf windungsreichen Pfaden zu den Brohltalhöhen hinauf. Rechts schwenkend wird ein schöner Ausblick ins Brohltal passiert, bevor der Trasshöhlenweg ins Tönissteiner Bachtal hinabfällt. Im Talgrund wird die Landstraße gequert, um dann hinter der Seniorenresidenz Bad Tönisstein erneut in den steilen Hang hinein zu steigen.

An den ruinösen Mauerresten des ehemaligen Karmeliter-Klosters vorbei geht es in die Wolfsschlucht. Das Eintauchen in diese Schlucht gilt als Höhepunkt der Rundwanderung. Etwa vierzig Meter tief hat sich der Tönissteiner Bach hier in den erkalteten Aschestrom des Laacher-See-Vulkans hinein geschnitten und so einen engen Canyon geschaffen, in dem die Trasswände entlang des Gewässers senkrecht anstehen. Der spektakuläre Streckenverlauf durch die urwaldähnliche Vegetation wird von einem Wasserfall am Oberlauf des Baches getoppt. Hier stürzt das schäumende Nass über einen Katarakt acht Meter tief zu Tal.

Weiter geht es durch ein mooriges Seitental

Erneut geht es über die Landstraße, die aus dem Brohltal hinauf nach Wassenach führt und dann auf schmalen Pfaden zum Römerbrunnen. Wie man an dem rostroten Boden unschwer erkennen kann, tritt hier stark eisenhaltiges Mineralwasser zu Tage. Im weiteren Streckenverlauf geht es in ein mooriges Seitental hinein. Nun wird die Ortschaft Wassenach durchschritten. In der Dorfmitte macht das von den Herren von Kolb im Jahre 1772 erbaute Burghaus auf sich aufmerksam. Der zweiflügelige barocke Putzbau beherbergt heute eine Sammlung alter Musikinstrumente.

Außerhalb der Ortslage von Wassenach wird die Landstraße 113 nun schon zum dritten Mal gequert. Auf asphaltiertem Grund geht es in die freie Feldflur hinein. Hier kann man noch einen rechts abzweigenden Abstecher zum 500 Meter entfernten, aussichtsreichen Kunkskopf unternehmen. Linker Hand zeigt sich der markante Vulkankegel des 428 Meter hohen Veitskopfes, als der Trasshöhlenweg leicht abfallend wieder in den Wald eintaucht und die Wanderer zum römischen Basaltsteinbruch Mauerley hinüberführt.

Auf einer Länge von fast zwei Kilometern ragen mitten im Wald lange Reihen mächtiger Basaltsäulen auf. Dies alles sind versteinerte Relikte des Lavastromes der sich vor rund 200 000 Jahren aus dem Schlackenkegelvulkan des Veitskopfes ergossen hat und dem bereits die Römer mit ihrer Keiltaschentechnik zu Leibe rückten, um den Basalt zu gewinnen. So ist die Mauerley nicht nur in geologischer Hinsicht sondern auch unter archäologischen Gesichtspunkten ein bemerkenswertes Naturdenkmal. Ein breiter Waldweg führt von der Mauerley nach Burgbrohl.

Mit dem Brohlbach wird die neu gestaltete Brohltalaue-Ost durchmessen, dann steigt man noch einmal auf Serpentinenpfaden in den Hang hinein und folgt der Beschilderung zu den Trasshöhlen, die jenseits der Brohltalstraße anzutreffen sind. Die mehr als 30 Meter hoch aufragenden Wände aus hellem Sandstein sind Ascheablagerungen des Laacher-See-Vulkans. In den zurückliegenden Jahrhunderten hat man das Trassgestein abgebaut und fein gemahlen vor allen Dingen in Holland beim Deich- und Wasserbau verwendet. Die Geopfad-Route führt sehr imposant durch die ehemaligen, mehr als mannshohen Trassgesteinstollen hindurch, bevor es unter dem Viadukt der Brohltal-Schmalspureisenbahn wieder auf den Parkplatz am Gasthaus Jägerheim geht.

Detaillierte Informationen vermittelt auch das Brohltal beheimatete Wanderportal www.profirouten.de.