Synode der Alt-Katholiken in Mainz: Von Partnerschaften bis zur Flüchtlingspolitik

Synode der Alt-Katholiken in Mainz : Von Partnerschaften bis zur Flüchtlingspolitik

Heike Kiefel aus Heppingen vertritt den Kreis Ahrweiler und Koblenz bei der Synode in Mainz. Auf dem Programm standen viele Themen des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens.

Als am vergangenen Donnerstag die 60. Ordentliche Bistumssynode der Alt-Katholiken mit einem feierlichen Gottesdienst unter Leitung von Bischof Matthias Ring in der Mainzer Augustinerkirche begonnen hat, war auch Heike Kiefel dabei. Die Heppingerin und Ehefrau des alt-katholischen Pastors Stephan Neuhaus-Kiefel ist Teilnehmerin der Synode und vertritt gemeinsam mit einem weiteren Abgeordneten die rund 50 Alt-Katholiken aus dem Kreis Ahrweiler sowie aus dem Gebiet der Gemeinde Koblenz, zu der die Gottesdienststation gehört, mit der die Alt-Katholiken seit drei Jahren auch in Ahrweiler vertreten sind.

Die Alt-Katholiken hatten sich in der Folge des Unfehlbarkeitsdogmas des Papstes durch das Erste Vatikanische Konzil 1870 von der katholischen Kirche losgelöst und zu einer neuen Kirche zusammengeschlossen. Ihre Synode beschließt als oberstes Organ die Ordnungen und Satzungen des Bistums und hat in allen die Ortskirche betreffenden Fragen die letzte Entscheidung, außer auf den Gebieten, die dem Bischof kraft Amtes vorbehalten sind. Alle zwei Jahre wird eine Ordentliche Synode gehalten, die von Bischof und Synodalvertretung einberufen wird mit etwa zwei Dritteln Laien und einem Drittel Geistlichen.

Auf dem Programm der Synode standen viele Themen des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens. Schon im Vorfeld waren kontroverse Diskussionen erwartet worden über die grundsätzliche Frage, inwieweit sich Kirchen zu politischen Fragen äußern sollen. Die Alt-Katholische Kirche in Deutschland hat sich dabei nach eigenen Angaben traditionell sehr zurückgehalten. Bischof Ring wies darauf hin, dass politische Fragen wie die Flüchtlingsthematik meist sehr vielschichtig und kompliziert seien. Deshalb würden sich einfache Stellungnahmen eigentlich verbieten. Viel entscheidender sei für ihn allerdings, ob in der Kirche solche Fragen überhaupt diskutiert würden: „Und das heißt, ob man um Antworten im Licht des Evangeliums miteinander ringt“, sagte Bischof Ring. Das Problem des Alt-Katholizismus sei nicht eine gesellschafts-politische Positionslosigkeit, sondern seine Diskurslosigkeit, also das Fehlen eines innerkirchlichen Gesprächs über diese Fragen.

Diskutiert wurde vor dem Hintergrund der alt-katholischen Praxis, gleichgeschlechtliche Partnerschaften zu segnen und eine kirchliche Wiederheirat Geschiedener zu ermöglichen, in Arbeitsgruppen auch über eine Vertiefung des Eheverständnisses. Ring rief beim Thema „Sakrament der Ehe“ dazu auf, sich nicht auf die Frage der Sakramentalität der Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften zu fokussieren und aus theologischen Meinungen keine unumstößlichen Wahrheiten zu machen. Eine Kommission empfahl in ihren Zwischenbericht zum Thema „Missbrauch und Prävention“ unter anderem die Erarbeitung einer Rahmenordnung zur Prävention gegen Missbrauch sowie Leitlinien für die Arbeit in diesem Sektor.

Das Bistum Mainz gewährt dem alt-katholischen Bistum seit einigen Jahren ökumenische Gastfreundschaft im Tagungshaus des Bistums. Am Eröffnungsgottesdienst in der Augustinerkirche hat auch der Mainzer Oberbürgermeister teilgenommen. Der Mainzer Diözesanadministrator Dietmar Giebelmann hat zunächst ein Grußwort an die Synodalen gerichtet. Zu einem Grußwort war für Samstag auch Bischof Pierre Whalon von der amerikanischen Episkopalkirche in Europa geladen, der an den gesamten Verhandlungen als Beobachter teilnimmt. Beiträge aus der Synode sind zu finden unter www.aksynode.de.