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Weinorte an Ahr laden auf Rotweinwanderweg ein - „Drei Dörfer fürs Ahrtal“

„Drei Dörfer fürs Ahrtal“ : Weinorte an der Ahr laden auf den Rotweinwanderweg ein

Dernau, Rech und Mayschoß werben trotz der Hochwasserfolgen für den Tourismus an der Mittelahr. Denn der Rotweinwanderweg ist intakt. Federweißer, Wein, Brezeln, Wurst und Käse sowie jede Menge Informationen erwarten die Besucher.

Im Oktober versammeln sich traditionell unzählige Wein- und Wanderfreunde an der Mittelahr, sie beleben Weinbergswege und Restaurants, freuen sich über den ersten Federweißen und fachsimpeln bei einem Glas Spätburgunder. In diesem Jahr nicht. Die Infrastruktur ist zerstört, Hotels mussten aufgrund von Flutschäden schließen, Gastronomen können, wenn überhaupt, nur eingeschränkt arbeiten. Vor diesem Hintergrund haben sich die Verkehrsvereine der Gemeinden Dernau, Rech und Mayschoß zusammengetan, um den Freunden der Ahr die Region im Herbst 2021 dennoch schmackhaft zu machen. „Drei Dörfer fürs Ahrtal“ ist der Slogan einer Gemeinschaftsaktion an allen fünf Oktober-Wochenenden – auf dem Rotweinwanderweg.

„Das Tal ist zwar zerstört, aber unsere Landschaft nicht und der Rotweinwanderweg ist intakt“, bringt Ingrid Näkel-Surges vom Verkehrsverein Dernau die Sache auf den Punkt. Darum soll er bei dem Gemeinschaftsprojekt die entscheidende Rolle spielen. An insgesamt zehn Ständen auf der Strecke von Dernau bis Mayschoß wollen die Orte Federweißen, Wein und Essbares wie Brezeln, Wurst und Käse anbieten sowie jede Menge Informationen. Auf Dernauer Gebiet sind fünf dieser Stände geplant, auf Recher Gebiet zwei und in Mayschoß drei.

Infos zum Hochwassergebiet im Tal entlang der Strecke

Infos über die Flut und den Sachstand der Arbeiten im Tal sollen auch unterwegs auf Plakaten zu finden sein, etwa über die Zahl zerstörter Brücken, Häuser, Straßen, Schulen, Kitas, über die Aufräumaktionen und das, was sich in der Zwischenzeit positiv getan hat. Dazu gehören etwa das mobile Klärwerk in Mayschoß, die Zahl der Helfer und die vielen Behelfsbrücken, die die Ufer der Ahr wieder miteinander verbinden.

„Unser Ziel ist es auch, den Menschen die Angst zu nehmen, als Katastrophentouristen abgestempelt zu werden, wenn sie an die Ahr kommen und sich ein Bild vom aktuellen Zustand machen wollen“, sagt Leon Krogull vom Heimat- und Verkehrsverein Dernau. „Jetzt wäre eigentlich Hochsaison, jede Ferienwohnung wäre belegt, wir können aber nicht verstecken, was passiert ist“, beschreibt er die Lage für die Tourismusregion. Nicht nur Wohnhäuser und Gaststätten sind kaputt, auch die gesamte Infrastruktur ist dahin. Straßen sind meist Schotterpisten, auf denen Traktoren, Lastwagen und Hilfsfahrzeuge sich drängen. Ebenso sieht es mit den Parkplätzen aus, die oft von der Flut einfach mitgerissen worden sind.

Radwanderweg und Bahntrasse sind zerstört - Anreise mit Ersatzverkehr

Der Radweg entlang der Bundesstraße ist nicht mehr da, das Wasser hat die Bahntrasse zerstört, Individualverkehr ist kaum möglich. Darum sind Bewohner des Ahrtals und Touristen auf öffentliche Verkehrsmittel wie den Schienenersatzverkehr angewiesen, der im Stundentakt ab Bahnhof Remagen nach Dernau verkehrt.

Die Touristiker empfehlen den Gästen die Anreise über Gelsdorf, wo am Feuerwehrhaus ausreichend Parkplätze zur Verfügung stehen und Busse nach Dernau starten, ebenfalls im Stundentakt täglich von 6.30 Uhr bis 23 Uhr.

Die drei Verkehrsvereine beschaffen für die Oktober-Aktion eigene Weingläser, die als Andenken mit nach Hause genommen werden können, wie auch die Armbändchen mit der Aufschrift „SolidAHRität“, die unterwegs angeboten werden und sie freuen sich auf zahlreiche Teilnehmer bei dieser ungewöhnlichen Wanderaktion. Die Gäste sollen sich wohlfühlen und auch wiederkommen – auch wenn es derzeit noch etwas staubig ist an der Ahr.

Die Wanderaktion an allen Wochenenden im Oktober beginnt am 2./3. Oktober und endet am 30./31. Oktober.